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Canagliflozin

Handelsname: Invokana®

Anwendungsgebiet: Behandlung des Diabetes Mellitus Typ 2 als Mono- oder Kombinationstherapie mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln*

Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen-Cilag GmbH

Beginn des Verfahrens: 15.03.2014

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 04.09.2014

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Diabetes mellitus Typ 2*


a) Monotherapie, wenn Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren und eine Anwendung von Metformin aufgrund von Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen als ungeeignet erachtet wird
Sulfonylharnstoff (Glibenclamid o. Glimepirid) Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Kombination mit einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin), wenn dieses den Blutzucker zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert (Kombination mit Metformin)
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid o. Glimepirid)** Zusatznutzen ist nicht belegt
c) Kombination mit einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin), wenn dieses den Blutzucker zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert (Kombination mit einem Sulfonylharnstoff)
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid o. Glimepirid)** Zusatznutzen ist nicht belegt
d) Kombination mit mindestens zwei anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln, wenn diese den Blutzucker zusätzlich zu Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrollieren
Metformin + Humaninsulin*** Zusatznutzen ist nicht belegt
e) Kombination mit Insulin (mit oder ohne orales Antidiabetikum)
Metformin + Humaninsulin*** Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.
** Wenn Metformin gemäß Fachinformation nicht geeignet ist, ist Humaninsulin als Therapieoption einzusetzen.
*** Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation nicht ausreichend wirksam oder unverträglich.


Zusammenfassung:

Bei der Bewertung eines Zusatznutzens von Canagliflozin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie wurden fünf Teilpopulationen unterschieden.

Für die Teilpopulationen a, c, d und e hat der pharmazeutische Unternehmer keine Studien vorgelegt, die für die Bewertung eines Zusatznutzens geeignet gewesen wären. Folglich ist der Zusatznutzen nicht belegt.

Zur Bewertung der Zweifachtherapie mit Metformin (Teilpopulation b) stand eine direkt vergleichende Studie (DIA3009) zur Verfügung, in der Canagliflozin und Metformin gegen Glimepirid und Metformin über einen Zeitraum von 104 Wochen untersucht wurden. Im Canagliflozin-Arm wurde eine fixe Wirkstoffdosis (100 mg oder 300 mg) unabhängig vom erreichten Blutzuckerwert gegeben. Im Glimepirid-Arm hingegen wurde ein Blutzuckerzielwert vorgegeben.

In den ersten Wochen der Behandlung wurde die Glimepirid-Dosis in zweiwöchigen Intervallen in 2-mg-Schritten hochtitriert, solange die Nüchternblutzuckerwerte über 110 mg/dl lagen. Dabei wurde ein großer Anteil der Patienten mit 6 mg Glimepirid behandelt, was jedoch gemäß Fachinformation nur in Einzelfällen erfolgen sollte. Der Blutzucker und der HbA1c sanken unter Glimepirid stärker als unter Canagliflozin.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) betrachtet die Studie für die Bewertung eines Zusatznutzens derart eingeschränkt, dass sich keine validen Aussagen zum Zusatznutzen ableiten lassen. Dies wird im Wesentlichen durch das straffe Glimepirid-Titrationsschema, die fehlende Möglichkeit der Dosiserhöhung bei Canagliflozin (laut Fachinformation ist eine Dosierung von 100 mg auf 300 mg möglich), und den niedrigschwelligen Grenzwert für dokumentierte Hypoglykämien (< 70 mg/dL) begründet. Vor diesem Hintergrund kam der G-BA auch für Teilpopulation b zu dem Schluss, dass der Zusatznutzen von Canagliflozin nicht belegt ist.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.