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Praxisnachrichten

Neuer Test soll Früherkennung von Darmkrebs verbessern

12.05.2016 - Ein neues Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs steht ab Oktober zur Verfügung. Die Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl erfolgt dann mit einem quantitativen immunologischen Test. Anspruch auf die Untersuchung haben wie bisher Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren.

Studien haben gezeigt, dass mit immunologischen Tests (iFOBT) nicht sichtbares Blut im Stuhl insbesondere mit einer höheren Sensitivität nachgewiesen werden kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat daher festgelegt, den bislang verwendeten Guajak-basierten Test abzulösen und die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie entsprechend zu ändern.

Ausgabe der Tests auch im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen

Der Beschluss des G-BA sieht vor, dass der Arzt wie bisher den Stuhltest an die Patienten ausgibt. Anders als bisher erfolgt die Auswertung allerdings nicht in der Praxis, sondern im Labor. Neu ist ferner, dass Hausärzte auch bei Gesundheitsuntersuchungen (Check-up 35) – sofern die Patienten das Anspruchsalter von 50 Jahren erreicht haben – den immunologischen Test ausgeben sollen. Damit soll die Teilnahmequote insbesondere bei Männern erhöht werden. Bisher ist die Ausgabe auf Ärzte beschränkt, die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durchführen.

Untersuchung erfolgt im Labor

Für eine bestmögliche Ergebnisqualität ist es wichtig, dass die Stuhlproben möglichst rasch ausgewertet werden. Deshalb sollen die Ärzte die Patienten darauf hinweisen, dass sie die Probe möglichst am Tag nach der Abnahme abgegeben. Die Ärzte veranlassen dann spätestens am darauf folgenden Werktag die Untersuchung in einem Labor, das solche Untersuchungen durchführen darf. Ein auffälliger Befund wird mit einer Koloskopie abgeklärt.

Die Durchführung des immunologischen Stuhltests dürfen Ärzte vornehmen, die eine Abrechnungsgenehmigung für Leistungen des EBM-Abschnitts 32.3 haben. Sie sind zudem verpflichtet, Angaben wie verwendete Tests, Gesamtzahl der untersuchten und der positiven Proben zur Evaluation des Früherkennungsprogramms zu erfassen.

Dokumentation von Koloskopien nach positivem Test

Der G-BA hat außerdem festgelegt, dass Ärzte, die nach einem positiven iFOBT eine Koloskopie durchführen, das Ergebnis elektronisch dokumentieren müssen. Dabei gelten für die Abklärungskoloskopien dieselben Qualitätssicherungsvorgaben und Dokumentationspflichten wie für Koloskopien zur Früherkennung von Darmkrebs.

Hierfür wird die bisherige Dokumentation zur Früherkennungskoloskopie um ein Feld zur Erfassung der Indikationsstellung erweitert. Künftig kreuzen Ärzte an, ob es sich um eine „Koloskopie als primäre Screening-Untersuchung“ handelt oder um eine „Koloskopie nach positivem iFOBT“. Die Anpassung im Praxisverwaltungssystem werden die Software-Hersteller mit dem Update für das 1. Quartal 2017 vornehmen.

Aufbau eines Darmkrebsscreenings

Die Änderung des Testverfahrens ist ein erster Teilbeschluss im Zuge der Weiterentwicklung des Früherkennungsprogramms für Darmkrebs. Ziel ist ein organisiertes und qualitätsgesichertes Screeningprogramm, wie im 2013 verabschiedeten Krebsfrüherkennungs- und registergesetz gefordert.

Merkblatt verliert Gültigkeit

Der Beschluss des G-BA zur Änderung des Testverfahrens wird noch vom Bundesgesundheitsministerium geprüft und tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntgabe im Bundesanzeiger am 1. Oktober 2016 in Kraft. Lediglich der Beschluss zur Änderung des Dokumentationsbogens tritt erst am 1. Januar 2017 in Kraft. Das Merkblatt zur Darmkrebsfrüherkennung, das auf der Durchführung eines Guajak-basierten Tests basiert, verliert dann seine Gültigkeit.

Darmkrebs: kostenloses Infomaterial

Um Patienten auf die Früherkennungsuntersuchung für Darmkrebs aufmerksam zu machen, stellt die KBV verschiedene Informationen bereit:

Plakat für das Wartezimmer mit dem Slogan „Große Probleme fangen oft winzig an“ (PDF, 3,5 MB)
Flyer, der Patienten über Qualität und Qualitätsmaßnahmen bei einer Koloskopie informiert (PDF, 1 MB)

Praxen können die beiden Publikationen kostenlos bei der KBV bestellen (versand@kbv.de).

Patienteninformation „Darmkrebs im frühen Stadium" (PDF, 62 KB)

Praxen können die Patienteninformation kostenfrei herunterladen und für Patienten ausdrucken.

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