Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Kinder vor Missbrauch schützen - KBV unterzeichnet Vereinbarung

28.01.2016 - Die KBV setzt ihr Engagement bei der Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder fort. Dazu unterzeichnete die Ärztevertretung mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung eine Vereinbarung zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch.

„Der Schutz vor sexueller Gewalt ist eine Aufgabe, die die volle Unterstützung aller gesellschaftlichen Gruppen braucht“, betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. „Ärzte und Psychotherapeuten übernehmen dabei eine Schlüsselrolle“, fügte er hinzu. Denn sie könnten in besonderer Weise dazu beitragen, Mädchen und Jungen vor Missbrauch zu bewahren.

Ziel sei es daher, Ärzte und Psychotherapeuten dazu zu ermutigen, sich mit diesem Thema sowie der Hilfe und Intervention auseinanderzusetzen, erklärte Gassen. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung bekräftige die KBV ihr Engagement beim Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch.

Alle Möglichkeiten nutzen, um Schutz und Hilfe anzubieten

„Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, um Kindern und Jugendlichen Schutz und Hilfe bei sexualisierter Gewalt anzubieten“, führte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann aus. Der Fokus liege hierbei vor allem auch auf einer deutlich verbesserten Wahrnehmung potenziellen sexuellen Missbrauchs. „Hausärzte müssen auch bei Hausbesuchen die Augen sehr offen halten“, so Feldmann. Auch der zum Teil schon sehr gute Austausch von Ärzten und Mitarbeitern der Jugendhilfe oder mit Kollegen in Qualitätszirkeln könne noch intensiviert werden.

Der Unabhängige Beauftragte zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, schließt mit Dachorganisationen und Verbänden, deren Strukturen Kinder und Jugendliche anvertraut sind, individuell auf die jeweilige Organisation ausgerichtete Vereinbarungen ab. Grundlage bilden die Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“.

Rörig: Ärzte und Psychotherapeuten sind Schlüsselpersonen

„Mit der Vereinbarung unterstützt die KBV unser Anliegen, Ärzte und Psychotherapeuten für das Thema sexuelle Gewalt an Kindern weiter zu sensibilisieren und sie zu motivieren, kompetente und vertrauensvolle Ansprechpartner für betroffene Patienten und ihre Angehörigen zu werden“, betonte Rörig.

„Ärzte und Psychotherapeuten sind Schlüsselpersonen beim Schutz der Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt und bei der Unterstützung von Betroffenen. Hierzu müssen sie die Signale von Betroffenen erkennen können und wissen, was sie im Verdachtsfall zu tun haben. Es ist wichtig, dass Ärzte und Psychotherapeuten entsprechende Fortbildungen erhalten und Hilfs- und Präventionsmaßnahmen in ihren Praxen etablieren. Die KBV ist für diesen Prozess ein wichtiger und zentraler Partner für uns!“

Einbindung und Information der Ärzte und Psychotherapeuten

Die KBV unterstützt seit Jahren aktiv die Arbeit des Missbrauchsbeauftragten. Dabei geht es in erster Linie um eine Einbindung und Information der Ärzte und Psychotherapeuten. Schließlich können sie in ihren Praxen mit sexuellem Missbrauch konfrontiert sein. Zudem sind sie wichtige Multiplikatoren beim Vermitteln von Informationen an Patienten.

Flyer informiert zu Schutzkonzepten

Ein Flyer gibt zahlreiche Anregungen, wie Ärzte und Psychotherapeuten in ihrer Praxis schützen und helfen können. Das Spektrum reicht von der Auslage von Infomaterialien lokaler Fachberatungsstellen in der Praxis über Fortbildung bis hin zur Personalauswahl. Er kann kostenfrei auf der Internetseite des UBSKM bestellt werden.

Informationsmaterialien für Ärzte und Psychotherapeuten

  • Flyer „Kein Raum für Missbrauch. Wie Sie in Ihrer Praxis schützen und helfen können“ kostenfrei bestellbar über den Online-Shop

Informationsmaterialien und Hilfsangebote für Patienten

  • Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
    Die kostenfreie und anonyme Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte – auch für Fragen der Prävention
  • Hilfeportal Sexueller Missbrauch: www.hilfeportal-missbrauch.de
    Bietet umfassende Informationen und listet hilfreiche Adressen in den einzelnen Regionen auf.
  • Zur Auslage im Wartezimmer: Klappkarten mit der Telefonnummer des Hilfetelefons Sexueller Missbrauch sowie Broschüren können kostenfrei bestellt werden unter mail@nina-info.de
  • Wartezimmer-Plakat „Kein Raum für Missbrauch“ mit der Telefonnummer des Hilfetelefons kostenfrei bestellbar über den Online-Shop

Initiative „Kein Raum für Missbrauch“

Mit der Initiative „Kein Raum für Missbrauch“ soll die Gesellschaft für das Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sensibilisiert und zum offenen Diskurs angeregt werden. Kitas, Schulen, Heime, Sportvereine, Kirchengemeinden und viele weitere Einrichtungen, in denen Mädchen und Jungen Erwachsenen anvertraut sind, sollen aktiviert werden, Schutzkonzepte einzuführen und konsequent anzuwenden.

Die Inititiatve geht auf den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, zurück. Als Unabhängiger Beauftragter begleitet und unterstützt er die Umsetzung der Empfehlungen des von der Bundesregierung eingesetzten Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten