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Praxisnachrichten

PET und PET/CT: Vereinbarung zur Qualitätssicherung in Kraft

07.07.2016 - Für die Tumordiagnostik mittels PET und PET/CT gilt seit Monatsbeginn eine Qualitätssicherungs-Vereinbarung. Sie regelt, welche Voraussetzungen Radiologen und Nuklearmediziner für eine Abrechnungsgenehmigung erfüllen müssen. Für Ärzte, die die Untersuchungsmethode bereits anwenden, gibt es eine Übergangsregelung.

Nuklearmediziner und Radiologen dürfen die Positronenemissionstomographie (PET) sowie die PET mit Computertomographie (PET/CT) bereits seit Jahresbeginn über den EBM abrechnen. Für die Abrechnung dieser Leistungen (GOP 34700 bis 34703) benötigen sie eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die Voraussetzungen sind nun seit 1. Juli in der neuen QS-Vereinbarung PET, PET/CT geregelt.

Genehmigung: Das sind die Anforderungen

Zur fachlichen Befähigung weisen Radiologen und Nuklearmediziner 1.000 PET-Untersuchungen zu onkologischen Fragestellungen nach, die sie unter Anleitung innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung vorgenommen haben. Zudem sind Kenntnisse und Erfahrungen bei der Einordnung von PET-Befunden in den Kontext anderer bildgebender Verfahren erforderlich.

Für die Tumordiagnostik mittels PET beziehungsweise PET/CT ist unter anderem der Einsatz eines PET-Systems mit einer räumlichen Auflösung von ≤ 5,5 Millimetern erforderlich. Für Alt-Geräte gilt eine Übergangsregelung (s. Infokasten). Auch ist eine Notfallausrüstung vorzuhalten.

In der Vereinbarung ist ferner festgelegt, dass Indikationsstellung, Befund- und gegebenenfalls erforderliche Nachbesprechung in interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgen. Dabei ist die genaue Teamzusammensetzung abhängig von der konkreten Indikation. Eine Präsenzpflicht der Teammitglieder ist nicht vorgeschrieben.

Fortbildung und Stichprobenprüfungen

Damit sie ihre Genehmigung behalten, müssen Radiologen und Nuklearmediziner an Fortbildungsmaßnahmen zu onkologischen Fragestellungen teilnehmen. Dazu sind gegenüber der KV mindestens 20 Fortbildungspunkte innerhalb von jeweils 24 Monaten nachzuweisen. Außerdem sind nach der Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) Stichprobenprüfungen vorgesehen, bei denen die Dokumentation überprüft wird.

Übergangsregelung und Genehmigungen seit Januar 2016

Die neue QS-Vereinbarung sieht Übergangsregelungen vor. Diese stellen sicher, dass Ärzte, die schon vor dem Inkrafttreten der Vereinbarung am 1. Juli 2016 regelmäßig Leistungen der PET beziehungsweise PET/CT durchgeführt haben, eine Genehmigung von der KV erhalten können.

Ebenso behalten Genehmigungen, die seit dem 1. Januar 2016 auf der Grundlage der G-BA-Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ erteilt wurden, ihre Gültigkeit.

Anforderungen an die Qualitätssicherung bei PET und PET/CT

Nachfolgend sind einige wesentliche Anforderungen laut QS-Vereinbarung PET, PET/CT zusammengestellt:

Anforderungen an die Qualitätssicherung bei PET und PET/CT

Fachliche Befähigung

Zur fachlichen Befähigung weisen Radiologen und Nuklearmediziner 1.000 PET-Untersuchungen zu onkologischen Fragestellungen nach, die sie unter Anleitung innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung vorgenommen haben.

Zudem sind Kenntnisse und Erfahrungen bei der Einordnung von PET-Befunden in den Kontext anderer bildgebender Verfahren erforderlich. Ärzte weisen dies durch die Einordnung von 200 CT oder Magnetresonanztomographien (MRT) in den diagnostischen Kontext mit PET-Befunden nach.

Die Durchführung der PET/CT kann auch in Kooperation erfolgen, sofern die fachlichen Anforderungen für die PET einerseits und die CT andererseits nicht vom selben Arzt erfüllt werden. Zusätzlich ist eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung Strahlendiagnostik und -therapie erforderlich, sofern eine CT durchgeführt wird.

Aufrechterhalten der fachlichen Befähigung

Damit sie ihre Genehmigung behalten, müssen Radiologen und Nuklearmediziner an Fortbildungsmaßnahmen zu onkologischen Fragestellungen teilnehmen. Dazu weisen sie gegenüber der KV mindestens 20 Fortbildungspunkte innerhalb von jeweils 24 Monaten nach.

Stichprobenartige Überprüfung der Dokumentation

Die ärztliche Dokumentation der PET und PET/CT wird stichprobenartig überprüft. Dazu müssen alle Ärzte, die eine Genehmigung haben, innerhalb von jeweils drei Jahren zwölf abgerechnete PET- beziehungsweise PET/CT-Untersuchungen einreichen. Das Intervall zwischen den Prüfungen wurde erfolgsabhängig gestaltet.

Apparative Voraussetzungen

Für die Tumordiagnostik mittels PET beziehungsweise PET/CT ist unter anderem der Einsatz eines PET-Systems mit einer räumlichen Auflösung von ≤ 5,5 Millimetern erforderlich.

Für Alt-Geräte, mit denen in den letzten fünf Jahren regelmäßig PET-Untersuchungen durchgeführt wurden, gilt eine Übergangsregelung. Sie dürfen eine Auflösung von ≤ 7 Millimetern haben, wenn die Genehmigung innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der QS-Vereinbarung beantragt wurde. Diese Geräte dürfen längstens bis sechs Jahre nach Inkrafttreten dieser Vereinbarung verwendet werden.

Auch ist eine Notfallausrüstung vorzuhalten, die mindestens aus Frischluftbeatmungsgerät, Absaugvorrichtung, Sauerstoffversorgung, Rufanlage und Notfall-Arztkoffer bestehen muss.

Anforderungen an die Zusammenarbeit

In der QS-Vereinbarung PET, PET/CT ist festgelegt, dass Indikationsstellung, Befund- und gegebenenfalls erforderliche Nachbesprechung in interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgen. Die genaue Teamzusammensetzung ist abhängig von der konkreten Indikation.

Keine Präsenzpflicht

Eine Präsenzpflicht der beteiligten Ärzte bei der interdisziplinären Zusammenarbeit im Team ist nicht vorgeschrieben.

Übergangsregelung und Genehmigungen seit Januar 2016

Die neue QS-Vereinbarung sieht Übergangsregelungen vor. Diese stellen sicher, dass Ärzte, die schon vor dem Inkrafttreten der Vereinbarung am 1. Juli 2016 regelmäßig Leistungen der PET beziehungsweise PET/CT durchgeführt haben, eine Genehmigung von der KV erhalten können.

Ebenso behalten Genehmigungen, die seit dem 1. Januar 2016 auf der Grundlage der G-BA-Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ erteilt wurden, ihre Gültigkeit.

PET und PET/CT bei Lungenkrebs und Hodgkin-Lymphom

Gesetzlich Krankenversicherte haben bereits seit 2007 bei bestimmten Indikationen Anspruch auf eine Untersuchung mittels Positronenemissionstomographie (PET) beziehungsweise PET mit Computertomographie (PET/CT).

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Diagnoseverfahren damals in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Die Kosten für die Untersuchung werden bei Patienten mit Lungenkarzinom oder Hodgkin-Lymphom übernommen, sofern die zugelassenen Indikationen vorliegen.

Zum 1. Januar 2016 wurde der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) um einen Abschnitt 34.7 für diese Leistungen ergänzt. Der Abschnitt enthält jeweils zwei Gebührenordnungspositionen (GOP) für die PET des gesamten Körperstammes und für Teile des Körperstammes – mit oder ohne CT (GOP 34700 bis 34703).

Radiologen und Nuklearmediziner können bei der Durchführung kooperieren. Da aufgrund der Kooperation mehrere Ärzte die Leistung durchführen, muss der Arzt, der die GOP des Abschnittes 34.7 abrechnet, in seiner Quartalsabrechnung bestätigen, dass er mit den anderen Ärzten eine Vereinbarung darüber getroffen hat, wonach nur er allein in den jeweiligen Fällen diese Leistung abrechnet.

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