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Noch keine Einigung beim Honorar für Psychotherapeuten

25.06.2015 - Über die Höhe der psychotherapeutischen Vergütung muss jetzt der Erweiterte Bewertungsausschuss entscheiden. Die Verhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband sind am Dienstag gescheitert.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung wollte erreichen, dass die Bewertung antragspflichtiger psychotherapeutischer Leistungen (EBM-Abschnitt 35.2) rückwirkend ab 2012 um rund 5,4 Prozent erhöht wird. Damit wäre das Honorar für eine Therapiestunde im Jahr 2012 im Schnitt um 4,35 Euro auf etwa 85,50 Euro gestiegen.

Für das laufende Jahr hätte dies eine Anhebung auf 88,65 Euro bedeutet. Der Antrag der KBV sah ferner vor, dass überdurchschnittlich ausgelastete Praxen einen Strukturzuschlag von bis zu 15.000 Euro im Jahr erhalten.

Kassen sehen keinen Anpassungsbedarf

Beide Vorschläge hatten die Krankenkassen im Bewertungsausschuss abgelehnt. Die Kassen sahen keine Notwendigkeit für eine Erhöhung der Bewertung. Ihrer Ansicht nach ist die derzeitige Vergütung angemessen. Die KBV hat deshalb den Erweiterten Bewertungsausschuss eingeschaltet. Das Schiedsgremium will im August eine Entscheidung treffen.

Gassen: Psychotherapie zu niedrig bewertet

„Unsere Überprüfung hat ergeben, dass die antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen zu niedrig bewertet sind. Das sollten auch die Krankenkassen anerkennen“, betonte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen. Die KBV fordere nur das, was den ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten auch zustehe.

Ein Streitpunkt in den Verhandlungen war der Strukturzuschlag. Dieser Zuschlag sollte die höheren Aufwendungen der Praxisorganisation, zum Beispiel durch die Beschäftigung von Personal, abdecken. Daneben wollte die KBV damit einen Anreiz schaffen, dass Psychotherapeuten künftig mehr antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen anbieten und so der steigende Bedarf besser gedeckt werden kann.

Bewertung der Leistungen auf dem Prüfstand

KBV und der GKV-Spitzenverband hatten den Auftrag zu prüfen, ob die Bewertung der antragspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen angemessen ist. Ist dies nicht der Fall, sollte der Bewertungsausschuss eine Anpassung beschließen. Basis für die Überprüfung ist das Jahr 2012.

Die Überprüfung geht zurück auf mehrere Bundessozialgerichtsurteile. Die Richter hatten entschieden, dass eine vollausgelastete psychotherapeutische Praxis einen Ertrag erzielen können muss, der dem bestimmter Fachärzte im unteren Einkommensbereich entspricht.

Zu der Vergleichsgruppe gehören Augenärzte, Chirurgen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Hautärzte, Orthopäden und Urologen. Außerdem soll es Therapeuten, die 36 Therapiestunden pro Woche anbieten und damit als vollausgelastet gelten, möglich sein, eine Halbtagskraft für die Praxisorganisation zu beschäftigen.

Vergütung seit 2012 extrabudgetär

Die Vergütung genehmigungspflichtiger psychotherapeutischer Leistungen erfolgt seit 2013 außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär. Zwar wurde auch schon davor jede Behandlung 1:1 bezahlt – allerdings mit der Folge, dass Mehrkosten bei einer Leistungsausweitung aus dem fachärztlichen Honorartopf beglichen werden mussten. Seit 2013 müssen die Krankenkassen dafür aufkommen.

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