Immer weniger Mediziner sind bereit, sich als Vertragsarzt, vor allem in ländlichen Gebieten, niederzulassen.
Die Gründe hierfür sind vielfältig: Budgetierung, zunehmende Bürokratisierung und eine schwache Infrastruktur auf dem Land gehören dazu.
Durch einen Mangel an Ärzten ist die flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Versorgung in Gefahr.
Neue Reglungen machen Arztberuf wieder attraktiver
Seit dem 1. Januar 2012 gelten die neuen Regelungen des sogenannten Versorgungsstrukturgesetzes. Sie sollen dazu dienen, den Arztberuf wieder attraktiver zu machen und sollen Anreize für Ärzte und Pychotherapeuten setzen, sich in unterversorgten Gebieten niederzulassen. Dazu zählen finanzielle Zuschläge, die Aufhebung der Residenzpflicht, bessere Bedingungen bei der Gründung einer Zweitpraxis und die Möglichkeit, ärztliche Leistungen zu delegieren. Mehr dazu hier...
Unterversorgung frühzeitig vermeiden
Ärzte und Psychotherapeuten sollen sich künftig dort niederlassen, wo die Patienten sie am meisten brauchen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben mit den Regelungen des Versorgungsstrukturgesetzes mehr Spielraum erhalten, um die Versorgung vor Ort besser steuern zu können.
Dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) obliegt es jetzt, die 1993 eingeführte Bedarfsplanungs-Richtlinie zu überarbeiten und die darin bestehenden Defizite zu beheben.
Die KBV hat ganz konkrete Vorstellungen, wie eine moderne und funktionierende Bedarfsplanung aussehen kann. Die KBV fordert etwa, die aktuelle Bedarfsplanung durch eine intelligente, sektorenübergreifende Versorgungssteuerung zu ersetzen. Dazu hat sie die kleinräumige Versorgungsanalyse entwickelt, die die KVen seit 2007 online nutzen.
Die KBV arbeitet an einem elektronischen Gesundheitsinformationssystem, das die sektorenübergreifende kleinräumige Bedarfsplanung ermöglichen soll. Eine drohende Unterversorgung soll somit frühzeitig erkannt und vermieden werden.
Hier klicken für mehr Informationen zum Thema Bedarfsplanung und dem Konzept der KBV.
Verschiedene Maßnahmen in den Regionen
Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verschiedene Konzepte ausgearbeitet, um einem Ärztemangel entgegenzuwirken.
Zudem sind verschiedene Kooperationslösungen zwischen den KVen und den Krankenhäusern denkbar. Zu deren Umsetzung hat die KBV Regionalverbünde aus den KVen, den Landeskrankenhausgesellschaften, den Landesärztekammern und den Landesministerien in jedem Bundesland vorgeschlagen.
Nachwuchsmediziner für die Niederlassung gewinnen
Zusätzlich zu solchen Kooperationen ist es wichtig, die Medizinstudenten frühzeitig für eine Niederlassung zu begeistern und sie dabei zu unterstützen. Hierzu gibt es bereits verschiedene Initiativen der KVen: Sie unterstützen Praxisneugründungen beziehungsweise Übernahmen, finanzieren Lehrstühle für Allgemeinmedizin und kooperieren mit Krankenhäusern bei der Weiterbildung.
Weiterhin gibt es für Nachwuchsmediziner seit Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes am 1. Januar 2012 zusätzliche Hilfestellungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
