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Praxisnachrichten

Praxistest für eGK mit erster Anwendung

24.11.2016 - Die Pilotphase für die erste Online-Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte hat begonnen. Etwa 20 Praxen und ein Krankenhaus werden dazu an die Telematikinfrastruktur angeschlossen.

Das sogenannte Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist die erste Online-Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Dabei wird über eine Online-Verbindung zwischen der Praxis und der Krankenkasse des Patienten geprüft, ob die Versichertenstammdaten wie Name, Adresse und Versichertenstatus aktuell sind und die eGK gültig ist.

Die Pilotphase findet in der Testregion Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) statt. Nach Darstellung der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) sollen die Stabilität des digitalen Netzes des deutschen Gesundheitswesens sowie die Praxistauglichkeit der damit verbundenen Komponenten und Prozesse getestet und wissenschaftlich evaluiert werden.

Dabei geht es nicht nur um die von der gematik zugelassenen Geräte und Dienste sowie die technischen Abläufe beim Einlesen der eGK, sondern auch um Schulungen der Ärzte, Zahnärzte und des medizinischen Personals.

Erprobung mit 500 Praxen folgt

Basierend auf den Erfahrungen der ersten Phase ist im Anschluss die Erprobungsphase mit 500 Praxen und weiteren Krankenhäusern geplant. Nach der erfolgreichen Erprobung soll dann das flächendeckende „Ausrollen“ der Telematikinfrastruktur (TI) beginnen.

Ab Juli 2018 sind alle Ärzte und Psychotherapeuten laut E-Health-Gesetz verpflichtet, die Versichertendaten auf der eGK online zu prüfen und zu aktualisieren. Ansonsten drohen den Ärzten und Psychotherapeuten Honorarkürzungen.

Sicheres Netz mit Anwendungen auch künftig nutzbar

Das etablierte Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) mit seinen über 110.000 Nutzern und zahlreichen Online-Anwendungen bleibt auch zukünftig erhalten: Sobald die TI steht, wird das SNK als Bestandsnetz für alle Ärzte auch über die TI erreichbar sein. Alle Anwendungen des SNK stehen weiterhin für Ärzte und Psychotherapeuten zur Verfügung.

E-Health-Gesetz

Das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)“ hat das Ziel, die Informations- und Kommunikationstechnologie in der Gesundheitsversorgung zu etablieren. Dadurch soll die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Versorgung weiter verbessert werden: Zukünftig sollen alle Akteure des Gesundheitssystems durch eine Telematikinfrastruktur (TI) miteinander vernetzt sein. Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) oder der Telemedizin sollen weiter ausgebaut werden.

Die Einführung und Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur und der eGK ist Aufgabe der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, kurz gematik. Gesellschafter der gematik sind die Verbände von Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Apotheken sowie die Krankenkassen.

Wichtige Eckdaten des E-Health-Gesetzes:

  • Seit 1. Oktober: Versicherte, die drei und mehr auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan.
  • Ab 1. Januar 2017: Förderung des eArztbriefes bis Ende 2017, danach Neuverhandlung.
  • Ab 1. April 2017: Vergütung von Telemedizinkonsilen bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen.
  • Ab 1. Juli 2017: Förderung von Videosprechstunden.
  • Ab 1. Januar 2018: Speicherung von Notfalldaten auf der eGK.
  • Ab 1. Juli 2018: Ärzte und Psychotherapeuten sind gesetzlich zur Prüfung der Versichertenstammdaten auf der eGK verpflichtet.
  • Ab 2019: Elektronische Patientenakte und elektronisches Patientenfach.

Das Sichere Netz

Online abrechnen, elektronisch dokumentieren oder mit den Kollegen Befunde austauschen – im Sicheren Netz für Ärzte und Psychotherapeuten steht bereits ein breites Spektrum an Online-Anwendungen zur Verfügung.

Über 110.000 Ärzte und Psychotherapeuten profitieren bereits von den vielfältigen Diensten im Sicheren Netz. Die Vertragsärzte haben sozusagen ihr eigenes Intranet – abgetrennt und geschützt vom „echten“ Internet.

Das Sichere Netz bietet höchste Sicherheit beim Online-Datentransfer. Der Zugang erfolgt zum Beispiel über einen KV-SafeNet*-Anschluss, der die gesamte Praxis vernetzt. Sobald die Telematikinfrastruktur steht, soll das Sichere Netz angebunden werden.

* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

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