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KBV-Positionspapier: Hohe Qualität in der ambulanten Versorgung

25.02.2016 - In einem Positionspapier haben die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV ihre gemeinsamen Standpunkte zur Qualitätssicherung zusammengefasst. Die „Positionen zur ambulanten Versorgungsqualität“ sind am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Mit diesen Positionen werde deutlich, dass die Versorgungsqualität im ambulanten Bereich auf „einem hohen Niveau“ sei, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen auf der Pressekonferenz. Vertragsärzte und Psychotherapeuten hätten hohe Qualitätsansprüche an sich selbst.

Zugleich wies Gassen darauf hin, dass für die Maßnahmen zur Qualitätsförderung und -sicherung Dokumentationen notwendig seien, allerdings sollte unnötige Bürokratie vermieden werden. So könnten beispielsweise für Praxen, die dauerhaft gute Qualität nachweisen, die Dokumentations- und Prüfanforderungen abgesenkt werden, fügte der KBV-Chef hinzu. Zudem müsse der Mehraufwand, den niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten bei der Qualitätssicherung haben, bei den Vergütungen berücksichtigt werden. „Hohe Qualität gibt es nicht zum Nulltarif.“

Dryden: Patienten haben hohes Maß an Sicherheit

Die bewährten Strukturen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mit ihren regionalen Aktivitäten würden belegen, „dass Instrumente der Qualitätsförderung dann nachhaltig wirken, wenn sie am Patienten ansetzen und von den Beteiligten selbst gestaltet und verantwortet werden“, sagte Dr. Wolfgang-Axel Dryden, Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe. „Patienten haben in der vertragsärztlichen Versorgung ein hohes Maß an Sicherheit.“

Qualitätszirkel und Peer Review

Dryden verwies auf das umfangreiche Portfolio an Instrumenten zur Sicherung und Förderung der Versorgungsqualität. So seien zum Beispiel Qualitätszirkel Möglichkeiten „die eigenen Behandlungspfade im interkollegialen Dialog auf den Prüfstand zu stellen“. Messlatte seien zumeist Leitlinien der Fachgesellschaften und die Nationalen VersorgungsLeitlinien, betonte der KV-Chef.

Dieses besonders erfolgreiche Instrument zur Qualitätsförderung würde von den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten intensiv genutzt. Neben der Förderung freiwilliger Initiativen wie auch Peer Review unterstützen die KVen Ärzte und Psychotherapeuten bei der Umsetzung ihres internen Qualitätsmanagements.

Facharztstatus und Genehmigungsvorbehalt

„Garanten einer qualitativ hochwertigen ambulanten Gesundheitsversorgung sind der Facharztstatus, der Genehmigungsvorbehalt und die Fortbildungsverpflichtung“, sagte Dr. Franziska Diel, Dezernentin Sektorenübergreifende Qualitäts- und Versorgungskonzepte.

Zusätzlich unterliegen etwa die Hälfte der Leistungen, die Vertragsärzte durchführen, spezifischen Qualitätsanforderungen. Nur wenn sie diese erfüllen, dürfen sie die Behandlung oder Untersuchung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchführen. Stimmt die Qualität nicht, kann die Genehmigung für eine Leistung widerrufen werden. Zu den entsprechenden Leistungsbereichen zählen unter anderem ambulante Operationen, Akupunktur, Hörgeräteversorgung, Ultraschalldiagnostik sowie Koloskopien.

Zugleich wies Diel darauf hin, dass die Qualitätsmessung oftmals eine Herausforderung sei. „Nicht alles, was gute Qualität ausmacht, kann gemessen werden.“

Qualitätsberichte der KBV und der KVen

Die seit über zehn Jahren erscheinenden Qualitätsberichte der KBV und der KVen zeigen ebenfalls, dass sich die ambulante Versorgung in Deutschland auf einem hohen Niveau bewegt. Darin werden ausgewählte Aktivitäten und Initiativen vorgestellt. Zudem geben die Berichte einen Überblick über das Genehmigungs- und Prüfgeschehen der ambulanten Qualitätssicherung.

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