Bundesweit größte Studie zur Kosten und Leistungsstruktur in Praxen
Tausende Ärzte und Psychotherapeuten werden um Auskünfte gebeten KBV benötigt Daten für Honorarverhandlungen
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) hat eine großangelegte Befragung zur Analyse der Kosten- und Leistungsstruktur von Arztpraxen bei den Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten gestartet. Nach einer ersten Befragungsrunde im März werden jetzt erneut tausende Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten angeschrieben mit der Bitte um Teilnahme. Die Analyse ist erforderlich, um in den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen auch die Kosten in den Praxen geltend zu machen. Alle bislang durchgeführten Analysen bieten nicht die erforderliche Datengrundlage. Das sogenannte Zentralinstitut Praxis Panel (ZiPP) ist die erste Längsschnittstudie, die in diesem Umfang durchgeführt wird. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben das Zentralinstitut mit der Befragung beauftragt.
Ziel: Repräsentative Datengrundlage für die Honorarverhandlungen
Die ermittelten Daten sind für die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen wichtig: Denn ein Kriterium für die jährliche Anpassung des Orientierungspunktwertes und damit der Preise im EBM ist die Veränderung der Investitions- und Betriebskosten von Praxen. Ziel der KBV ist es, diese Veränderungen bei der Weiterentwicklung des Orientierungspunktwertes bereits für das Jahr 2011 geltend zu machen. Dazu benötigt sie verlässliche Daten. Ohne eine solide Datengrundlage werden die Krankenkassen eine Steigerung der Investitions- und Betriebskosten nicht anerkennen.
Mit dem ZiPP wird es möglich sein, die Entwicklung der Kosten über mehrere Jahre hinweg nachzuweisen und somit eine verlässliche Datengrundlagen zu schaffen. Gelingt es, aufgrund der erhobenen Daten einen Kostenanstieg abzubilden und eine Steigerung des Orientierungspunktwertes von nur einem Prozentpunkt zu erreichen, würde dies mehr als 300 Millionen Euro für die vertragsärztliche Versorgung bringen.
Das Besondere: Erstmals bundesweites Panel mit rund 7.000 Praxen
Die Befragung des Zentralinstituts im Rahmen des neuen ZI-Praxis-Panels ist bundesweit die erste dieser Art und Größenordnung. Mit ihr sollen Basisdaten gewonnen und ein nach Fachgruppen und Regionen repräsentatives Panel über rund 7.000 Praxen mit einer langfristigen Perspektive aufgebaut werden. Ziel ist der Aufbau eines Informationssystems, das transparente und wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse über die Entwicklung der Kosten- und Leistungsstruktur aller Facharztgruppen liefert. Dazu sollen die Befragungen regelmäßig in jährlichen Abständen wiederholt werden.
Eine vergleichbare Datengrundlage existiert bisher nicht, auch nicht im Statistischen Bundesamt. Durch die Längsschnittstudie des ZI werden Nachteile bisheriger Studien vermieden, deren Ergebnisse sich durch wechselnde Stichprobenzusammensetzungen auch überraschend nachteilig für die Vertragsärzte auswirken konnten.
Voraussetzung: Hohe Teilnahmequote von Ärzten und Psychotherapeuten
Um die Repräsentativität der Studie zu gewährleisten, ist es wichtig, dass möglichst viele Ärzte und Psychotherapeuten daran teilnehmen. Je größer der Rücklauf bei der Befragung ist, desto besser ist jedoch auch die Datengrundlage. Deshalb die Bitte: Nehmen Sie teil, wenn Sie im Rahmen der Zufallsstichprobe angeschrieben werden.
Stand: Zahl der Rückmeldungen bislang nicht ausreichend
Die Zahl der Rückmeldungen zu ZiPP ist jedoch bislang noch nicht ausreichend für eine repräsentative Datengrundlage. Deshalb werden in den nächsten Wochen in einer zweiten Erhebungswelle nochmals mehrere tausend Ärzte und Psychotherapeuten gebeten, schriftlich Angaben zu ihren Investitions- und Betriebskosten der Jahre 2006, 2007 und 2008 zu machen. Die angeschriebenen Praxen werden im Rahmen einer Zufallsstichprobe ausgewählt. Die Auswertung der Daten erfolgt anonym.
Teilnahme: So funktioniert die Erhebung
Wenn Sie im Rahmen der Zufallsstichprobe ausgewählt wurden, werden Sie vom Zentralinstitut angeschrieben und erhalten die entsprechenden Unterlagen.
Der Erhebungsbogen des ZI enthält unter anderem Fragen zur Personalausstattung, zu den in der Praxis vorhandenen medizinisch-technischen Geräten und zur Arbeitszeit der Praxisinhaber und der Praxismitarbeiter. Ferner werden Angaben zu den Einnahmen und den Ausgaben der Praxis erbeten.
Die Auswertung der Daten erfolgt anonym, die Praxen sind für das ZI nicht identifizierbar. Die Teilnehmer senden ihre ausgefüllten Fragebögen an eine externe Vertrauensstelle. Auf diese Weise wird die Wahrung der Anonymität gewährleistet.
Einsendeschluss: 9. Juni 2010
Auch Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits in der ersten Erhebungswelle angeschrieben wurden und ihre Unterlagen noch nicht eingereicht haben, können dies bis zum 9. Juni tun.
Zeitaufwand: Etwa eine Stunde
Für die notwendigerweise gründliche Befragung benötigen Sie etwa eine Stunde Zeit. Einige Fragen müssen zudem vom Steuerberater der Praxis beantwortet werden (ca. 30 Minuten Arbeitsaufwand). Die Teilnehmer erhalten für das vollständige Ausfüllen des Bogens eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro. Die Auszahlung erfolgt über die Vertrauensstelle.
Fragen zur Studie?
Telefon-Hotline bei allgemeinen Fragen zum ZiPP: 030/ 4005 2432
Internet: www.zi-pp.de
Aus Gründen des Vertrauensschutzes bitten wir Sie, Angaben zu den Fragen der Erhebung nicht dem Zentralinstitut mitzuteilen. Für alle inhaltlichen Fragen beim Ausfüllen der Erhebungsunterlagen steht Ihnen der beauftragte Treuhänder zur Verfügung, dessen Kontaktdaten Sie ebenfalls unter www.zi-pp.de abrufen können.

