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Praxisnachrichten

Neues ASV-Behandlungsangebot startet 2015

18.09.2014 - In der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung – kurz ASV – können bald weitere Krankheiten behandelt werden. Für das Marfan-Syndrom und für gynäkologische Tumore leitet der Gemeinsame Bundesausschuss noch im September das Stellungnahmeverfahren ein.

Im Dezember will der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die entsprechenden Anlagen zur ASV-Richtlinie beschließen. Die ersten Patienten könnten im Frühjahr 2015 behandelt werden, sobald Ärzte eine Berechtigung zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung haben. Mit dem Angebot zum Marfan-Syndrom wird die ASV um eine seltene Erkrankung und mit dem Angebot für gynäkologische Tumore um eine onkologische Erkrankung mit schwerer Verlaufsform erweitert.

ASV: Interdisziplinär in Praxen und Kliniken

Die ASV ist ein neuer Versorgungsbereich für Patienten, die an einer bestimmten schweren oder seltenen Erkrankung leiden. Interdisziplinäre Teams aus Praxis- und Klinikärzten übernehmen die ambulante hochspezialisierte Behandlung – und das erstmals zu gleichen Rahmenbedingungen. Die Ärzte müssen besondere Qualitätsanforderungen erfüllen.

Gestartet war die ASV im April 2014 mit einem Behandlungsangebot für Tuberkulose-Patienten. Im Juli folgten die gastrointestinalen Tumore und Tumore der Bauchhöhle. Die ersten Teams haben inzwischen ihre Arbeit aufgenommen.

Wie der neue Versorgungsbereich funktioniert, regelt die ASV-Richtlinie des G-BA. In den Anlagen werden die allgemeinen Regeln für jede ASV-Indikation konkretisiert. Welche Fachärzte zum Behandlungsteam gehören, welche Anforderungen sie erfüllen müssen oder welche Leistungen im Rahmen der ASV durchgeführt werden dürfen, all das beschreibt die jeweilige Anlage.

So können Ärzte an der ASV teilnehmen

Ärzte, die an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung teilnehmen wollen, benötigen eine ASV-Berechtigung. Dazu zeigen sie gemeinsam mit ihren Team-Kollegen ihre Teilnahme beim erweiterten Landesausschuss an. Dieser prüft, ob die Ärzte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Für die ASV werden die 17 Landesausschüsse der Ärzte und Krankenkassen um Vertreter der jeweiligen Landeskrankenhausgesellschaft erweitert (Übersicht und Kontaktdaten).

Der Ausschuss hat dafür zwei Monate Zeit. Wenn binnen zwei Monaten ein zustimmender Bescheid ergeht oder keine Ablehnung erfolgt, kann das Team an der ASV teilnehmen. Die Berechtigung gilt immer nur für eine ASV-Indikation.

Hinweis: Die erweiterten Landesausschüsse können offiziell erst mit der Bearbeitung von Anträgen beginnen, wenn die jeweilige Anlage zur ASV-Richtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Die Bearbeitungsfrist beginnt jeweils am Tag nach der Veröffentlichung.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen in Deutschland. Als Entscheidungsgremium mit Richtlinienkompetenz legt er innerhalb des vom Gesetzgeber bereits vorgegebenen Rahmens fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Einzelnen übernommen werden. Zudem hat der G-BA weitere wichtige Aufgaben im Bereich des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung. www.g-ba.de

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