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Gesetzgeber vereinfacht Regelung zum Krankengeld

27.08.2015 - Für den Bezug von Krankengeld reicht es aus, dass sich Patienten an dem Tag nach Auslaufen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei ihrem Arzt vorstellen. Die neue Regelung gilt seit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes Ende Juli.

Die alte Vorgabe, wonach die Krankschreibung spätestens an dem Tag, an dem die Arbeitsunfähigkeit (AU) endete, verlängert werden musste, hatte häufig für Verwirrung gesorgt. Mit der jetzt vorgenommenen Änderung gilt für das Krankengeld dieselbe Praxis wie für die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber: Die Folgebescheinigung muss spätestens am Tag nach Auslaufen der letzten Bescheinigung ausgestellt werden.

Dies bedeutet: Gilt die AU-Bescheinigung zum Beispiel bis Dienstag, muss sich der Patient für den Bezug von Krankengeld spätestens am Mittwoch erneut beim Vertragsarzt vorstellen. Dann erhält er ab Mittwoch von seiner Krankenkasse weiter Krankengeld. Nach der alten Regelung hätte er bereits am Dienstag bei seinem Arzt vorstellig werden müssen, um ab Mittwoch Krankengeld zu beziehen.

In der Vergangenheit war es immer wieder vorgekommen, dass Patienten den Anspruch auf Krankengeld verloren hatten, weil die Arbeitsunfähigkeit gegenüber der Kasse nicht lückenlos nachgewiesen wurde. In einigen Fällen kam es sogar zu Forderungen von Schadensersatzansprüchen gegen Ärzte, weil die Patienten den Vorwurf erhoben, nicht informiert worden zu sein.

Hinweis für Patienten auf der neuen AU-Bescheinigung

Auf der neuen AU-Bescheinigung, die es ab Januar 2016 gibt, werden Patienten ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit für den Erhalt von Krankengeld erforderlich ist und sie rechtzeitig ihren Arzt aufsuchen müssen. Sie erhalten dazu einen Durchschlag der Bescheinigung.

Auch für Ärzte gibt es eine Verbesserung: Mit der neuen AU-Bescheinigung (Muster 1) fällt der sogenannte Auszahlschein für Krankengeld (Formular 17) weg. Er wird in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung integriert, sodass es für „Krankschreibungen“ nur noch ein Formular gibt. Auf die Vereinfachung hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband verständigt.

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