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Praxisnachrichten

Bundesweite Befragung zu Praxiskosten startet

16.07.2015 - Mehrere tausend niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sind aufgefordert, Auskunft zur wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis zu geben. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung schreibt dazu in den nächsten Wochen etwa jede dritte Praxis an. Die Befragung liefert wichtige Daten für die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen.

Gassen ruft zur Teilnahme auf

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen ruft Ärzte und Psychotherapeuten auf, sich auch in diesem Jahr wieder am Zi-Praxis-Panel (ZiPP) zu beteiligen. „Je größer der Rücklauf ist, desto aussagefähiger sind die Informationen“, betonte er.

ZiPP stelle eine wichtige Datengrundlage für die Honorarverhandlungen von KBV und Krankenkassen sowie für die Weiterentwicklung des EBM dar. Diese seien gesetzlich verpflichtet, die Entwicklung der Betriebs- und Investitionskosten bei der jährlichen Anpassung des Orientierungswertes und damit der Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen zu berücksichtigen.

Mit dem Praxis-Panel untersucht das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) die Wirtschaftslage und die Versorgungsstrukturen in den Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. Die Erhebung erfolgt seit 2010 jährlich im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Wirtschaftsjahre 2011 bis 2014 im Fokus

Bei der aktuellen Befragung geht es um Daten aus dem Zeitraum 2011 bis 2014, zum Beispiel zu Aufwendungen und Erlösen der Praxis aus kassen- und privatärztlicher Tätigkeit. Auch Informationen zur Personalausstattung, zur Versorgungsstruktur sowie zur Arbeitszeit der Praxisinhaber und Praxismitarbeiter werden benötigt.

Teilnahme bis Ende September möglich

Die angeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten bekommen einen mehrseitigen Fragebogen, den sie bis Ende September ausfüllen sollen. Die Angaben müssen vom Steuerberater testiert werden. Für den Aufwand bei Arzt und Steuerberater zahlt das Zi eine Aufwandspauschale von 200 Euro für Einzelpraxen und 350 Euro für Gemeinschaftspraxen.

Neu: „Chefübersicht“ für Online-Teilnehmer

Praxen, die online ihre Daten erfassen und übermitteln, profitieren in diesem Jahr erstmals von einem neuen Service: Sie erhalten kostenfrei einen persönlichen Finanzbericht mit Planungsoption. Die sogenannte Chefübersicht gibt dem Praxisinhaber einen Überblick zu den Praxisfinanzen und unterstützt ihn bei der Planung des kommenden Jahres.

Nach Abschluss der Datenauswertung erhalten zudem alle Teilnehmer einen individuellen Praxisbericht mit Vergleichskennzahlen. Anhand der Kennzahlen können sie einschätzen, wo ihre Praxis im Vergleich zur Fachgruppe wirtschaftlich steht.

ZiPP ist die einzige fachübergreifende repräsentative Erhebung, die eine Beurteilung der wirtschaftlichen Situation der Praxen über mehrere Jahre zulässt. An den vergangenen fünf Erhebungen haben sich bereits rund 13.200 Ärzte und Psychotherapeuten aus rund 10.900 Praxen beteiligt. Alle diese Ärzte und Psychotherapeuten werden jetzt wieder angeschrieben. Weitere Praxen wurden per Zufallsprinzip ausgewählt.

Hotline für Praxen

Für Ärzte und Psychotherapeuten, die Fragen rund um das Praxis-Panel haben, hat das Zi eine Hotline eingerichtet: 030 4005-2444 (Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr).

Das Zi-Praxis-Panel

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) führt das Praxis-Panel jährlich im Auftrag der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen durch. Es untersucht damit die Wirtschaftslage und die Versorgungsstrukturen in den Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. In die Analyse fließen Daten zur kassen- und privatärztlichen Tätigkeit ein. Seit 2006 stehen damit wichtige Daten für die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen bereit.

Je mehr Ärzte und Psychotherapeuten sich an der Umfrage zu den Betriebs- und Investitionskosten in ihrer Praxis beteiligen, desto aussagekräftiger ist die Datengrundlage. Um eine Entwicklung abbilden zu können, ist es besonders wichtig, dass sich möglichst über mehrere Jahre hinweg dieselben Praxen beteiligen. Für die hohe Validität der erhobenen Daten spricht auch, dass die Angaben der Ärzte und Psychotherapeuten von einem Steuerberater testiert werden müssen. Im vergangenen Jahr nahmen rund 5.600 Ärzte und Psychotherapeuten am ZiPP teil.

Abschlussbericht 2013

Das Zi hat jetzt den Abschlussbericht für das Jahr 2013 vorgelegt. Danach blieb der Jahresüberschuss der Ärzte und Psychotherapeuten von 2009 bis 2011 – unter Berücksichtigung der Inflationsrate – nahezu unverändert. Deutlich erhöhten sich die Betriebskosten: Sie stiegen im Berichtszeitraum je nach Fachgruppen um bis zu 5,9 Prozent je Jahr. Aktuell wertet das Institut die Daten aus der Erhebung 2014 aus.

ZiPP-Jahresberichte

Neuer Service: „Chefübersicht“

Wesentliche Kennzahlen der Praxis per Knopfdruck – mit der „Chefübersicht“ des Zi ist das schnell und einfach möglich. Das Institut stellt den Service in diesem Jahr erstmals allen ZiPP-Teilnehmern zur Verfügung, die online an der Befragung teilnehmen. Praxisinhaber und Steuerberater erfassen dazu einfach alle abgefragten Daten elektronisch. Diese werden für die „Chefübersicht“ im Hintergrund automatisch aufbereitet.

Ärzte und Psychotherapeuten können jederzeit auf die Analysen zugreifen, sobald die Eingabe der Daten abgeschlossen ist. Sie erhalten so eine gute Übersicht zur wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis – aktuell für die Jahre 2011 bis 2014.

Und noch etwas ist möglich: Praxisinhaber können das neue Online-Tool für ihre Planungen nutzen. So können sie Berechnungen zur Entwicklung der Personal- oder Raumkosten vornehmen und prüfen, wie sich die Aufwendungen insgesamt verändern.

ZiPP-Chefübersicht für Online-Teilnehmer: Muster-Beispiel (PDF, 100 KB)

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