Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Im Überblick: Neuerungen und Änderungen zu Jahresbeginn

14.01.2016 - Mit dem neuen Jahr gehen auch einige Veränderungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten einher. Wesentliche Neuerungen hat die KBV zusammengestellt.

Die Übersicht fasst alle Änderungen und Neuerungen zusammen, über die im vergangenen Jahr in den PraxisNachrichten berichtet wurde. Die Liste stellt insofern nur eine Auswahl dar. Die Themen sind alphabetisch geordnet.

Abrechnung und Honorar

Orientierungswert steigt um 1,6 Prozent

Der Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigt um 1,6 Prozent und beträgt damit seit dem 1. Januar 2016 10,4361 Cent (bisher: 10,2718 Cent). Dies bedeutet ein Honorarplus von bundesweit rund 550 Millionen Euro.

Mehr Geld müssen die gesetzlichen Krankenkassen außerdem für den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund der Entwicklung von Morbidität und Alter der Versicherten bereitstellen. Auf Bundesebene wurde der Wert auf etwa 250 Millionen Euro beziffert. Über die genaue Höhe verhandeln Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen jeweils vor Ort.

PraxisNachrichten vom 24.09.2015

KBV-Themenseite Honorar

PET jetzt EBM-Leistung

Nuklearmediziner und Radiologen können die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) bei Patienten zum Beispiel mit Lungenkarzinom oder Hodgkin-Lymphom seit dem 1. Januar über den EBM abrechnen. Der neue Abschnitt 34.7 enthält jeweils zwei Gebührenordnungspositionen (GOP) für die PET und PET/CT des gesamten Körperstammes und für Teile des Körperstammes (GOP 34700 bis 34703).

Ebenfalls zum 1. Januar 2016 wurde die Kostenpauschale 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Sie ist für Sachkosten im Zusammenhang mit den neuen Leistungen bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen. Bis eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung in Kraft gesetzt wird, müssen Nuklearmediziner und Radiologen die Voraussetzungen aus Nr. 14 der Anlage I zur Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung erfüllen.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Leistungen zur Hörgeräteversorgung weiter berechnungsfähig

Die im Jahr 2012 eingeführten Leistungen zur Hörgeräteversorgung können unverändert abgerechnet werden. Der Bewertungsausschuss hat die Gültigkeit der entsprechenden Beschlüsse bis zum 31. Dezember 2017 verlängert. Sie bleiben befristet, da im Rahmen der Weiterentwicklung des EBM die Bewertung aller Leistungen überprüft wird, auch die der Kapitel 9 und 20.

PraxisNachrichten vom 26.11.2015

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Arthroskopie bei Patienten mit Gonarthrose wird deutlich eingeschränkt

Bei Patienten mit der alleinigen Diagnose Gonarthrose dürfen Vertragsärzte und Krankenhausärzte demnächst keine Arthroskopie mehr durchführen. Kommen weitere Erkrankungen wie Traumata, akute Gelenkblockaden oder meniskusbezogene Indikationen hinzu, bei denen die bestehende Gonarthrose lediglich als Begleiterkrankung anzusehen ist, kann weiterhin arthroskopiert werden.

Für alle anderen Fälle hat der Gemeinsame Bundesausschuss den Eingriff aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen, da hier in vielen Fällen das Risiko den Nutzen überwiegt. Die Änderungen treten voraussichtlich am 1. April 2016 in Kraft.

PraxisNachrichten vom 03.12.2015

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Telemedizinische Überwachung von Patienten mit Defibrillator ab April im EBM

Kardiologen können ab 1. April die Funktionsparameter bestimmter kardiologischer Implantate auch telemedizinisch abfragen und als EBM-Leistung abrechnen. Zu den Geräten, die dann fernüberwacht werden können, gehören neben implantierten Kardiovertern beziehungsweise Defibrillatoren auch implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-Systeme).

Für diese erste telemedizinische Leistung im EBM gibt es folgende neue Gebührenordnungspositionen (GOP):

  • GOP 13554 für Internisten mit Schwerpunkt Kardiologie (Bewertung: 279 Punkte).
  • GOP 04417 für Kinder- und Jugendmediziner mit Schwerpunkt Kardiologie (Bewertung: 511 Punkte).
  • GOP 01438 für die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit einer telemedizinischen Funktionsanalyse (Bewertung: 88 Punkte).

Ärzte, die die Leistungen abrechnen wollen, benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Prostataoperation mit Holmium-Laser ab April EBM-Leistung

Belegärztlich tätige Urologen können Prostataoperationen mittels Holmium-Laser ab 1. April 2016 über den EBM abrechnen. Die neuen OP-Verfahren werden in den Anhang 2 zum EBM aufgenommen. Die Abrechnung des laserendoskopischen urologischen Eingriffs (neue OP-Kategorie RW3) mit einer Schnitt-Naht-Zeit bis 45 Minuten Dauer erfolgt über die Gebührenordnungsposition 36289 (Bewertung: 2108 Punkte). Zudem gibt es einen Zuschlag je weitere 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit und weitere Berechnungsmöglichkeiten, unter anderem für die postoperative Überwachung.

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen. Zum 1. April tritt auch eine neue Qualitätssicherungsvereinbarung in Kraft, die die fachlichen, apparativen und organisatorischen Anforderungen regelt.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Abrechnung bei Patienten mit unbestimmtem Geschlecht

Die Abrechnungsbestimmungen für geschlechtsspezifische Gebührenordnungspositionen (GOP) im EBM wurden zum 1. Januar angepasst. Hintergrund ist eine Änderung des Personenstandsgesetzes. Bei Patienten mit unbestimmtem Geschlecht und der Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte sind geschlechtsspezifische GOP entsprechend dem organbezogenen Befund – zum Beispiel bei Vorliegen von Ovarien – entsprechend berechnungsfähig.

Besonderheit: Die Leistungslegenden der GOP 26310 und 26311 für die Urethro(-zysto)skopie wurden bei Personen mit unbestimmtem Geschlecht konkretisiert. Bei einer Urethralänge über acht Zentimetern und/oder nicht überwiegend interner Lage der Urethra ist die GOP 26310 zu berechnen. Bei überwiegend interner Lage der Urethra und einer Länge von bis zu acht Zentimetern ist die GOP 26311 oder 08311 zu berechnen.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Anhang 2 wird zum 1. April angepasst

Die Anpassung des Anhangs 2 zum EBM an die endgültige Version 2016 des Operationen- und Prozedurenschlüssels vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information erfolgt zum 1. April 2016. Bis dahin gilt der aktuelle Anhang 2 weiter.

PraxisNachrichten vom 14.01.2016

Anhang 2 zum EBM

Aktuelle EBM-Version online nutzen

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab für das erste Quartal 2016 kann auf der Website der KBV als praktische Online-Version mit Suchfunktion abgerufen werden. Nutzer können sich die aktuelle Version außerdem als PDF-Dokument herunterladen – entweder als Gesamtfassung oder für einzelne Arztgruppen. Der EBM kann darüber hinaus mobil über die App „KBV2GO!“ genutzt werden.

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Informationen und Download-Link zur App „KBV2GO!“

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Neue ASV-Indikationen starten

Patienten mit pulmonaler Hypertonie können bald auch in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandelt werden. Das gleiche gilt für Frauen, die an einem gynäkologischen Tumor erkrankt sind. Beide Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) treten in Kürze in Kraft. Damit sind dann fünf Indikationen in dem neuen Versorgungsbereich behandelbar: Tuberkulose, gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle, Marfan-Syndrom, gynäkologische Tumoren und pulmonale Hypertonie. In diesem Jahr sollen die Beratungen zu den rheumatologischen Erkrankungen und zur Mukoviszidose aufgenommen werden.

Der G-BA hat außerdem an der ASV-Richtlinie und an bereits beschlossenen Anlagen Änderungen vorgenommen, die sich zum Beispiel durch das im Sommer in Kraft getretene GKV-Versorgungsstärkungsgesetz ergeben hatten. So wurden bei den onkologischen Erkrankungen der „schwere Verlauf“ als Zugangskriterium für eine Behandlung in der ASV gestrichen und die Mindestmengen für das ASV-Team angepasst. Über die Details werden die PraxisNachrichten in der Ausgabe am 21. Januar informieren.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

KBV-Themenseite ASV

Software unterstützt Ärzte bei der ASV-Abrechnung

Die Abrechnung von Leistungen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) wird seit dem 1. Januar 2016 durch die Praxisverwaltungssysteme (PVS) unterstützt. Die ASV-Abrechnungsvereinbarung wurde so angepasst, dass die KBV nunmehr den PVS-Herstellern verbindlich vorgeben kann, welche Regelungen zur Unterstützung der Abrechnung von ASV-Leistungen in die Software implementiert werden müssen. Dazu zählt zum Beispiel die Möglichkeit der Leistungskennzeichnung mit der ASV-Teamnummer. Mit dem PVS-Update zum ersten Quartal 2016 wurden die Vorgaben von den Herstellern umgesetzt und an ihre Kunden ausgeliefert.

PraxisNachrichten vom 12.11.2015

KBV-Themenseite ASV

Entlassmanagement

Krankenhausärzte müssen Vertragsärzte über Verordnungen informieren

Krankenhausärzte dürfen zukünftig Patienten bei der Entlassung unter bestimmten Voraussetzungen Verordnungen ausstellen. Für Arzneimittelverordnungen beispielsweise gilt: Wird der Patient unmittelbar vor dem Wochenende entlassen, müssen die Ärzte zunächst prüfen, ob eine Mitgabe von Medikamenten ausreichend ist. Anderenfalls dürfen sie die kleinste Packungsgröße (N1) eines Arzneimittels verordnen.

Auch für Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, Soziotherapie, häuslicher Krankenpflege und das Ausstellen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gelten gesonderte Vorgaben für Krankenhäuser.

Durch das Entlassmanagement hat das Krankenhaus zusätzliche Pflichten. So müssen Krankenhausärzte den weiterbehandelnden Vertragsarzt rechtzeitig über die Therapie des Patienten zum Zeitpunkt der Entlassung und – bezogen auf Arzneimittel – über Änderungen der bei Krankenhausaufnahme bestehenden Medikation informieren.

Die Möglichkeit der Verordnung hat der Gesetzgeber den Krankenhäusern mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz eingeräumt. Erste Einzelheiten dazu hat der Gemeinsame Bundesausschuss Ende 2015 beschlossen. Der Beschluss wird derzeit vom Bundesgesundheitsministerium geprüft und tritt bei Nichtbeanstandung am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Damit Krankenhausärzte verordnen können, müssen die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband erst noch weitere Details vereinbaren. Das betrifft unter anderem die Frage, welches Rezeptformular im Rahmen des Entlassmanagements zu verwenden ist.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

Formulare

Neue AU-Bescheinigung

Für die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (AU) gibt es seit 1. Januar ein neues, einheitliches Formular. Damit sind die alten Vordrucke ungültig. Der sogenannte Auszahlschein zum Bezug des Krankengeldes von der Krankenkasse entfällt, so dass es nur noch ein Formular gibt.

Der Auszahlschein ist nun in die klassische AU-Bescheinigung integriert. Auf dem angepassten Formular 1 wird die Arbeitsunfähigkeit sowohl während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse bescheinigt. Dieses Formular ist für alle Krankenkassen einheitlich und kann am Computer ausgefüllt oder auch per Blankoformularbedruckung erstellt werden. Auf die Vereinfachung hatte sich die KBV im Sommer 2015 mit den Krankenkassen geeinigt.

Neu für Patienten ist: Auch sie erhalten jetzt einen Durchschlag der AU-Bescheinigung. Dieser enthält zudem einen Hinweis zum Bezug von Krankengeld.

Die Anfrage zum Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit (Formular 52) wurde ebenfalls zum 1. Januar 2016 angepasst. Es handelt sich dabei überwiegend um sprachliche Anpassungen. Ärzte hatten über Formulare berichtet, die nicht dem vertraglich vereinbarten Vordruck entsprechen. Um derartige Probleme zu vermeiden, wird das bundesweit einheitliche Formular zukünftig als Vordruck zusammen mit der neuen AU-Bescheinigung direkt den Praxen zur Verfügung gestellt und nicht wie bisher von der Krankenkasse versandt.

PraxisNachrichten vom 05.11.2015

KBV-Themenseite Arbeitsunfähigkeit

 

Impfen

Krankenkassen übernehmen Kosten für Impfausweis

Die Kosten für Impfausweise übernehmen für gesetzlich Krankenversicherte seit dem 1. Januar die Krankenkassen. Diesen Leistungsanspruch sieht das 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz vor. Die Ausgabe der Impfausweise regeln die Krankenkassen auf Landesebene. Ein Schwerpunkt des Präventionsgesetzes ist die Erhöhung der Impfquoten in der Bevölkerung.

PraxisNachrichten vom 23.07.2015

Innovationsfonds

Innovationsfonds für neue Versorgungsformen

Mit einem Innovationsfonds sollen ab 2016 neue Versorgungsformen sowie die Versorgungsforschung im Gesundheitswesen gefördert werden. In den nächsten vier Jahren stehen dafür jeweils 300 Millionen Euro zur Verfügung – 225 Millionen Euro für neue Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung. Die Einrichtung des Innovationsfonds wurde mit dem im Sommer verabschiedeten Versorgungsstärkungsgesetz beschlossen.

Ziel ist es, über die Förderung innovativer Projekte die medizinische Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung dauerhaft weiterzuentwickeln und zu verbessern. Patienten sollen profitieren, wenn beispielsweise hochwertige Projekte in die Regelversorgung aufgenommen werden. Gesetzliche Förderkriterien sind zum Beispiel die Verbesserung der Versorgungsqualität und -effizienz, Behebung von Versorgungsdefiziten und die Optimierung der Zusammenarbeit. Der Innovationsfonds ist beim Gemeinsamen Bundesausschuss angesiedelt.

PraxisNachrichten vom 26.11.2015

KBV-Themenseite Innovationsfonds

IT in der Praxis

Praxissoftware: Einige Änderungen im ersten Quartal 2016

In der Praxissoftware gibt es im ersten Quartal des neuen Jahres einige Änderungen. So können die Praxisverwaltungssysteme (PVS) die elektronische Gesundheitskarte auslesen, die Flüchtlinge und Asylbewerber ab Januar erhalten, die sich noch keine 15 Monate in Deutschland aufhalten. Diese Chipkarten enthalten eine besondere Kennziffer. Zudem sind in den PVS neue Vordrucke hinterlegt – unter anderem für die vereinfachte Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit.

Zu Jahresbeginn wurde außerdem die Dokumentationssoftware für einige Disease-Management-Programme (DMP) angepasst. So ist in der Dokumentationssoftware für das DMP Diabetes mellitus Typ 2 die Dokumentation zu den Injektionsstellen nur noch bei den Patienten erforderlich, die Insulintherapie erhalten.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

Praxisinformation: "Praxissoftware: Neuerungen und Informationen zum ersten Quartal 2016" (PDF, 115 KB)

KBV-Themenseite Praxis-IT

Qualitätssicherung

Start der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung

Mit der perkutanen Koronarintervention und Koronarangiographie ist das erste Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung gestartet. Seit dem 1. Januar sind alle invasiv tätigen Kardiologen, die diese Leistungen durchführen, verpflichtet, jede Herzkatheter-Untersuchung und jede perkutane Koronarintervention bei gesetzlich versicherten Patienten ab 18 Jahren elektronisch zu dokumentieren.

Die Einführung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung geht zurück auf einen Beschluss des Gesetzgebers: gesetzlich krankenversicherte Patienten in Krankenhäusern und Praxen sollen nach denselben Qualitätsstandards behandelt werden.

PraxisNachrichten vom 08.10.2015

KBV-Themenseite sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Dokumentationsprüfungen für Akupunktur ausgesetzt

Die Dokumentationsprüfungen für die Akupunkturbehandlungen chronisch schmerzkranker Patienten sind jetzt für zwei Jahre nicht mehr verpflichtend vorgeschrieben. Für die Ärzte verringert sich damit der bürokratische Aufwand, der mit der Überprüfung verbunden ist.

Aufgrund der geringen Zahl von Beanstandungen hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband darauf verständigt. Bislang sah die Qualitätssicherungsvereinbarung eine jährliche stichprobenartige Überprüfung der ärztlichen Dokumentationen von Akupunkturbehandlungen vor.

Das Aussetzen der Prüfungen in 2016 und 2017 ändert nichts an der Verpflichtung der Ärzte, den Therapieplan sowie die Eingangs- und Verlaufserhebung in der Patientenakte zu dokumentieren. Bis spätestens Ende Juni 2017 soll über die Fortführung der Prüfungen oder weitere Maßnahmen entschieden werden.

PraxisNachrichten vom 19.11.2015

KBV-Themenseite Qualitätssicherung der Akupunktur

Durchführung des HIV-Tests im Mutterpass dokumentieren

Seit Jahresbeginn gibt es einen ergänzten Mutterpass. In einem neuen Feld müssen Ärzte dokumentieren, ob bei Schwangeren ein HIV-Test durchgeführt wurde oder nicht. Bisher war nur zu vermerken, ob die Beratung dazu stattgefunden hat. Das Testergebnis wird jedoch weiterhin nicht im Mutterpass eingetragen.

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses war bereits im November 2015 in Kraft getreten. Bis zum Erscheinen des angepassten Mutterpasses erfolgt die Dokumentation handschriftlich. Die herkömmlichen Exemplare werden zunächst aufgebraucht, sodass nicht überall sofort neue Pässe ausgegeben werden.

Seit 2007 enthalten die Mutterschafts-Richtlinien die Empfehlung, dass Ärzte jeder Schwangeren einen HIV-Antikörpertest anbieten und die Frauen dazu entsprechend beraten sowie dies dann im Mutterpass dokumentieren.

PraxisNachrichten vom 12.11.2015

DMP: Änderungen bei der Dokumentation

Bei der Dokumentation im Rahmen der Disease-Management-Programme (DMP) „Diabetes mellitus Typ 2“ und „Koronare Herzkrankheit (KHK)“ gibt es kleine Änderungen. Im Diabetes-DMP ist die Dokumentation zu den Injektionsstellen nur noch bei den Patienten erforderlich, die Insulintherapie erhalten. Die Dokumentationssoftware wurde entsprechend angepasst.

Auch für das DMP „Koronare Herzkrankheit (KHK)“ gibt es seit dem 1. Januar eine Änderung in der Dokumentationssoftware. Hier wurde für die Einheit „mmol/l“ des Parameters „LDL-Cholesterin“ die Wertangabe konkretisiert: Wird künftig der Cholesterinwert in „mmol/l“ angegeben, so ist die Angabe dieses Wertes immer nur mit genau einer Nachkommastelle gültig.

PraxisNachrichten vom 03.12.2015

KBV-Themenseite DMP

 

Terminservicestellen

KVen richten Terminservicestellen ein

Die Kassenärztlichen Vereinigungen richten zum 23. Januar regional sogenannte Terminservicestellen ein. Diese sollen Patienten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt vermitteln. Das hat die Bundesregierung mit dem Versorgungsstärkungsgesetz so festgelegt.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Terminservicestellen ist, dass der Patient gesetzlich krankenversichert ist und eine Überweisung zum Facharzt hat. Nur für Termine bei Augenärzten und Gynäkologen kann er sich ohne Überweisung an die Terminservicestelle wenden. Die Servicestellen vermitteln keine Termine beim „Wunscharzt“. Auch müssen sich Patienten auf längere Anfahrtswege einstellen. Ihnen wird deshalb empfohlen, die Servicestellen nur zu kontaktieren, wenn sie keinen Facharzttermin erhalten.

PraxisNachrichten vom 14.01.2016

KBV-Themenseite Terminservicestellen

Unfallversicherung

Neues Mannschaftsarztverfahren für Sportmediziner

Sogenannte H-Ärzte, die Sportvereine betreuen, können weiterhin die besondere Heilbehandlung nach Unfällen übernehmen. Diese Möglichkeit bietet das neue Mannschaftsarztverfahren, kurz M-Arzt-Verfahren, der Verwaltungsberufsgenossenschaft Hamburg. Ärzte müssen dazu von einem Verein, der gesetzlich unfallversicherte Sportler beschäftigt, gegenüber der Berufsgenossenschaft als Mannschaftsarzt benannt sein und bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Das H-Arzt-Verfahren lief Ende 2015 aus. Es ist vorgesehen, dass im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung nur noch Durchgangsärzte die besondere Heilbehandlung bei Arbeits- und Wegeunfällen einleiten und unmittelbar übernehmen dürfen. Dies kommt jedoch nicht für alle der bisherigen H-Ärzte infrage.

PraxisNachrichten vom 03.09.2015

Versichertenkarte

Ab Januar eGK für Flüchtlinge – Hinweise zur Abrechnung

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge wird bundesweit in zahlreichen Regionen eingeführt. Länder und Kommunen können seit Jahresbeginn die gesetzlichen Krankenkassen verpflichten, die eGK auch an Flüchtlinge und Asylbewerber auszugeben, die sich noch keine 15 Monate in Deutschland aufhalten. Damit soll der Zugang zur medizinischen Versorgung für die Betroffenen erleichtert werden.

Die eGK für Asylbewerber, die sich länger als 15 Monate in Deutschland aufhalten, ist weiterhin im Feld „Besondere Personengruppe“ mit der Ziffer „4“ gekennzeichnet. Neu ist die Kennzeichnung für die Chipkarten, die an Flüchtlinge und Asylbewerber ausgegeben werden, die weniger als 15 Monate in Deutschland leben: Auf diesen Karten ist bei „Besondere Personengruppe“ die Ziffer „9“ gespeichert. Daran erkennen die Praxen bereits beim Einlesen der eGK, dass bei dem Patienten ein eingeschränkter Leistungsanspruch zu beachten ist.

PraxisNachrichten vom 17.12.2015

KBV-Themenseite eGK

Verordnungen

1,2 Milliarden Euro mehr für Arzneimittel

Die bundesweiten Anpassungsfaktoren für Arznei- und Heilmittel steigen in diesem Jahr um jeweils 3,7 Prozent. Im Arzneimittelbereich bedeutet dies ein zusätzliches Finanzvolumen von etwa 1,2 Milliarden Euro. Die KBV konnte mit den Krankenkassen ferner vereinbaren, dass für die seit 2014 zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C ein gesonderter Eurobetrag ausgewiesen wird. Aufgrund der Ausgabenentwicklung im ersten Halbjahr 2015 wurden für die Jahre 2015 und 2016 jeweils 1,4 Milliarden Euro festgelegt.

Für Heilmittel steigen die bundesweiten Anpassungsfaktoren in diesem Jahr ebenfalls um 3,7 Prozent – das sind rund 195 Millionen Euro. Rückwirkend für 2015 wurde eine Steigerung der Anpassungsfaktoren von 0,8 Prozent festgestellt.

PraxisNachrichten vom 15.10.2015

KBV-Themenseite Verordnungen 

Pharmaindustrie legt Zuwendungen an Ärzte offen

Ab 2016 veröffentlichen Pharmaunternehmen ihre Zuwendungen an Ärzte im Internet. Bis Juni sollen alle Zuwendungen, die im vergangenen Jahr an Ärzte und andere Angehörige medizinischer Fachkreise geleistet wurden, öffentlich einsehbar sein. Dies betrifft nur Zuwendungen von Pharmaunternehmen, die Mitglied im Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) sind. Erfasst werden Dienstleistungs- und Beratungshonorare, Spenden, geldwerte Leistungen im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen oder im Bereich Forschung und Entwicklung.

Veröffentlicht werden neben der Höhe der Zuwendung auch der Name und die Adresse des Zuwendungsempfängers. Vor der Veröffentlichung muss das Pharmaunternehmen den betroffenen Arzt um Erlaubnis bitten. Stimmt dieser der Veröffentlichung seiner Daten nicht zu, werden die Zahlungen in zusammengefasster, anonymisierter Form bekanntgegeben.

Es solle Transparenz in einem Bereich geschaffen werden, der immer wieder als umstritten gelte, begründet der FSA seine Transparenzinitiative.

PraxisNachrichten vom 11.12.2014

Mitgliedsunternehmen des FSA 

zu den PraxisNachrichten