Kooperationstagung Ambulante Palliativversorgung Vision und Wirklichkeit
Samstag, 6. November 2010
90 Prozent der Deutschen wünschen sich, zu Hause zu sterben. In der ambulanten Versorgung unheilbar Kranker muss jedoch noch viel getan werden. Dies wurde auf der Kooperationstagung Ambulante Palliativversorgung Vision und Wirklichkeit deutlich.
Die KBV und Bundesärztekammer (BÄK) hatten am 6. November Vertreter aus der Ärzteschaft, von Patienten und Einrichtungen, etwa Hospizen, eingeladen. Den Veranstaltern war es wichtig, dass Menschen aus der Praxis, also Palliativmediziner, zu Wort kamen. Deshalb diskutierten neben dem KBV-Vorstand und dem Hauptgeschäftsführer der BÄK auch Ärzte aus dem Bereich der Palliativversorgung sowie der Beauftrage der Bundesregierung für Belange der Patientinnen und Patienten, Wolfgang Zöller (MdB/CSU).
KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller forderte, Verträge zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in den Kollektivvertrag zu integrieren. Zudem wies er darauf hin, dass die SAPV für 90 Prozent der Sterbenden nicht in Frage kommt. Den Großteil könne der Hausarzt ambulant versorgen. In den aktuellen Strukturen ist eine solche ambulante Versorgung aber nicht definiert. Müller stellte deshalb den Vertragsentwurf zur qualifizierten allgemeinen ambulanten Palliativversorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen (AAPV) vor. Dabei koordiniert der Hausarzt die Behandlung des Patienten und arbeitet eng mit anderen Einrichtungen, beispielsweise mit Ergotherapeuten sowie Pflege- und Hospizdiensten, zusammen. Der Betroffene kann so im selbstgewählten Umfeld sterben. Die Versorgung des unheilbar Kranken ist somit auch in ländlichen Regionen gewährleistet.
Auch BÄK-Hauptgeschäftsführer Prof. Christoph Fuchs begrüßte den Vertragsentwurf der KBV zur AAPV. Er betonte, dass die Versorgung Sterbender eine große sozialethische Herausforderung sei.
Die SAPV ist noch lange nicht für alle verfügbar, die sie benötigen, so Zöller. Die Wettbewerbsstrukturen zwischen den Krankenkassen in der SAPV kritisierte er scharf. Der Patientenbeauftrage forderte deshalb eine qualifizierte und vor allem flächendeckende Palliativversorgung.
Dr. Eckhard Eichner, Palliativmediziner und Vorstandsvorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativbewegung, Dr. Birgitt van Oorschot, Fachärztin für Strahlentherapie und Palliativmedizin, und Dr. Peter Engeser, Facharzt für Allgemein- und Palliativmedizin, trugen Beispiele aus der Praxis vor. Die drei Referenten betonten zudem die wichtige Rolle des Hausarztes in der ambulanten Palliativversorgung. Sterbebegleitung ist eine gegenwärtige Aufgabe der Hausärzte, so Engeser.
| Titel/Thema | Art/Größe | |
|---|---|---|
| Rede von Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV | ||
| Rede von Prof. Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer | ||
| Rede von Wolfgang Zöller (CSU), Patientenbeauftragter des Bundes | ||
| Rede von Dr. Eckhard Eichner, Palliativmediziner, Vorstandsvorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. | ||
| Rede von Dr. Peter Engeser, Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Pforzheim | ||
| Rede von Dr. Birgitt van Oorschot, Fachärztin für Strahlentherapie und Palliativmedizin, Uniklinikum Würzburg | ||
| Präsentation von Dr. Werner Freier, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Hildesheim (AG 1) | ||
| Präsentation von Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes e.V. Berlin (AG 1) | ||
| Präsentation von Thomas Sitte, Facharzt für Anästhesiologie und Palliativmedizin, Fulda (AG 2) | ||
| Präsentation von Ulrike Döring, Präsidiumsmitglied des Deutschen Pflegerates e.V. (AG 2) | ||
| Präsentation von Prof. Christof Müller-Busch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. Berlin (AG 3) | ||
| Präsentation von Bernadette Fittkau-Tönnesmann, MPH, Leiterin der Christophorus Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit, München (AG 3) | ||
| Präsentation von Gabriele Wenzel, Geschäftsführerin KV-Management, Sachsen-Anhalt (AG 4) | ||
| Präsentation von Olaf Miklis, Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen in Bayern (AG 4) | ||
| Präsentation von Gesine Schierenberg, KBV (AG 4) | ||
| Präsentation von Michaela Hach, PCT Leuchtturm, Groß Gerau |
