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Geringe Nachfrage bei Terminservicestellen

04.05.2016 - Die Nachfrage bei den Terminservicestellen ist verhalten. Seit dem Start Ende Januar wurden etwa 31.000 Facharzttermine bundesweit vermittelt, wie die KBV heute auf einer Pressekonferenz bilanzierte. Die Servicestellen sollen Patienten mit einer dringlichen Überweisung einen Facharzttermin spätestens in vier Wochen anbieten.

„Im Vergleich zu den jährlich mehr als 550 Millionen Behandlungsfällen im ambulanten Bereich ist die Zahl der vermittelten Termine sehr gering“, konstatierte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen vor Journalisten. Dies beweise erneut, dass kein Bedarf bestehe. Insgesamt könne Deutschland – auch international betrachtet – kurze Wartezeiten bei Facharztterminen vorweisen.

Jedem Patienten konnte ein Termin vermittelt werden

Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben die Servicestellen, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, mit großem Aufwand, professionell und fristgerecht etabliert, wie Gassen betonte. Die Ärzte meldeten regelmäßig freie Termine – mehr als nachgefragt würden. „Die Servicestellen konnten jedem Patienten mit einer dringlichen Überweisung innerhalb einer Woche einen Termin beim Facharzt vermitteln“, fügte er hinzu.

Umso ärgerlicher sei es, dass schätzungsweise zehn bis 20 Prozent der Patienten die vermittelten Termine nicht wahrnehmen würden, ohne in der Praxis abzusagen, kritisierte der KBV-Chef. Dies könne nicht „dauerhaft sanktionslos bleiben“.

Dringende Termine noch am selben Tag

Gassen wies darauf hin, dass die Terminservicestellen keine Wunschtermine bei Wunschärzten vermitteln. „Patienten haben darauf keinen gesetzlichen Anspruch.“ Er riet, möglichst zunächst den behandelnden Arzt aufzusuchen. Sollte sich dann herausstellen, dass die Konsultation eines Facharztes dringend erforderlich sei, erhielten die Patienten meist einen Termin in wenigen Stunden oder Tagen und nicht erst in vier Wochen. Gassen: „Die Abstimmung zwischen Haus- und Fachärzten funktioniert bei der Vermittlung von dringenden Terminen seit Jahren reibungslos.“

Weitere Erleichterungen geplant

Zur Unterstützung von Kassenärztlichen Vereinigungen und Arztpraxen bei der Terminvermittlung hat die KV Telematik GmbH (KVTG), ein Tochterunternehmen der KBV, ein Webtool entwickelt. „Trotz eines knappen Zeitplans und zahlreicher Anforderungen konnten wir mit dem eTerminservice pünktlich eine hochwertige Lösung anbieten“, betonte KVTG-Geschäftsführer Dr. Florian Fuhrmann. Bislang nutzten elf Kassenärztliche Vereinigungen die Anwendung. Fachärzte können dort elektronisch freie Termine eintragen, auf die die Mitarbeiter der Servicestellen zugreifen können.

Fuhrmann kündigte an, dass die Terminmeldung der Ärzte bald auch direkt aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) möglich sein wird. Die Softwarehäuser erhalten dazu demnächst die entsprechende Spezifikation. Dann könnten die Praxen auch die Dringlichkeitscodes automatisch generieren und auf die Überweisung drucken lassen. Bislang müssen die Codes, die zur Anfrage bei den Terminservicestellen berechtigt, per Hand auf die Überweisungen geklebt werden.

Gassen kündigt Evaluation an

Gassen kündigte eine Evaluation der Terminservicestellen nach einem Jahr Betrieb an. „Wir werden prüfen, in welchem Verhältnis Aufwand und Nutzen stehen.“ Sollte die Inanspruchnahme dann immer noch gering sein, müsse die Politik entscheiden, ob Servicestellen weiter bestehen bleiben sollen.

Die Einrichtung von Terminservicestellen hatte die Bundesregierung mit dem Versorgungsstärkungsgesetz beschlossen. Aufgabe der Servicestellen ist es, gesetzlich Krankenversicherten innerhalb einer Woche einen Termin beim Facharzt zu vermitteln – wenn eine entsprechend gekennzeichnete Überweisung vorliegt.

Die Wartezeit auf den Termin soll höchstens vier Wochen betragen. Anderenfalls muss den Patienten ein Termin im Krankenhaus angeboten werden. Die KBV hatte wiederholt dagegen protestiert und auf den mangelnden Bedarf verwiesen.

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