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Praxisnachrichten

Ambulante Palliativversorgung wird gestärkt

12.11.2015 - Mit dem neuen Hospiz- und Palliativgesetz wird sich nach Ansicht der KBV die Versorgung in diesem sensiblen Bereich flächendeckend verbessern. Der KBV-Vorstand sieht in dem Gesetz einen „richtigen und längst überfälligen Schritt“.

„Das ist der richtige Ansatz, um schwerkranke und sterbende Menschen zu Hause, in einer Pflegeeinrichtung oder einem Hospiz entsprechend ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen betreuen zu können“, betonte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann. Der stringente Ausbau der ambulanten Versorgung sei sinnvoll und erforderlich, fügte sie hinzu. Viel zu viele Menschen würden nach wie vor im Krankenhaus und dort auf akutmedizinisch ausgerichteten Intensivstationen versterben.

Das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland war in der vergangenen Woche vom Deutschen Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet worden und wird voraussichtlich noch dieses Jahr in Kraft treten.

Zusätzliche Vergütung für Hausärzte

Ziel des Hospiz- und Palliativgesetzes ist es, medizinische und pflegerische Leistungen für schwerstkranke Menschen flächendeckend zu gewährleisten. Dazu beinhaltet das Gesetz vielfältige Maßnahmen. So erhalten Hausärzte, die sich der Versorgung Sterbender widmen, für die aufgewendete Zeit und ihr Engagement eine zusätzliche Vergütung.

Darüber hinaus soll die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) vor allem im ländlichen Bereich ausgebaut werden. Insgesamt wird die Palliativversorgung künftig Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung sein.

Wesentliche Regelungen des Hospiz- und Palliativgesetzes

Verbesserung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung

Zur Stärkung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung durch Haus- und Fachärzte müssen die Krankenkassen zusätzliche Mittel bereitstellen. Damit sollen Leistungen finanziert werden, die die Qualität der Versorgung erhöhen und Kooperationen zwischen den Beteiligten befördern. Ärzte, die diese Leistungen erbringen, müssen besondere Qualifikationsanforderungen erfüllen und sich an der Netzwerkarbeit oder einem gemeinsamen Fallmanagementbeteiligen. Die Vergütung erfolgt zunächst extrabudgetär.

Ausbau der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung

Die vertragliche Umsetzung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) wird erleichtert, um insbesondere im ländlichen Raum den weiteren Aufbau entsprechender Strukturen zu fördern. Auch wird ein gesetzliches Schiedsverfahren ermöglicht.

Stärkung der Palliativpflege

Die häusliche Krankenpflege ist in der ambulanten Palliativversorgung von Menschen, die ihre letzte Lebensphase in der häuslichen Umgebung verbringen, von erheblicher Bedeutung. Der Leistungsanspruch wird gesetzlich klargestellt. Der Gemeinsame Bundesausschuss wird beauftragt, die Richtlinie über die Verordnung häuslicher Krankenpflege um entsprechende Hinweise zur Palliativpflege zu ergänzen.

Mehr Mittel für Hospizversorgung

Stationäre Hospize erhalten eine bessere finanzielle Ausstattung. So tragen Krankenkassen künftig auch bei Einrichtungen für Erwachsene 95 Prozent statt nur 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Bei Kinderhospizen ist dies bereits jetzt so. Mehr Mittel fließen außerdem in die ambulante Hospizarbeit. Sie soll vor allem in stationären Pflegeeinrichtungen stärker berücksichtigt werden.

Kooperation zwischen Vertragsärzten und Pflegeheimen

Pflegeheime sollen Kooperationsverträge mit Haus- und Fachärzten abschließen. Zugleich wird die Teilnahme von Vertragsärzten an solchen Kooperationsverträgen finanziell durch eine entsprechende Vergütung gefördert. Die Finanzierung erfolgt durch die gesetzlichen Krankenkassen zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Anspruch auf Beratung

Die Versicherten haben einen Anspruch auf individuelle Beratung durch die gesetzlichen Krankenkassen bei der Auswahl von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung.

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