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Lixisenatid

Handelsname: Lyxumia®

Anwendungsgebiet: bei Erwachsenen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus in Kombination mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln und/oder Basalinsulin, wenn diese zusammen mit Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend senken*

Pharmazeutischer Unternehmer: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Beginn des Verfahrens: 15.03.2013

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 05.09.2013

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
bei Erwachsenen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus in Kombination mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln und/oder Basalinsulin, wenn diese zusammen mit Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend senken*
a) Add-on Kombination mit Metformin:
Sulfonylharnstoff (Glibenclamid o. Glimepirid) + Metformin Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Add-on Zweifach-Kombination mit einem oralen Antidiabetikum (außer Metformin):
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid o. Glimepirid)** Zusatznutzen ist nicht belegt
c) Add-on Dreifach-Kombination mit oralen Antidiabetika:
Metformin + Humaninsulin*** Zusatznutzen gilt als nicht belegt
d) Add-on Kombination mit einem Basalinsulin mit oder ohne Metformin:
Metformin + Humaninsulin Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.
** Wenn Metformin gemäß Fachinformation nicht geeignet ist, ist Humaninsulin als Therapieoption einzusetzen.
*** Ggf. Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation unverträglich oder nicht ausreichend wirksam ist.


Zusammenfassung:

Lixisenatid ist ein selektiver GLP-1-Rezeptoragonist (Glucagon ähnlicher Peptid-1-Agonist), der die glukoseabhängige Insulinsekretion von pankreatischen Betazellen steigert. Es wird einmal täglich subcutan appliziert. Die Nutzenbewertung erfolgte für die vier oben genannten Anwendungsgebiete:

Für das Anwendungsgebiet a) hat der pharmazeutische Unternehmer zwei adjustierte, indirekte Vergleiche durchgeführt. Diese waren jedoch zur Bewertung des Zusatznutzens nicht geeignet. Im ersten indirekten Vergleich wurde der Sulfonylharnstoff im Vergleichsarm nicht gemäß Fachinformation titriert. Der zweite indirekte Vergleich war ebenfalls nicht geeignet, da die Therapieeffekte aufgrund unterschiedlicher Titrationsschemata im Sulfonylharnstoffarm, HbA1c-Werte oder Unterschiede beim Alter oder BMI (Body Mass Index) nicht interpretiert werden konnten. Der Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Für das Anwendungsgebiet b) hat der pharmazeutische Unternehmer keine Daten vorgelegt. Der Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Für das Anwendungsgebiet c) ist der pharmazeutische Unternehmer von der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie abgewichen zugunsten einer Dreifach-Kombination aus Basalinsulin + Metformin + einem Sulfonylharnstoff. Seiner Begründung hierfür ist der G-BA allerdings nicht gefolgt. Eine Mehrfachkombination aus drei oder mehr blutzuckersenkenden Wirkstoffen wird aufgrund der schlechten Steuerbarkeit und dem erhöhten Risiko für Interaktionen als kritisch angesehen. Der Zusatznutzen gilt daher als nicht belegt.

Für das Anwendungsgebiet d) lag eine Verkettung indirekter Vergleiche vor. Diese konnten jedoch aufgrund nicht identischer Brückenkomparatoren, unterschiedlicher Patientenpopulationen in Hinblick auf HbA1c-Werte und unterschiedlicher Operationalisierungen in Bezug auf Hypoglykämien nicht bewertet werden. Der Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Für die Kombinationstherapie von Lixisenatid mit Dipeptidylpeptidase-4- (DPP-4-) Inhibitoren liegen bislang keine Studien vor.

Die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten (u.a. Lixisenatid) wird mit einem Risiko für die Entwicklung einer akuten Pankreatitis assoziiert. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden.

In einer aktuellen Stellungnahme der EMA wird hinsichtlich Pankreaskarzinomen in Zusammenhang mit einer GLP-1-basierten Therapie (u.a. Lixisenatid) ausgeführt, dass die klinischen Daten zwar nicht auf ein erhöhtes Risiko dieser Substanzen hinweisen, eine endgültige Bewertung des Risikos aufgrund der kurzen Studiendauer und der geringen Fallzahlen jedoch nicht abschließend erfolgen kann.