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Ärzte sollten jetzt Vertragsarztstempel anpassen

16.07.2015 - Bei der Verordnung von Arzneimitteln und Medizinprodukten müssen Ärzte seit dem 1. Juli auch ihren Vornamen und eine Telefonnummer auf dem Rezept angeben. Eine handschriftliche Ergänzung durch den Arzt ist zulässig. Die KBV empfiehlt jedoch, den Vertragsarztstempel anzupassen oder neue Vordrucke zu bestellen.

Viele Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) haben schon seit Jahren in ihren regionalen Vorgaben zum Vertragsarztstempel geregelt, dass der Vorname des verschreibenden Arztes und eine Telefonnummer im Stempel anzugeben sind. Insofern mussten die meisten Arztpraxen nicht tätig werden, als der Gesetzgeber zum 1. Juli 2015 die Arzneimittelverschreibungsverordnung und die Medizinprodukte-Abgabeverordnung geändert hat und beide Angaben seitdem auf Rezepten verpflichtend sind.

Ärzte, die ihren Vertragsarztstempel auf das Rezeptformular drucken und Vorname sowie Telefonnummer bislang nicht angegeben haben, müssen für die korrekte Bedruckung des Rezeptformulars die Einstellungen in ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) anpassen. Wer hierbei Hilfe benötigt, kann sich an seinen PVS-Anbieter wenden. Die KBV hat diese über die zusätzlichen Pflichtangaben informiert.

Neue Rezepte mit vollständigen Angaben bestellen

Ärzte, die Rezeptvordrucke mit bereits eingedrucktem Arztstempel verwenden, dürfen ihren Vornamen und die Telefonnummer auch handschriftlich ergänzen oder mit einem normalen Stempel auf dem Formular angeben. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Vorname nicht abgekürzt werden darf.

Ein Abzeichnen dieser Änderungen auf Muster 16 durch den Arzt ist zwar nicht erforderlich, kann aber möglichen Rückfragen von Apothekern vorbeugen. Apotheker dürfen eventuell fehlende Angaben auf dem Rezeptformular nicht selbst ergänzen. Die KBV empfiehlt jedoch, vorgefertigte Rezeptformulare nur noch übergangsweise zu verwenden und neue Rezepte mit vollständigen Angaben zu bestellen.

Ersatzkassen verzichten vorübergehend auf Retaxationen

Derzeit kommt es in Arztpraxen vermehrt zu Anfragen von Apothekern vor dem Hintergrund befürchteter Regressforderungen, sogenannter Retaxationen. Ob Apotheker Retaxationen wegen fehlender Angaben wie Vorname oder Telefonnummer auf Muster 16 fürchten müssen, ist unklar.

Allerdings haben sich die Ersatzkassen mit dem Deutschen Apothekerverband nach eigenen Angaben auf eine Friedenspflicht verständigt: Verordnungen, bei denen die Telefonnummer fehlt, sollen in den ersten drei Monaten nicht beanstandet werden.

Eine vergleichbare Regelung für alle Krankenkassen besteht nicht und konnte durch die KBV mit dem GKV-Spitzenverband trotz anfänglich positiver Signale auch nicht herbeigeführt werden.

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