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Praxisnachrichten

Meine Meinung zum eArztbrief

Praxistest: Teilnehmer haben rund 8.000 eArztbriefe verschickt

10.03.2016 - Der eArztbrief wird seit vergangenem Jahr erfolgreich in 26 Praxisnetzen erprobt. Die Teilnehmer verschickten bis heute rund 8.000 eArztbriefe über den Kommunikationsdienst KV-Connect. In Berlin tauschten sich in dieser Woche Experten zur aktuellen Entwicklung in der Telematik aus.

Die KV Telematik, eine Tochtergesellschaft der KBV, hat ein erstes Zwischenfazit ihres Praxistests zum eArztbrief vorgestellt. „Beim Einsatz des eArztbriefes herrscht Aufbruchsstimmung“, sagte Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik, auf der Veranstaltung.

Diese werde auch nicht davon getrübt, dass der Gesetzgeber die finanzielle Förderung des eArztbriefes im eHealth-Gesetz von 2016 auf 2017 verschoben und an den Einsatz des elektronischen Heilberufeausweises gebunden habe. Der Test zeige, dass die Ärzte, die den eArztbrief installiert hätten, ihn schnell in die tägliche Praxis integrieren und nutzen würden: Seit November 2015 wurden rund 8.000 Briefe elektronisch und sicher über den Kommunikationsdienst KV-Connect versendet.

Dr. Thomas Koch, Orthopäde und Geschäftsführer eines der 26 Netze, die den eArztbrief derzeit erproben, berichtete auf der Veranstaltung von den Vorteilen, des elektronischen Austauschs quer durch unterschiedliche Praxisverwaltungssystem (PVS). „Für unser Ärzte ist das eine prozessuale und organisatorische Erleichterung“, sagte Koch. Die eingegangenen eArztbriefe würden beispielsweise automatisch in die richtige Patientenakte einsortiert.

D2D wird im Herbst endgültig abgeschaltet

Ein weiteres Thema auf der Veranstaltung war D2D: Der veraltete Übertragungsweg – beispielsweise für die Kommunikation mit der gesetzlichen Unfallversicherung (DALE-UV) und für die Dokumentation von Disease-Management-Programmen (DMP) – wird am 30. September 2016 abgeschaltet und von KV-Connect abgelöst.

Diverse PVS-Anbieter hätten die KV-Connect-Lösung für DALE-UV und eDMP in ihren Produkten umgesetzt, so Fuhrmann. An die restlichen Softwarehäuser appellierte er, die Implementierung zeitnah vorzunehmen. Ärzte sollten sich rasch bei ihrem PVS-Hersteller nach dem Stand der Umsetzung erkundigen, damit sie ab Oktober wie gewohnt dokumentieren und abrechnen können.

An dem zweiten Partnermeeting der KV Telematik nahmen rund 200 Experten aus KBV, Kassenärztlichen Vereinigungen, Softwarehäusern und Krankenkassen teil. Dabei ging es um Telematik-Anwendungen wie den eArztbrief, die Labordatenkommunikation, den eTerminservice und D2D. Alle Vorträge hat die KV Telematik hier zum Herunterladen bereitgestellt.

Elektronischer Arztbrief

Ärzte und Psychotherapeuten können bereits jetzt schon elektronische Arztbriefe im Sicheren Netz der KVen (SNK) via KV-Connect versenden, empfangen und abrechnen. Ab 1. Januar 2017 erhalten sie für die Übermittlung eines elektronischen Briefes eine Pauschale von insgesamt 55 Cent, wenn dessen Übertragung sicher erfolgt und der Papierversand entfällt. Voraussetzung ist hierbei auch, dass die Briefe mit dem elektronischen Heilberufsausweis signiert sind. Der Ausweis wird über die Landesärztekammern ausgegeben.

Die Förderung läuft bis 31. Dezember 2017. Die Vergütung erfolgt dabei nicht wie bisher aus der begrenzten morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV), sondern extrabudgetär. Die Kosten, die für den Papierversand entfallen, sind bei der jährlichen Anpassung der MGV zu berücksichtigen. Details zu Inhalt und Struktur des elektronischen Briefes sowie zur Abrechnung legt die KBV in einer Richtlinie gemäß Paragraf 291 f. Absatz 2 SGB V fest.

eArztbrief: KBV auf Kurs

Die Richtlinie ist aus Sicht der KBV verabschiedungsreif. Die endgültige Beschlussfassung mit den Vertragspartnern steht bis dato jedoch noch aus. Dabei laufen die im eHealth-Gesetz vorgeschriebenen Fristen längst. Zum Stand der Dinge - auch beim Versichertenstammdaten-Management - äußert sich Dr. Andreas Gassen im aktuellen Video-Interview mit dem KBV-eigenen Web-TV KV-on.

Die KV Telematik

Die KV Telematik ist eine Tochtergesellschaft der KBV und entwickelt Telematik-Anwendungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Verbreitung des ärztlichen Kommunikationsdienstes KV-Connect und dazugehöriger Anwendungen.

Ziel der KV Telematik ist es, nutzbringende und medizinisch sinnvolle Anwendungen zur Unterstützung der Versorgung von Patienten gemeinsam mit den Spezialisten der KVen und Softwarehersteller zu entwickeln. KV-Connect nutzt als sichere Infrastruktur das Sichere Netz der KVen (SNK).

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