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Praxisnachrichten

Freiburger Einsilbertest zur Hörüberprüfung künftig auch mit Störgeräuschen

01.12.2016 - Der Erfolg einer Hörgeräteversorgung wird künftig auch durch den Freiburger Einsilbertest mit Störgeräuschen überprüft. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen und die Hilfsmittel-Richtlinie entsprechend geändert.

Der Freiburger Einsilbertest stellt im deutschen Sprachraum die am häufigsten verwendete Hörprüfung mit Sprache dar (s. Infokasten). Bisher ist er laut Hilfsmittel-Richtlinie nur „in Ruhe“ vorgesehen, also ohne Störgeräusche.

Der Test ist aus Expertensicht aber auch mit Störgeräuschen genauso geeignet, den Erfolg einer Hörgeräteversorgung zu überprüfen, wie andere Testverfahren, die bereits mit Störgeräuschen durchgeführt werden, zum Beispiel der Oldenburger Satztest oder der Göttinger Satztest.

Test in Richtlinie aufgenommen

Nach einer Expertenanhörung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 24. November die Hilfsmittel-Richtlinie geändert. Der Freiburger Einsilbertest kann künftig zur Überprüfung des Hörerfolgs im Störschall ebenfalls eingesetzt werden. Dies wird in die Paragrafen 21 und 22 der Hilfsmittel-Richtlinie aufgenommen.

Der Beschluss des G-BA wird zunächst durch das Bundesministerium für Gesundheit geprüft. Wird der Beschluss nicht beanstandet, kann er nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten.

Hörgeräteversorgung und Freiburger Einsilbertest

Ziel der Hörgeräteversorgung ist es, ein Funktionsdefizit des Hörvermögens weitgehend auszugleichen. Dabei soll ein Sprachverstehen bei Umgebungsgeräuschen und in größeren Personengruppen erreicht werden. Zur Überprüfung des Erfolgs einer Hörgeräteversorgung können laut Hilfsmittel-Richtlinie verschiedene Testverfahren angewendet werden.

Der Freiburger Einsilbertest stellt im deutschen Sprachraum die am häufigsten verwendete Hörprüfung mit Sprache dar. Hierbei werden dem Patienten mehrere einsilbige Wörter wie „Ring“ oder „Spott“ in verschiedenen Lautstärken vorgespielt. Der Patient soll das gehörte Wort nachsprechen. Schafft er es, so vermerkt dies der Arzt und erstellt ein Audiogramm mit der dazugehörenden Verständlichkeitskurve (Diskriminationskurve). Dieses Ergebnis kann er dann mit einem früheren abgleichen, um einen Hörgewinn sichtbar zu machen.

Bisher wurde der Freiburger Einsilbertest laut Hilfsmittel-Richtlinie ausschließlich „in Ruhe“ eingesetzt. Nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 24. November 2016 wird er künftig auch „im Störschall“ durchgeführt.

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