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Praxisnachrichten

Krankenhäuser müssen ab Mitte 2017 Entlasspläne erstellen

20.10.2016 - Krankenhausärzte müssen ab Juli kommenden Jahres für jeden Patienten einen Entlassplan erstellen und bei Bedarf erste Maßnahmen zur Weiterbehandlung einleiten. Dazu gehört auch die Verordnung von Medikamenten. Näheres wurde jetzt per Schiedsspruch geregelt.

Krankenhäuser sind danach ab Mitte 2017 verpflichtet, jedem Patienten ein Entlassmanagement anzubieten. Ziel ist es, eine lückenlose Anschlussversorgung zu organisieren. Dazu soll das Krankenhaus feststellen, ob und welche medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen der Patient im Anschluss an einen stationären Aufenthalt benötigt. Die Maßnahmen sollen eingeleitet werden, wenn der Patient noch in der Klinik ist. Der weiterbehandelnde Vertragsarzt muss darüber rechtzeitig informiert werden.

Krankenhausärzte dürfen verordnen

Im Rahmen des Entlassmanagements dürfen Krankenhäuser künftig auch Arznei-, Verband- , Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege sowie Soziotherapie verordnen und die Arbeitsunfähigkeit feststellen – allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum. So ist bei Arzneimitteln vorrangig die kleinste Packungsgröße (N1-Packung) zu verschreiben.

Die Verpflichtung der Krankenhäuser zum Entlassmanagement mit der Möglichkeit, Verordnungen auszustellen, geht zurück auf eine Vorgabe des Gesetzgebers im Versorgungsstärkungsgesetz. Die Details sollten KBV, Deutsche Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband beschließen. Da keine Einigung erzielt werden konnte, musste das erweiterte Bundesschiedsamt die strittigen Punkte regeln.

Gleiche Regelungen wie Arztpraxen

Das Schiedsamt legte nunmehr unter anderem fest, dass für Verordnungen im Krankenhaus dieselben Regelungen gelten wie in der Arztpraxis. Auch die Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit gelten analog. Ebenso dürfen Kliniken für die Bedruckung der Formulare nur zertifizierte Softwareprodukte einsetzen.

Klinikärzte kennzeichnen Rezepte mit LANR

Durchsetzen konnten sich KBV und GKV-Spitzenverband auch in dem Punkt, dass Krankenhausärzte zur Kennzeichnung der Verordnungen eine lebenslange Arztnummer (LANR) erhalten. Nach dem Schiedsspruch sind diese sowie die Betriebsstättennummer (BSNR) der Klinik auf allen Rezepten anzugeben. Alternativ zur LANR ist eine Krankenhausarztnummer möglich, wenn sie dieselben Informationen wie die LANR enthält.

Mit der Entscheidung des Schiedsamtes ist der dreiseitige Rahmenvertrag zum Entlassmanagement unter Dach und Fach. Damit stehen alle Einzelheiten fest, wie das Entlassmanagement und insbesondere Verordnungen ab Juli nächsten Jahres zu erfolgen haben. Auch die entsprechenden Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses sind bereits angepasst.

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