Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

ASV: Vergütung von Rufbereitschaft und Qualitätskonferenzen geregelt

15.12.2016 - In der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung können ab dem 1. April 2017 die 24-Stunden-Rufbereitschaft und Qualitätskonferenzen abgerechnet werden. Dafür wurden zwei neue Gebührenordnungspositionen in den EBM aufgenommen.

Bei mehreren Erkrankungen, die in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandelt werden, müssen die ASV-Teams eine 24-Stunden-Rufbereitschaft im Notfall vorhalten sowie Qualitätskonferenzen durchführen beziehungsweise daran teilnehmen. Dies ist zum Beispiel bei der Behandlung von gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle sowie bei den gynäkologischen Tumoren vorgeschrieben.

Höhe der Vergütung

Für die Vorhaltung einer 24-Stunden-Notfallversorgung mindestens in Form einer Rufbereitschaft kann die Gebührenordnungsposition (GOP) 51010 einmal im Kalendervierteljahr je Patient abgerechnet werden. Sie ist mit 230 Punkten bewertet.

Für die Qualitätskonferenzen (Durchführung / Teilnahme) wurde die GOP 51011 in den EBM aufgenommen. Sie kann ebenfalls einmal im Kalendervierteljahr je Patient abgerechnet werden und ist mit 15 Punkten bewertet.

Koordinierender Arzt rechnet Pauschalen ab

Die Besonderheit dieser neuen GOP besteht darin, dass sie nicht von jedem einzelnen Arzt abgerechnet werden, der die Rufbereitschaft durchgeführt beziehungsweise an der Qualitätskonferenz teilgenommen hat, sondern von einem koordinierenden Arzt für das gesamte ASV-Team.

Als koordinierender Arzt kann entweder der Teamleiter oder ein anderes Mitglied des Kernteams festgelegt werden. Wie die Vergütung verteilt wird, regelt das jeweilige ASV-Team.

Weitere Beschlüsse zur ASV gefasst

Der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss hat darüber hinaus weitere Beschlüsse zur ASV gefasst, unter anderem die Aufnahme von psychotherapeutischen Leistungen und die Umstrukturierung des Bereichs VII im EBM. Somit stehen künftig indikationsspezifische Leistungen in Kapitel 50. Leistungen, die bei mehreren ASV-Indikationen abgerechnet werden können, wurden in einem neuen, anlagenübergreifenden Kapitel 51 zusammengeführt.

Ebenfalls neu ist der Anhang 6 zum EBM. In dieser Übersicht werden die GOP der Kapitel 50 und 51 den Anlagen der ASV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zugeordnet. Die Tabelle enthält als Service für ASV-Teams über die vom G-BA erstellten Appendizes hinaus die Spalte „Indikationen und sonstige Anforderungen“ mit weiterführenden Hinweisen zu der jeweiligen Leistung.

Beschlüsse

Die Beschlüsse und die entscheidungserheblichen Gründe werden in Kürze hier zu finden sein.

ASV: Interdisziplinär in Praxen und Kliniken

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist ein Versorgungsbereich für Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung mit besonderem Krankheitsverlauf leiden. Interdisziplinäre Teams aus Praxis- und Klinikärzten übernehmen die ambulante hochspezialisierte Behandlung.

Wie der Versorgungsbereich funktioniert, regelt die ASV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. In den Anlagen werden die allgemeinen Regeln für jede ASV-Indikation konkretisiert.

Gestartet war die ASV im April 2014 mit einem Behandlungsangebot zur Tuberkulose.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten