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Telekonsile: Vereinbarung zu technischen Anforderungen geschlossen

15.09.2016 - Zur telemedizinischen Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen ab April 2017 haben sich KBV und GKV-Spitzenverband auf ein technisches Verfahren geeinigt. Die Vereinbarung dazu beinhaltet insbesondere Einzelheiten zur Qualität und zur Sicherheit bei der Datenübermittlung. Als nächstes soll über die Vergütung der neuen Leistungen verhandelt werden.

„Durch eine digitale Übertragung der Aufnahmen in diagnostischer Qualität lassen sich Zeit und Kosten sparen. Das nutzt Patienten und Ärzten gleichermaßen“, erklärte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen am Donnerstag in Berlin. „Mit der Vereinbarung haben wir bei der Einführung dieser neuen telemedizinischen Leistung jetzt ein wichtiges Ziel erreicht.“

Ab 1. April 2017: Vergütung von Telekonsilen

Das E-Health-Gesetz sieht vor, dass ab 1. April 2017 Telekonsile zwischen Ärzten bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen vergütet werden. Dazu haben KBV und GKV-Spitzenverband nun in einem ersten Schritt die Anforderungen an die technischen Verfahren vereinbart. Die Vereinbarung steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Anforderungen für die Übermittlung der Bilder

Die Vereinbarung regelt unter anderem die Anforderungen an den Kommunikationsdienst zur Übermittlung der Bilder: So muss die Nachricht „Ende-zu-Ende“ verschlüsselt sein. Neben dem Bild müssen auch weitere Daten wie Informationen zur Anamnese und der elektronische Auftrag übertragen werden können. Sender und Empfänger müssen eindeutig identifizierbar sein. Weiterhin sieht die Vereinbarung vor, dass die Bilder auch nach der Übertragung noch die Standards der Qualitätssicherung erfüllen müssen.

Qualitätsvoraussetzungen

Telekonsile dürfen nur von Vertragsärzten mit einer entsprechenden Genehmigung zur Durchführung von Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen veranlasst oder durchgeführt werden. Die Ärzte müssen über die entsprechenden apparativen Voraussetzungen zur Befundung verfügen.

Für die Übermittlung der zu beurteilenden Röntgenbilder und die Befundbeurteilung durch den Konsiliararzt muss der Patient vorab seine schriftliche Einwilligung erteilen. Der Konsiliararzt übermittelt seine Befundung spätestens drei Werktage, nachdem der Auftrag eingegangen ist, an den behandelnden Arzt.

Bis Telematikinfrastruktur verfügbar: Übergangsregelung

Da in den Verhandlungen zur Vereinbarung in einigen Punkten zunächst keine Einigung erzielt werden konnte, war ein sogenanntes Schlichtungsverfahren eingeleitet worden. Strittige Punkte waren die Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) sowie eine mögliche Übergangsregelung bis zur Verfügbarkeit der Telematikinfrastruktur.

Hier hatte die KBV durchsetzen können, dass – solange die Telematikinfrastruktur und die damit verbundenen sicheren Dienste noch nicht zur Verfügung stehen – übergangsweise zertifizierte Kommunikationsdienste als Übertragungsweg für die Bilddateien genutzt werden können.

Der behandelnde Arzt muss die elektronische Beauftragung des Konsiliararztes mit dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) qualifiziert elektronisch signieren, der Konsiliararzt den Zweitbefund.

Nächster Schritt: Anpassung des EBM

Auf der Grundlage dieser Vereinbarung beschließt nun der Bewertungsausschuss bis Ende des Jahres entsprechende Anpassungen des EBM. Am 1. April 2017 treten die Vergütungsregelungen dann in Kraft.

E-Health-Gesetz: Telemedizinische Anwendungen

Ab 1. April 2017 werden Telekonsile zwischen Ärzten bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen vergütet. Darüber hinaus werden ab 1. Juli 2017 auch Online-Videosprechstunden berechnungsfähig: Hierbei geht es um eine telemedizinisch gestützte Betreuung von Patienten, mit der die ansonsten wiederholte persönliche Vorstellung in der Arztpraxis ersetzt werden kann, beispielsweise bei Verlaufskontrollen.

KBV und GKV-Spitzenverband vereinbaren Anforderungen an die technischen Verfahren bei Telekonsilen sowie – bis zum 30. September 2016 – bei Videosprechstunden. Der Bewertungsausschuss beschließt bis 31. Dezember 2016 (Telekonsile) beziehungsweise bis 31. März 2017 (Videosprechstunden) eine entsprechende EBM-Anpassung.

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