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Praxisnachrichten

Neue ASV-Indikation kann an den Start gehen

17.12.2015 - In der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung können künftig auch Patienten mit pulmonaler Hypertonie behandelt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am heutigen Donnerstag eine entsprechende Anlage zur ASV-Richtlinie beschlossen.

In der Anlage ist festgelegt, welche personellen, sächlichen und organisatorischen Anforderungen Ärzte erfüllen müssen, um Patienten mit einer pulmonalen Hypertonie in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) betreuen zu können. So muss die Behandlung durch Kardiologen und/oder Pneumologen erfolgen. Sie bilden das ASV-Kernteam. Darüber hinaus können bei Bedarf Experten weiterer Fachrichtungen hinzugezogen werden, zum Beispiel Gastroenterologen und Psychotherapeuten.

Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden, können auch Kinder- und Jugendmediziner mit Schwerpunkt Kinder-Kardiologie und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie das ASV-Team bilden.

Weitere Anforderungen an ASV-Team

Um an der ASV teilnehmen zu können, muss das Kernteam mindestens 50 Patienten mit Verdachts- oder gesicherter Diagnose behandelt haben. Im ersten Jahr der ASV-Berechtigung kann diese Zahl auch um 50 Prozent unterschritten werden. Zu den weiteren Anforderungen gehört unter anderem, dass das Team mit sozialen Diensten sowie einem Transplantationszentrum zusammenarbeitet.

Fünf ASV-Programme liegen vor

Die pulmonale Hypertonie ist mittlerweile die fünfte Indikation, die in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung behandelt werden kann. Weitere ASV-Konkretisierungen liegen bereits für Tuberkulose, für gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle, für das Marfan-Syndrom und für gynäkologische Tumoren vor. Letzteres ist noch nicht gestartet.

Der Beschluss zur pulmonalen Hypertonie steht unter dem Vorbehalt der Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium. Er tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Von daher wird die neue Indikation voraussichtlich nicht vor März 2016 starten können.

Änderungen durch das Versorgungsstärkungsgesetz

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ebenfalls mehrere Anpassungen beschlossen, die das im Sommer in Kraft getretene Versorgungsstärkungsgesetz vorgibt. Entsprechend der Gesetzesänderung entfällt unter anderem für onkologische und rheumatologische Erkrankungen die Einschränkung, wonach die ASV nur für schwere Verlaufsformen möglich ist.

Neu ist außerdem, dass neben der Direktabrechnung mit den Krankenkassen die Abrechnung von ASV-Leistungen nur die Kassenärztlichen Vereinigungen übernehmen dürfen. Ferner wurde festgelegt, dass der Bestandsschutz für Alt-Verträge der Krankenhäuser spätestens drei Jahre nach Start einer neuen ASV-Indikation endet. Bislang waren es zwei Jahre.

Darüber hinaus hat der G-BA die Anlagen zu den einzelnen Indikationen redaktionell überarbeitet und Formulierungen vereinheitlicht. Über die Details informieren die PraxisNachrichten im Januar.

ASV: Interdisziplinär in Praxen und Kliniken

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist ein neuer Versorgungsbereich für Patienten, die an einer bestimmten schweren oder seltenen Erkrankung leiden. Interdisziplinäre Teams aus Praxis- und Klinikärzten übernehmen die ambulante hochspezialisierte Behandlung.

Wie der neue Versorgungsbereich funktioniert, regelt die ASV-Richtlinie des G-BA. In den Anlagen werden die allgemeinen Regeln für jede ASV-Indikation konkretisiert.

Gestartet war die ASV im April 2014 mit einem Behandlungsangebot zur Tuberkulose. Im Juli 2014 folgte das Programm für gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle, im Juni 2015 das für das Marfan-Syndrom.

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