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Praxisnachrichten

PET: Modernes Diagnoseverfahren in der Onkologie ab Januar im EBM

17.12.2015 - Die Tumordiagnostik mittels Positronen-Emissions-Tomographie wird zum 1. Januar 2016 als neue Leistung in den EBM aufgenommen. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen.

Auf die Aufnahme der neuen Leistung haben sich KBV und GKV-Spitzenverband am Dienstag im Bewertungsausschuss geeinigt. Damit können Nuklearmediziner und Radiologen die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) ab Jahresbeginn über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen.

PET bei Lungenkrebs und Hodgkin-Lymphom

Bereits seit 2007 haben gesetzlich Krankenversicherte bei bestimmten Indikationen Anspruch auf eine Untersuchung mittels PET oder PET/CT. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte damals das moderne Diagnoseverfahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Die Kosten für die Untersuchung werden bei Patienten mit Lungenkarzinom oder Hodgkin-Lymphom übernommen, sofern sie den zugelassenen Indikationen entsprechen.

Neue GOP im EBM

Nach dem Beschluss des Bewertungsausschusses wird der EBM zum
1. Januar 2016 um einen Abschnitt 34.7 ergänzt. Er enthält jeweils zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Positronen-Emissions-Tomographie des gesamten Körperstammes und für Teile des Körperstammes – mit oder ohne Computertomographie (GOP 34700 bis 34703).

Ebenfalls zum Jahresbeginn wird die Kostenpauschale 40584 in den EBM-Abschnitt 40.10 aufgenommen. Sie ist für Sachkosten im Zusammenhang mit den neuen Leistungen bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

Qualitätssicherung

Die Einführung der neuen Gebührenordnungspositionen ist verbunden mit dem Ziel, eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung zu vereinbaren. Bis diese in Kraft gesetzt wird, dürfen Nuklearmediziner und Radiologen die Leistungen abrechnen, die die Voraussetzungen aus Nr. 14 der Anlage I zur Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung erfüllen. Das soll laut Beschluss des Bewertungsausschusses längstens bis zum 30. Juni 2016 möglich sein.

EBM: Details zur PET und PET/CT

Die neuen Gebührenordnungspositionen

Die Vergütung der neuen Gebührenordnungspositionen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung:

Ab 1. Januar 2016  PET des Körperstammes PET von Teilen des Körperstammes 
bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen GOP 34700 /
4456 Punkte
GOP 34702 /
3565 Punkte
mit gleichzeitiger diagnostischer CT GOP 34701 /
5653 Punkte
GOP 34703 /
4523 Punkte
Erläuterung zur Bewertung: Ab 1. Januar 2016 beträgt der Orientierungswert 10,4361 Cent.

Ebenfalls zum 1. Januar 2016 wird die Kostenpauschale 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Sie ist für Sachkosten im Zusammenhang mit den neuen Leistungen (GOP 34700 bis 34703) bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

Abrechnungsvoraussetzungen

Die Leistungen dürfen Fachärzte für Nuklearmedizin und Fachärzte für Radiologie abrechnen, die die Voraussetzungen aus Nr. 14 der Anlage I zur Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung erfüllen. Dazu zählen unter anderem Erfahrung in der Durchführung von PET, Zusammenarbeit bestimmter Fachgruppen, regelmäßige Fortbildungen sowie apparative Anforderungen. Die Ärzte müssen die Leistung dokumentieren.

Diese Voraussetzungen gelten solange bis eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung in Kraft getreten ist – längstens bis zum 30. Juni 2016.

Indikationen

Bei den folgenden Indikationen beziehungsweise Fragestellungen darf ein PET / PET/CT zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden:

  • Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen.
  • Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen.
  • Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist.
  • Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint.
  • Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte.
  • Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie.

Die Details finden Sie in Nr. 14 der Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA sowie im Beschluss des Bewertungsausschusses.

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