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Stand 06.09.2018

Gesundheitsinfos

Tuberkulose – auch hierzulande ein aktuelles Thema

die Tuberkulose ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Weltweit erkranken geschätzt jedes Jahr über 10 Millionen Menschen neu, über 1 Million Menschen sterben jährlich daran.

Viele kennen Tuberkulose hauptsachlich aus historischen Werken und denken dabei an Sanatorien in den Bergen. In Deutschland ist die Krankheit dank guter Versorgung und Hygiene selten geworden. Aber auch hier sind jährlich fast 6 000 Menschen betroffen.

Auf einen Blick: Tuberkulose

  • Tuberkulose wird durch Bakterien hervorgerufen. Meist befallen sie die Lunge.
  • Oft bekämpft die körpereigene Abwehr die Erreger. Ist sie geschwächt, kann die Krankheit ausbrechen.
  • Anzeichen sind: Husten, ungewollte Gewichtsabnahme, Müdigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß.
  • Untersuchungen: Röntgenbild der Lunge, Nachweis der Erreger im Auswurf.
  • Behandlung: Medikamente (Antibiotika)

Die Erkrankung

Tuberkulose (kurz: TB oder Tbc) ist eine ansteckende Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird.

Die Bakterien befallen überwiegend die Lunge. Eine betroffene Person gibt beim Sprechen, Niesen oder Husten keimhaltige Tröpfchen ab, die andere mit der Luft einatmen können. Doch nicht jeder, der mit den Bakterien in Kontakt kommt, wird krank. Die körpereigene Abwehr bekämpft die Erreger und macht sie häufig unschädlich. Manchmal verbleiben die Bakterien über Jahre schlummernd im Körper. Bei geschwächter Abwehr können sich die Bakterien im Körper ausbreiten, unter anderem in Lymphknoten, Knochen, Harnwegen oder Hirnhäuten.

Wer erkrankt?

Bei etwa jedem Zehnten bricht die Krankheit aus und muss behandelt werden. Betroffen sind vor allem enge Kontaktpersonen von Patientinnen und Patienten mit einer ansteckenden Lungentuberkulose und Menschen mit geschwächten Abwehrkräften, das sind vor allem:

  • Menschen mit HIV oder AIDS
  • Säuglinge, Kleinkinder sowie ältere Menschen
  • Menschen, die dauerhaft Medikamente nehmen, die das Abwehrsystem unterdrücken
  • Menschen, die drogen- oder alkoholabhängig sind
  • Gefängnisinsassen

Anzeichen und Beschwerden

Tuberkulose kann ausbrechen, ohne dass Betroffene es merken. Sie beginnt oft schleichend, die Beschwerden sind häufig nicht eindeutig:

  • Husten oder Hüsteln mit oder ohne Auswurf
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Müdigkeit
  • leichtes Fieber
  • Nachtschweiß

Die Beschwerden halten über Wochen an. Unbehandelt verschlechtern sie sich meist. Früher bezeichnete man die Erkrankung auch als „Schwindsucht“.

Untersuchungen

Besteht ein länger andauernder Husten, empfehlen Ärztinnen und Ärzte, ein Röntgenbild der Lunge durchzuführen, um die Ursache des Hustens abzuklären. Ergibt sich der Verdacht auf Tuberkulose, wird die Diagnose durch den Nachweis der Bakterien, etwa im Auswurf, gesichert.

Meldepflicht

Ärztinnen und Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, eine behandlungsbedürftige Tuberkulose dem Gesundheitsamt zu melden. Dieses veranlasst bei ansteckender Tuberkulose Untersuchungen bei engen Kontaktpersonen des erkrankten Menschen. Das nennt man Umgebungsuntersuchung.
Personen, die sich angesteckt haben, können frühzeitig eine vorbeugende Behandlung erhalten. Ein Ausbruch der Krankheit sowie deren weitere Verbreitung sollen so verhindert werden.

Behandlungen

Tuberkulose kann meist gut behandelt werden. Ohne Behandlung sterben etwa 7 von 10 Erkrankten; bei Resistenzen (siehe unten) ist die Aussicht auf Heilung jedoch deutlich schlechter.
Die übliche Behandlung dauert 6 Monate. Betroffene erhalten Medikamente, die die Bakterien abtöten, sogenannte Antibiotika: in den ersten 2 Monaten vier Wirkstoffe, in den folgenden 4 Monaten zwei. Diese nimmt man jeden Tag gleichzeitig ein.
Fachleute empfehlen, jedem Tuberkulose-Erkrankten eine Beratung und einen HIV-Test anzubieten. Ist der Test positiv, wird die HIV-Erkrankung mitbehandelt.

Behandlungsproblem: Resistenzen

Ein Problem ist, dass die Bakterien zunehmend unempfindlich – resistent – gegen die wichtigsten Medikamente werden. Solche Resistenzen entstehen vor allem, weil die Arzneimittel nicht richtig angewendet werden.
Die sogenannte multiresistente Tuberkulose ist schwerer zu behandeln und oft länger ansteckend. Die Behandlung dauert mindestens 20 Monate und sollte nur in einem erfahrenen Zentrum erfolgen.

Was Sie selbst tun können

Allgemeine Hinweise:

  • Sie können sich vor Ansteckung schützen, indem Sie von hustenden Personen einen gewissen Abstand wahren. Halten Sie auch allgemeine Regeln für Hygiene ein, wie regelmäßig Hände waschen.
  • Gehen Sie mit länger anhaltendem Husten unklarer Ursache zur Ärztin oder zum Arzt.
  • Eine Impfung gegen Tuberkulose wird in Deutschland nicht mehr empfohlen.

Wenn Sie an Tuberkulose erkrankt sind:

  • Anfangs sind Sie trotz Medikamenten-Einnahme noch ansteckend. Sie werden daher zu Hause oder in einer Klinik isoliert. Wichtig ist, dass Sie einen Mundschutz tragen, um die Verbreitung der Bakterien einzuschränken. Erst wenn Sie nicht mehr ansteckend sind, können Sie wieder Ihrem Alltag nachgehen.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente wie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnet ein – auch wenn es Ihnen schon viel besser geht. Sonst kann es zu einem Rückfall kommen. Das bedeutet nicht nur eine verlängerte Krankheitszeit, sondern auch eine erschwerte weitere Behandlung.
  • Die Antibiotika können besser verträglich sein, wenn Sie sie nach einer leichten Mahlzeit einnehmen.
  • Rauchen ist vor allem bei Lungentuberkulose schädlich. Wenn möglich, verzichten Sie auf das Rauchen.
  • Nehmen Sie Ihre Kontrolluntersuchungen während und nach der Behandlung wahr. Nebenwirkungen der Arzneimittel oder eine nicht wirksame Behandlung sowie ein Rückfall können frühzeitig erkannt werden. Unter Umständen wird dann ein Medikament ausgetauscht.

Weiterführende Informationen

Diese Patienteninformation beruht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und fasst wichtige Punkte der jeweiligen Patientenleitlinie zusammen.

Patienteninformationen

PatientenLeitlinien übersetzen die Behandlungsempfehlungen ärztlicher Leitlinien in eine für Laien verständliche Sprache. Sie geben wichtige Hintergrundinformationen zu den Ursachen, Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einer Erkrankung.

PatientenLeitlinien

Die Information ist auch als fertig layoutete Version für das Wartezimmer erhältlich. Hier gelangen Sie zur Downloadseite der Wartezimmerinformationen.

Kontakt zu Selbsthilfegruppen

Wo Sie eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKO (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen):
www.nakos.de, Tel.: 030 3101 8960

Verantwortlich für den Inhalt

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
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