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Praxisnachrichten

98 Prozent der Ärzte erfüllen Fortbildungspflicht

02.07.2015 - In Sachen Fortbildung sind Vertragsärzte und -psychotherapeuten äußerst vorbildlich. Rund 98 Prozent kommen fristgerecht ihrer Fortbildungspflicht nach, wie Auswertungen der KBV zeigen.

„Die hohe Quote belegt, dass es für Ärzte und Psychotherapeuten selbstverständlich ist, sich kontinuierlich fortzubilden“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Er wies darauf hin, dass sich das Wissen in der Medizin etwa alle fünf Jahre verdopple. „Wenn wir manche Behandlung heute noch so durchführen würden, wie wir es in der Ausbildung gelernt haben, könnten die Patienten uns zu Recht eine Fehlbehandlung vorwerfen.“

Alle fünf Jahre mindestens 250 Punkte

Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind entsprechend der Berufsordnungen und nach dem Sozialgesetz verpflichtet, sich kontinuierlich fortzubilden, um die Weiterentwicklung ihrer beruflichen Kompetenz zu gewährleisten. Seit 2004 müssen sie dies alle fünf Jahre belegen und dazu mindestens 250 Fortbildungspunkte gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. In der Regel erfolgt das durch ein Zertifikat der zuständigen Ärzte- oder Psychotherapeutenkammer.

Für Ärzte und Psychotherapeuten, die vor dem 30. Juni 2004 zugelassen waren, endete vor einem Jahr bereits zum zweiten Mal der Nachweiszeitraum. Bis 30. Juni 2014 waren bundesweit 93.206 Ärzte und Psychotherapeuten aufgefordert, die verlangte Punktzahl zu dokumentieren. 91.410 und damit etwa 98 Prozent von ihnen sind ihrer Fortbildungspflicht fristgerecht nachgekommen.

Bei Nichteinhaltung droht Zulassungsentzug

Kommen Ärzte und Psychotherapeuten ihrer Verpflichtung nicht nach, drohen nach der gesetzlichen Regelung Sanktionen: zunächst eine Kürzung des Honorars um zehn Prozent, nach vier Quartalen um 25 Prozent. Wird die fehlende Fortbildung innerhalb von zwei Jahren nicht nachgeholt, kann sogar die Zulassung entzogen werden. Ein entsprechendes Urteil hatte das Bundessozialgericht im Februar dieses Jahres in einem Fall bestätigt, bei dem eine Vertragsärztin ihre Fortbildungspflicht trotz mehrfacher Erinnerung nicht erfüllte (AZ: B 6 KA 37/14 B).

Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 d SGB V

Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten müssen – unabhängig davon, ob sie niedergelassen, ermächtigt oder angestellt sind – innerhalb eines Fünfjahreszeitraums mindestens 250 Fortbildungspunkte gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Für Ärzte und Psychotherapeuten, die am 30. Juni 2004 bereits zugelassen waren, endete der erste Nachweiszeitraum am 30. Juni 2009. Für alle anderen beginnt er mit dem Datum der Zulassung / Anstellung / Ermächtigung und endet nach fünf Jahren.

Kann ein Arzt oder Psychotherapeut die 250 Punkte nicht vorlegen, ist die KV laut Gesetz verpflichtet, sein Honorar zu kürzen: zunächst um zehn Prozent, nach einem Jahr um 25 Prozent. Die Honorarkürzung endet erst nach Ablauf des Quartals, in dem der Betroffene die vollständige Fortbildung belegt. Ärzte und Psychotherapeuten haben dafür maximal zwei Jahre Zeit. Wer seine Fortbildungspflicht bis dahin nicht erfüllt, riskiert seine Zulassung. Die KV ist dann nämlich verpflichtet, beim Zulassungsausschuss unverzüglich einen Antrag auf Entziehung der Zulassung zu stellen.

Im KBV-Fortbildungsportal punkten

Die KBV bietet in ihrem Fortbildungsportal interessierten Vertragsärzten unabhängige, zertifizierte Online-Schulungen zu verschiedenen Arzneimitteln und zum MRSA-Keim (Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus) an. Nach dem Selbststudium können Vertragsärzte im Fortbildungsportal ihr Wissen anhand von Multiple-Choice-Fragen testen. Je Fortbildung gibt es bis zu zwei CME-Punkte, die auf Wunsch automatisch an die zuständige Ärztekammer übermittelt werden.

Ab Mitte August im sicheren Netz

Das Fortbildungsportal steht ab Mitte August im sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) bereit. Der Umzug aus dem Internet in das SNK soll am 17. August abgeschlossen sein.
Hinweis: Sollten Sie noch keinen Zugang in das sichere Netz haben, wenden Sie an Ihre KV. Mehr Information finden Sie hier.

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