Arzneimittel AKTUELL

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Arzneimittel AKTUELL Nr. 23-24/13


Barmer GEK stellt Arzneimittelreport 2013 vor

Der neue Arzneimittelreport der Barmer GEK stößt bei Ärzteverbänden und Pharmaunternehmen auf Kritik. In der Studie bemängeln die Autoren um den Bremer Versorgungsforscher Prof. Gerd Glaeske, dass Kindern und Jugendlichen zu viele Psychopharmaka verordnet würden. Von 2005 bis 2012 seien die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) wies die Kritik zurück. „Kinder- und Jugendärzte verordnen in dieser Altersgruppe entsprechend den bestehenden Leitlinien allenfalls sogenannte Psychostimulanzien zur unterstützenden Behandlung bei ADHS“, sagte bvkj-Präsident Dr. Wolfram Hartmann. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Preismoratorium und die gesetzlichen Preisabschläge für patentgeschützte Arzneimittel. Beide Maßnahmen sollen laut Bundesgesundheitsministerium am Jahresende auslaufen und durch Preisverhandlungen zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und Arzneimittelherstellern abgelöst werden. Die Forderung der Barmer GEK, die Maßnahmen um fünf Jahre zu verlängern, lehnen die Pharmaunternehmen ab. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) verweisen auf die Milliardenüberschüsse in der GKV. (Pressemitteilungen von Barmer GEK, bvkj und BPI, 11. Juni) 

Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit verlängert

Das Bundesgesundheitsministerium zieht eine positive Bilanz des seit 2007 bestehenden Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Deutschland. Weitere Maßnahmen sollen folgen. Welche Maßnahmen dies sind, wurde anlässlich des 4. Deutschen Kongresses für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie in Berlin vorgestellt. Im Fokus stehen dabei unter anderem Projekte zur besseren Kommunikation zwischen den Sektoren im Gesundheitswesen, zum Ausbau elektronischer Hilfsmittel sowie die Unterstützung weiterer Forschungsprojekte. Ziel ist es, verstärkt für die AMTS zu sensibilisieren. „Die Arzneimitteltherapie kann Leben retten, sie ist aber immer auch ein Hochrisikoprozess, bei dem es zu Medikationsfehlern und in der Folge zu Nebenwirkungen kommen kann. Entscheidend ist deshalb, dass Ärzte in Klinik und Praxis, Apotheker, Pflegende und Patienten an Maßnahmen beteiligt werden, die potentielle Fehler bei der Arzneimitteltherapie verhindern können“, sagte Prof. Daniel Grandt, Vorstandsmitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). (Pressemitteilung der AkdÄ, 12. Juni)

IMS Health: Kassenpatienten erhalten innovative Arzneimittel

Der Anteil neuer Arzneimittel am Gesamtumsatz mit patentgeschützen Arzneimitteln ist in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) höher als in der privaten Krankenversicherung (PKV). Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen IMS Health in einer aktuellen Studie. Wie die Ärzte Zeitung berichtet, wurden die Verordnungsdaten von 30 Substanzen in ausgewählten Indikationen aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Das Ergebnis ist überraschend. Wahrschein-licher wäre es gewesen, „dass patentgeschützte Präparate, je neuer sie sind, umso stärker Privatpatienten verordnet werden“, heißt es bei IMS Health. Die Tatsache, dass dem nicht so ist, wertet das Unternehmen als Zeichen dafür, dass „Innovationen in der GKV angekommen“ sind. (Ärzte Zeitung, 13. Juni)

 
Letzte Änderung 14.06.2013