Arzneimittel AKTUELL

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Arzneimittel AKTUELL Nr. 10/10

15 Millionen Grüne Rezepte

Im vergangenen Jahr hat der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) insgesamt rund 15 Millionen grüne Rezepte an Vertragsärzte verteilt. Dass das Interesse bei den Niedergelassenen hoch ist, belegen Zahlen des Marktforschungsinstituts IMS Health. Demnach stiegen die Verordnungen auf Grünem Rezept im Jahr 2009 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast 70 Prozent aller Hausärzte verwenden inzwischen dieses Formular in ihrer Praxis. Befragungen zeigen zudem den breiten Bekanntheitsgrad bei den Patienten: Nach einer Umfrage des Institut für Demoskopie Allensbach kennen mittlerweile 56 Prozent aller Deutschen das Grüne Rezept. Der BAH hebt hervor, dass durch die Grünen Rezepte eine Therapie unter ärztlicher Leitung mit erwiesenermaßen wirksamen und sicheren  rezeptfreien Arzneimitteln fortgeführt wird. Dabei dient das Grüne Rezept für den Patienten als ärztliche Gewähr für die Angemessenheit, Sicherheit und therapeutische Zweckmäßigkeit der verordneten Therapie und nicht zuletzt als Merkhilfe beim Kauf der Präparate in der Apotheke. (Pressemitteilung des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller, 8. März)

Rösler will Preismonopol der Pharmaindustrie brechen

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FPD) will die pharmazeutische Industrie zu Vertragsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen zwingen und so das Preismonopol für innovative Arzneimittel kippen. Darüber hinaus strebt er die Stärkung von Kosten-Nutzen-Bewertungen an. „Wenn Hersteller ihre Produkte auf den Markt bringen, müssen sie zudem über eine Studie den Zusatznutzen für Patienten wissenschaftlich belegen. Das wird dann noch mal genau geprüft. So können wir erkennen, ob es schon vergleichbare Medikamente gibt“, sagte Rösler der Bild-Zeitung. Bis dies umgesetzt wird, will der Minister zunächst mit Zwangsrabatten und Preismoratorien den  Ausgabenanstieg für Arzneimittel bremsen. (Agenturmeldung, 10. März)

Gemeinsame Strategie gegen seltene Krankheiten

Mit einem Aktionsbündnis für Menschen mit seltenen Erkrankungen will das Bundesgesundheitsministerium die Situation für Betroffene entscheidend verbessern. Zu den Unterstützern des Projekts gehört unter anderen die pharmazeutische Industrie. „Das Bündnis soll ausgehend von bereits bestehenden Strukturen und anhand europäischer Erfahrungen Vorschläge für einen nationalen Aktionsplan für seltene Erkrankungen erarbeiten“, erklärte Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Das Bündnis hat die Aufgabe, bestehende Initiativen zu bündeln, Forscher und Ärzte optimaler zu vernetzen, Informationen für Ärzte und Patienten zusammenzuführen und eine bessere Patientenversorgung auf den Weg zu bringen. Derzeit leiden in Deutschland etwa vier Millionen Menschen an einer seltenen Erkrankung. Von den ca. 30.000 bekannten Krankheiten werden etwa 7.000 bis 8.000 als selten eingestuft. (Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit, 8.  März)

 
Letzte Änderung 11.03.2010