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Elektronischer Arztbrief: KBV-Vertreterversammlung beschließt Details

22.09.2016 - Ab 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe laut E-Health-Gesetz finanziell gefördert. Details zu Inhalt und Struktur der Briefe sowie zur Abrechnung hat die KBV in einer Richtlinie festgelegt, die am vergangenen Freitag von der KBV-Vertreterversammlung beschlossen wurde.

Mit der Richtlinie steht nunmehr fest, wie Ärzte eArztbriefe sicher übermitteln. Eine solche Vorgabe hatte der Gesetzgeber verlangt. Denn nach dem E-Health-Gesetz zahlen die Krankenkassen im Jahr 2017 eine Pauschale von insgesamt 55 Cent für jeden elektronisch übermittelten Brief, wenn dessen Übertragung sicher erfolgt und der Papierversand entfällt. Ärzte müssen die Briefe zudem mit dem Heilberufsausweis qualifiziert elektronisch signieren.

Technische Anforderungen

Die jetzt verabschiedete Richtlinie sieht vor, dass Ärzte und Psychotherapeuten zum Versand und Empfang der eArztbriefe ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) verwenden. Ein solches Netzwerk ist zum Beispiel das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen. Zudem muss ein Praxisverwaltungssystem verwendet werden, das durch die KBV für den eArztbrief zertifiziert ist.

Besondere Sicherheitsanforderungen werden auch an den Kommunikationsdienst zur Übermittlung der Briefe gestellt. Er muss unter anderem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachricht sowie die eindeutige Identifizierung von Absender und Empfänger gewährleisten. Diese Voraussetzungen erfüllen beispielsweise der Kommunikationsdienst KV-Connect oder der in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehende E-Mail-Dienst KV-SafeMail.

Pauschale: Aufteilung auf Sender und Empfänger

Da sowohl Sender als auch Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, um Arztbriefe elektronisch übermitteln zu können, wird die Förderung von 55 Cent pro Brief zwischen beiden aufgeteilt: 28 Cent erhalten Ärzte für den Versand eines eArztbriefes (GOP 86900), 27 Cent für den Empfang (GOP 86901).

Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Das heißt: Werden die Gebührenordnungspositionen 86900 oder 86901 berechnet, können für denselben Brief an denselben Adressaten nicht die Kostenpauschalen 40120 bis 40126 abgerechnet werden.

Vergütung und Obergrenze beim Versand

Die Vergütung erfolgt dabei nicht aus der begrenzten morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV), sondern extrabudgetär. Beim Versand gibt es allerdings eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich an der Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal orientiert. Dabei können für einen Patienten auch mehrere Briefe verschickt werden.

Inkrafttreten

Die Richtlinie wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt. Wenn es keine Beanstandungen durch das BMG gibt, tritt die Richtlinie zum 1. Oktober in Kraft. Der Förderzeitraum beginnt am 1. Januar 2017.

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