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Krankenhausärzte dürfen künftig Verordnungen ausstellen

17.12.2015 - Krankenhausärzte dürfen künftig den Patienten bei der Entlassung aus der Klinik unter bestimmten Voraussetzungen ein Rezept ausstellen. Das sieht das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vor. Einzelheiten hierzu hat der Gemeinsame Bundesausschuss am heutigen Donnerstag in seinen Richtlinien geregelt.

Verordnungen nur für einen begrenzten Zeitraum möglich

Verordnungen durch Krankenhausärzte sind demnach an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Für Arzneimittelverordnungen gilt zum Beispiel: Wird der Patient unmittelbar vor dem Wochenende entlassen, muss das Krankenhaus prüfen, ob die Versorgung nicht auch durch die Mitgabe von Medikamenten sichergestellt werden kann. Ansonsten dürfen Krankenhausärzte nur die kleinste Packungsgröße (N1) eines Arzneimittels verordnen.

Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements sind als solche zu kennzeichnen und nur begrenzt gültig. So müssen beispielsweise Arzneimittelrezepte innerhalb von drei Werktagen (einschließlich Samstag) nach der Entlassung in der Apotheke eingelöst werden. Für Heilmittelverordnungen gilt: Die Behandlung muss innerhalb von sieben Tagen aufgenommen werden und innerhalb von zwölf Tagen abgeschlossen sein. Anderenfalls verfallen nicht in Anspruch genommene Behandlungseinheiten.

Krankenhaus muss Vertragsarzt informieren

Auf Drängen der KBV wurde auch festgelegt, dass das Krankenhaus den weiterbehandelnden Vertragsarzt rechtzeitig über die medikamentöse Therapie zum Zeitpunkt der Entlassung, die Dosierung und die im Rahmen des Entlassmanagements verordneten Arzneimittel informieren muss. Änderungen einer vor Aufnahme bestehenden und dem Krankenhaus bekannten Medikation sind darzustellen und zu erläutern. Gegebenenfalls sind auch Hinweise zur Therapiedauer neu verordneter Arzneimittel zu geben.

Die Informationspflicht des Krankenhausarztes gegenüber dem Vertragsarzt gilt ebenso bei Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, Soziotherapie, häuslicher Krankenpflege und, wenn eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt wurde.

KBV, GKV und DKG müssen Details klären

Das Verordnungsrecht im Rahmen des Entlassmanagements tritt erst in Kraft, wenn das Bundesministerium für Gesundheit die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses geprüft hat und diese im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden. Zusätzlich müssen die KBV, der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in einem Rahmenvertrag weitere Einzelheiten geregelt haben - zum Beispiel die Frage, auf welchen Formularen der Krankenhausarzt verordnen kann.

Hintergrund: Gesetzliche Regelung

Dass Krankenhausärzte im Rahmen des Entlassmanagements Verordnungen für Arznei- und Heilmittel, Hilfsmittel, Soziotherapie und häusliche Krankenpflege ausstellen dürfen, wurde mit dem Versorgungsstärkungsgesetz möglich. Auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen darf der Krankenhausarzt in Zukunft ausstellen, soweit dies notwendig ist.

Der Gesetzgeber will damit die medizinische Versorgung der Patienten unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt sicherstellen. Für Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements gelten für Krankenhausärzte grundsätzlich die Vorgaben der vertragsärztlichen Versorgung.

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