Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Mammographie-Screening: Aufklärungsgespräch jetzt im EBM

08.09.2016 - Im Programm zur Früherkennung von Brustkrebs haben Frauen Anspruch auf ein ärztliches Aufklärungsgespräch vor der Mammographie. Dafür wird ab dem 1. Oktober eine neue Gebührenordnungsposition in den EBM aufgenommen.

Die Leistung können der Programmverantwortliche Arzt sowie von ihm beauftragte Ärzte des Mammographie-Screening-Programms abrechnen. Beauftragte Ärzte müssen berechtigt sein, mindestens eine der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01750 bis 01759 abzurechnen.

Die neue GOP 01751 sieht einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt und ein Gespräch von mindestens fünf Minuten mit der Patientin vor. Dieses Gespräch muss vor der Röntgenuntersuchung beider Mammae (Mammographie, GOP 01750) erfolgen und soll über Hintergründe, Ziele, Inhalte und Vorgehensweise des Früherkennungsprogramms informieren. Findet das Gespräch am selben Tag wie die Mammographie statt, müssen jeweils die Uhrzeiten bei der Abrechnung angegeben werden.

Die GOP 01751 ist je vollendete fünf Minuten mit 63 Punkten bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Sie kann je nach Aufklärungsbedarf der Patientin mehrfach, jedoch höchstens dreimal im Krankheitsfall berechnet werden.

Aufklärungsgespräch ist freiwilliges Angebot

Die GOP 01750 für die Mammographie wurde entsprechend angepasst: bevor die Röntgenaufnahmen erstellt werden, muss künftig geprüft werden, ob eine ärztliche Aufklärung der Patientin erfolgte oder sie darauf verzichtet hat.

Im Falle eines Verzichts muss die Patientin eine Erklärung unterschreiben und zum Termin mitbringen. Diese Verzichtserklärung ist dem Einladungsschreiben beigefügt. Termine für das ärztliche Aufklärungsgespräch kann die Patientin direkt mit der „Zentralen Stelle“ vereinbaren, die die Einladung und Termine der Untersuchung koordiniert.

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie stellt in ihrem Patientinnen-Flyer „Aufklärungsgespräch oder Erklärung zum Verzicht“ die Neuerungen vor und macht deutlich, dass es dabei nicht um eine persönliche Risikoberatung zu Brustkrebs geht. Eine solche Beratung erfolge mit dem behandelnden Facharzt.

Angepasstes Einladungsschreiben

Im Oktober 2015 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss diverse Änderungen der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie im Teil Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-Screening beschlossen. Dabei wurde unter anderem das Einladungsschreiben überarbeitet und ein Hinweis auf die Möglichkeit eines mündlichen Aufklärungsgesprächs mit einem Arzt aufgenommen.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten