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Orientierungswert steigt um 1,6 Prozent - Honorarverhandlungen beendet

24.09.2015 - Der Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigt im nächsten Jahr um 1,6 Prozent. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss am Dienstag gegen die Stimmen der Ärzteseite festgelegt. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen bezeichnete das Ergebnis als „enttäuschend“.

Der Orientierungswert erhöht sich demnach ab 1. Januar 2016 von jetzt 10,2718 Cent auf 10,4361 Cent. Der Anstieg liege damit deutlich unter dem, was die KBV gefordert habe, sagte Gassen in einem Video-Interview mit KV-on. Er kritisierte, dass die gestiegenen Investitions- und Praxiskosten nicht in voller Höhe ausgeglichen würden. Dies sei kein gutes Signal an die Ärzteschaft. Die KBV habe deshalb gegen den Beschlussantrag gestimmt.

Rund 800 Millionen Euro mehr

Mit dem Beschluss zum Orientierungswert und damit zu den Preisen für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen sind die Honorarverhandlungen für das Jahr 2016 auf Bundesebene beendet. Im nächsten Jahr stehen insgesamt rund 800 Millionen Euro mehr für die ambulante Versorgung der rund 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten zur Verfügung. Davon entfallen etwa 550 Millionen Euro auf den höheren Orientierungswert.

Jetzt verhandelt die Landesebene

Weitere rund 250 Millionen Euro müssen die Krankenkassen mehr bereitstellen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älterwerdenden Bevölkerung zu decken. Über die genaue Höhe dieses Betrages verhandeln ab Herbst die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mit den Krankenkassen auf Landesebene.

Der Bewertungsausschuss beschloss hierzu Mitte August für jeden KV-Bereich zwei regionale Veränderungsraten – für die Morbidität und für die Demografie. Bei den Raten handelt es sich um Empfehlungen.

Die Honorarverhandlungen hatten Mitte August auf Bundesebene begonnen. Während sich KBV und GKV-Spitzenverband bei der Leistungsmenge schnell einigen konnten, gab es Streit über die Preise. Die Krankenkassen wollten den Orientierungswert nur um 0,4 Prozent anheben. Die KBV forderte hingegen ein Plus von 2,6 Prozent. Da auf dem Verhandlungsweg keine Einigung erreicht werden konnte, musste der Erweiterte Bewertungsausschuss entscheiden.

Beschluss zur Vergütung Psychotherapie

Eine einvernehmliche Lösung wurde unterdessen am Dienstag zur Anpassung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen erzielt. Nachdem sich Krankenkassen und KBV vor zwei Wochen auf Eckpunkte verständigt hatten, beschloss der Erweiterte Bewertungsausschuss die Anhebung. Demnach steigt die Vergütung für Psychotherapeuten jährlich um rund 80 Millionen Euro. Über die Details berichten die PraxisNachrichten in der nächsten Ausgabe am 1. Oktober.

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