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Kein Antrag auf den Antrag mehr - Verordnung von Reha wird einfacher

15.10.2015 - Die Verordnung von medizinischer Rehabilitation wird deutlich einfacher. Das Formular 60 fällt ab 1. April 2016 weg. Damit ist kein „Antrag auf den Antrag“ mehr erforderlich. Auch dürfen dann alle Vertragsärzte Rehabilitationsleistungen verordnen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Änderung am Donnerstag auf den Weg gebracht. Die Rehabilitations-Richtlinie wurde entsprechend geändert.

Feldmann: Deutliche Entlastung für Praxen

„Wir haben erreicht, dass das von Ärzten immer wieder kritisierte zweistufige Verordnungsverfahren endlich abgeschafft wird“, betonte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann. Damit würden die Praxen deutlich entlastet.

Ab April 2016 können Vertragsärzte Rehabilitationsleistungen direkt auf dem Formular 61 verordnen. Das Formular 60 zur Einleitung von Leistungen zur Rehabilitation oder alternativen Angeboten entfällt. Bisher nutzen Ärzte das Formular, um vor der Verordnung prüfen zu lassen, ob die gesetzliche Krankenversicherung leistungsrechtlich zuständig ist. Diese Prüfung ist künftig nicht mehr vorgeschrieben.

Sollte sich ein Arzt bei einem Patienten nicht sicher sein, ob die gesetzliche Krankenversicherung leistungsrechtlich zuständig ist oder ein anderer Kostenträger, zum Beispiel die Unfall- oder Rentenversicherung, kann er dies vorab von der Krankenkasse klären lassen.

Dazu wird es einen neuen Teil A auf Formular 61 (Beratung zu medizinischer Rehabilitation / Prüfung des zuständigen Rehabilitationsträgers) geben, den der Arzt für seine Anfrage nutzen kann. Hierüber kann auch eine Beratung des Patienten durch die Krankenkassen veranlasst werden.

Künftig kann jeder Vertragsarzt Reha verordnen

Zudem kann künftig jeder Vertragsarzt eine medizinische Rehabilitation verordnen. Der Nachweis einer zusätzlichen Qualifikation ist nicht mehr erforderlich. Damit entfällt die bislang notwendige Abrechnungsgenehmigung.

Um die speziellen Kenntnisse in der Anwendung der ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit), die zwar weitestgehend Gegenstand der ärztlichen Weiterbildung sind, gegenenfalls zu erweitern und zu vertiefen, wird es zukünftig Fortbildungsveranstaltungen der Kassenärztlichen Vereinigungen geben.

Formular noch in Detailabstimmung

Derzeit erfolgen noch die Detailabstimmungen zur Anpassung des Formulars zur Verordnung einer Rehabilitation zwischen KBV und GKV-Spitzenverband. Die PraxisNachrichten werden – sobald diese abgeschlossen sind – darüber berichten.

Weiteres „Bürokratiemonster“ weg

Erst im Sommer konnte sich die KBV mit den Krankenkassen auf ein neues Formular zur Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit einigen. Es löst ab Januar die Auszahlscheine für Krankengeld ab. Mit der Abschaffung des zweistufigen Verfahrens zur Verordnung von Rehabilitationsleistungen sei ein weiteres „Bürokratiemonster“ weg, sagte Feldmann.

„Antrag auf Antrag“ beim zweistufigen Verfahren

Das bisherige Verfahren sieht vor, dass Vertragsärzte vor der Verordnung einer Reha-Maßnahme zunächst prüfen lassen müssen, ob die gesetzliche Krankenversicherung leistungsrechtlich zuständig ist. Dafür nutzen sie das Formular 60, wodurch der „Antrag auf den Antrag“ zum Inbegriff von Überbürokratie avancierte. Erst dann erhalten sie von der Kasse das Formular 61 zur Ausstellung einer Verordnung.

Die Verordnung selbst dürfen nur Ärzte ausstellen, die dafür eine Genehmigung haben. Dies führt mitunter dazu, dass Patienten einen weiteren Arzt aufsuchen müssen, wenn ihr Arzt keine Genehmigung besitzt.

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