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Linaclotid

Handelsname: Constella®

Anwendungsgebiet: symptomatische Behandlung des moderaten bis schweren Reizdarmsyndroms mit Obstipation*

Pharmazeutischer Unternehmer: Almirall Hermal GmbH

Beginn des Verfahrens: 01.05.2013

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 17.10.2013

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
symptomatische Behandlung des moderaten bis schweren Reizdarmsyndroms mit Obstipation* Ernährungsumstellung entsprechend ärztlicher Beratung sowie symptom-orientierte Behandlung (Obstipation, Blähungen, Krämpfe, Schmerzen) Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Linaclotid ist ein Guanylatcyclase-C-Rezeptor-Agonist mit viszeralen analgetischen und sekretorischen Wirkungen.

Die Nutzenbewertung wurde anhand von drei randomisierten, placebokontrollierten Zulassungsstudien durchgeführt. Keine dieser Studien war jedoch dafür geeignet, einen Vergleich mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie zu zeigen. In zwei der drei Studien waren die Patienten ausdrücklich dazu angehalten, ihre bisherige Ernährung nicht zu verändern. In den Unterlagen zur dritten Studie fanden sich keine Angaben zur Ernährungsberatung und -umstellung. Eine symptomorientierte flexible Anpassung der Behandlung war in allen Studien nicht gestattet. Explizit erlaubt war ausschließlich die Therapie des Symptoms Obstipation mit Hilfe einer Notfallmedikation. Des Weiteren war die Behandlungsphase mit nur 12 Wochen in zwei Studien zu kurz.

Die häufigste unter Linaclotid auftretende Nebenwirkung war eine Diarrhö. Laut EPAR trat diese bei 20% der Patienten im Linaclotid-Arm gegenüber 3% der Patienten im Placebo-Arm auf. Zudem wurden unter Linclotid im Vergleich zu Placebo mehr Therapieabbrüche dokumentiert.

Aus Sicht des G-BA ist der Zusatznutzen von Linaclotid nicht belegt. Die Begründung hierfür ist insbesondere die unzureichende Anpassung der symptomatischen Therapie an die Krankheitssituation sowie die mit 12 Wochen zu kurze Studiendauer in zwei der drei vorgelegten Studien.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Gemäß Fachinformation ist die Notwendigkeit einer fortgesetzten Behandlung ärztlicherseits regelmäßig zu überprüfen. Wenn der Patient nach vier Behandlungswochen keine Besserung seiner Symptome erfahren hat, sollte der Patient erneut untersucht und der Nutzen und die Risiken einer fortgesetzten Behandlung erneut geprüft werden.

Die EMA hat weitere Datenerhebungen hinsichtlich des Sicherheitsprofils von Linaclotid für erforderlich gehalten und wird die finalen Ergebnisse entsprechend ihrer Verfügbarkeit im Risikomanagementplan aktualisieren. Daher ist diesbezüglich insbesondere der Stand der Fachinformation auf Aktualität zu überprüfen. Änderungen sind entsprechend zu berücksichtigen.