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Gesetzgeber macht Druck bei Online-Vernetzung

22.01.2015 - Der jetzt von der Bundesregierung vorgelegte Referentenentwurf für ein eHealth-Gesetz enthält klare Vorgaben für die elektronische Vernetzung im Gesundheitsbereich. Endlich gehe es auch um sinnvolle Anwendungen wie telemedizinische Leistungen, elektronische Arzt- und Entlassbriefe, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.

Das seien Mehrwerte für Patienten und Ärzte, die von den Krankenkassen bislang behindert wurden. Diese seien fast nur daran interessiert gewesen, dass der Abgleich der Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte in den Praxen erfolge könne und sie dadurch entlastet würden. Eine Pflicht für Praxen, die Aufgaben der Kassen zu übernehmen, habe die KBV immer abgelehnt und tut dies auch weiterhin.

Gassen lehnt Sanktionen ab

Scharfe Kritik übte Gassen an den geplanten Sanktionen der Politik. Danach sollen Ärzte finanziell in die Pflicht genommen werden, die langfristig nicht beim online-Versichertenstammdatenabgleich mitmachen. Solche Maßnahmen machten es nur schwerer, die notwendige Akzeptanz zu schaffen, warnte der KBV-Chef. Entscheidend seien die medizinischen Mehrwerte.

Sicheres Netz wird eingebunden

Gassen wies darauf hin, dass das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen bereits eine Fülle von Anwendungen biete, zum Beispiel den elektronischen Arztbrief. Durch die im eHealth-Gesetz vorgesehene Einbindung des Netzes in die Telematikinfrastruktur könnten diese weiterhin genutzt werden. Dies sei eine sehr begrüßenswerte Klarstellung des Gesetzgebers, betonte er.

Mittlerweile nutzen über 56.000 Ärzte und Psychotherapeuten das sichere Netz. Alleine im letzten Quartal sei die Zahl der KV-SafeNet*-Nutzer um etwa 3.000 gestiegen.

Zusätzliche Vergütung von elektronischen Arztbriefen

Ärzte, die elektronische Arztbriefe verschicken, sollen nach den Plänen der Politik im Rahmen einer Anschubfinanzierung 2016 und 2017 eine zusätzliche Vergütungspauschale erhalten. Zudem will die Bundesregierung, dass telemedizinische Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab ausgebaut und mit Zuschlägen gefördert werden. Vergütet werden soll auch die Erstellung eines Notfalldatensatzes.

Die Telematikinfrastruktur

Mit der Gesundheitsreform 2004 hatte der Gesetzgeber die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beschlossen. Um diesen gesetzlichen Auftrag umzusetzen, gründeten die Spitzenverbände des Gesundheitswesens – darunter KBV, Bundesärztekammer und GKV-Spitzenverband – die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, kurz gematik. Ihre Aufgabe: Die Einführung der eGK und der dafür notwendigen Telematikinfrastruktur (TI).

Die Telematikinfrastruktur soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen vernetzen und den Datenaustausch auch über Sektorengrenzen hinweg erleichtern.

Ziel ist, dass medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schneller verfügbar sind. Darüber hinaus sollen Verwaltungsabläufe, zum Beispiel in Arztpraxen, durch die Online-Kommunikation vereinfacht werden. Oberste Priorität hat dabei die Datensicherheit.

Sobald die Telematikinfrastruktur steht, soll das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) angebunden werden. Dafür finden bereits erste Tests statt, damit nach der Einführung der TI das SNK und dessen Anwendungen weiterhin für Ärzte und Psychotherapeuten zur Verfügung stehen. Auch mit der TI soll das Anwendungsnetzwerk der KVen in der Hand der Ärzteschaft bleiben.

Das sichere Netz der KVen

Online abrechnen, elektronisch dokumentieren oder mit den Kollegen Befunde austauschen – im sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) steht bereits ein breites Spektrum an Online-Anwendungen zur Verfügung.

Rund 56.000 Ärzte und Psychotherapeuten sind bislang eingeloggt und profitieren von den vielfältigen Diensten. Die Vertragsärzte haben sozusagen ihr eigenes Intranet – abgetrennt und geschützt vom „echten“ Internet.

Das sichere Netz bietet höchste Sicherheit beim Online-Datentransfer. Der Zugang erfolgt zum Beispiel über einen KV-SafeNet*-Anschluss, der die gesamte Praxis vernetzt.

KBV und KVen haben das sichere Netz aufgebaut, um Ärzten und Psychotherapeuten eine Möglichkeit zu bieten, datenschutzkonform elektronisch zu kommunizieren. Auslöser war die Einführung der Online-Abrechnung vor Jahren.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen mussten den Termin mehrmals verschieben, weil die von der Bundesregierung beschlossene Telematikinfrastruktur (TI) für das Gesundheitswesen nicht fertig war. Das sichere Netz soll nun an die TI angebunden werden, sobald diese steht. Die Online-Anwendungen sind dann darüber erreichbar.

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