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Telekonsile: Vereinbarung zur Vergütung geschlossen

15.12.2016 - KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf die Vergütung zur telemedizinischen Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen geeinigt. Die entsprechenden Anpassungen des EBM hat der Bewertungsausschuss am Montag beschlossen. Die Vergütungsregelungen treten zum 1. April 2017 in Kraft. Damit kann die neue Leistung fristgerecht starten.

Das E-Health-Gesetz sieht vor, dass mit Beginn des zweiten Quartals 2017 Telekonsile zwischen Ärzten zur Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen vergütet werden sollen. Bei bestimmten medizinischen Fragestellungen ist damit ein schneller fachlicher Austausch möglich.

Neue Gebührenordnungspositionen ab 1. April 2017

Für die Abrechnung der Telekonsile gibt es künftig vier neue Gebührenordnungspositionen (GOP). Dazu wird ein Abschnitt 34.8 in das Kapitel 34 (Diagnostische und interventionelle Radiologie, Computertomographie und Magnetfeld-Resonanz-Tomographie) des EBM aufgenommen.

Das Einholen einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Aufnahmen rechnen Ärzte über die GOP 34800 ab, sie erhalten dafür 9,58 Euro (Bewertung: 91 Punkte). Die Beauftragung wird für maximal 3,75 Prozent der Behandlungsfälle einer Praxis vergütet, in denen mindestens eine Röntgen- oder CT-Aufnahme berechnet wurde, für die ein Telekonsil grundsätzlich in Frage käme.

Für die Befundung der Aufnahmen werden drei GOP – eine für Röntgenaufnahmen, zwei für CT-Aufnahmen – in den EBM eingeführt. Sie werden mit bis zu 40 Euro vergütet. Die Finanzierung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingen Gesamtvergütung und damit extrabudgetär.

Voraussetzungen für die Abrechnung

Ärzte können Telekonsile durchführen, wenn die medizinische Fragestellung nicht in das Fachgebiet des Arztes, der das Telekonsil einholt, fällt. Auch bei Vorliegen einer besonders komplexen medizinischen Fragestellung, die eine telekonsiliarische Zweitbefundung erforderlich macht, ist eine Abrechnung möglich.

Nicht berechnet werden können diese Leistungen innerhalb von Medizinischen Versorgungszentren, Apparategemeinschaften und ähnlichen Einrichtungen sowie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms.

Technische und fachliche Anforderungen

Im September hatten KBV und GKV-Spitzenverband in einem ersten Schritt bereits die Anforderungen an die technischen Verfahren, beispielsweise an den Kommunikationsdienst für die Übermittlung der Bilder, vereinbart (Anlage 31a zum Bundesmantelvertrag-Ärzte).

Diese Vereinbarung benennt auch fachliche Anforderungen: So dürfen Telekonsile nur von Vertragsärzten mit einer entsprechenden Genehmigung zur Durchführung von Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen veranlasst oder durchgeführt werden. Die Ärzte müssen über die entsprechenden apparativen Voraussetzungen zur Befundung verfügen.

Telekonsile: Die neuen GOP im Überblick

Einholen einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Aufnahmen

Für das Einholen einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Ausnahmen wurde zum 1. April 2017 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) in den EBM aufgenommen:

  • GOP 34800 (Beauftragung der Befundbeurteilung), Vergütung 91 Punkte (2017: 9,58 Euro), einmal im Behandlungsfall

Mit der GOP 34800 werden sowohl die ärztliche Leistung als auch die beim elektronischen Versand der Aufnahmen entstehenden Kosten der Übermittlung vergütet (gemäß der Anlage 31a BMV-Ä). Das heißt, die Versandkostenpauschale GOP 40104 kann nicht abgerechnet werden.

Für die Abrechnung der GOP 34800 gibt es eine Mengenbegrenzung: Die Beauftragung wird für maximal 3,75 Prozent der Behandlungsfälle einer Praxis vergütet, in denen mindestens eine Röntgen- oder CT-Aufnahme berechnet wurde, für die ein Telekonsil grundsätzlich in Frage käme (siehe auch Leistungslegende zu GOP 34800).

Telekonsiliarische Befundbeurteilung

Für die Abrechnung der Befundung werden zum 1. April 2017 drei neue GOP eingeführt:

  • GOP 34810 (Befundung von Röntgenaufnahmen), Vergütung 110 Punkte (2017: 11,58 Euro), je Konsiliarauftrag
  • GOP 34820 (Befundung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351); Vergütung 276 Punkte (2017: 29,06 Euro), je Konsiliarauftrag
    Hinweis: Bei der Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen entsprechend den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351 in Verbindung mit einem Zuschlag nach den GOP 34312, 34343 und 34344 ist ausschließlich die höher bewertete GOP 34821 abzurechnen.
  • GOP 34821 (Befundung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34312, 34321, 34322, 34330, 34340 bis 34344); Vergütung 389 Punkte (2017: 40,96 Euro), je Konsiliarauftrag

Mit den GOP 34810, 34820 und 34821 werden sowohl die ärztliche Leistung als auch die beim elektronischen Versand des Konsiliarberichts entstehenden Kosten der Übermittlung vergütet (gemäß der Anlage 31a BMV-Ä). Das heißt, die Versandkostenpauschale GOP 40104 kann nicht abgerechnet werden.

Die Vergütung der Befundung erfolgt nicht aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, sondern vorerst extrabudgetär.

E-Health-Gesetz: Telemedizinische Anwendungen

Ab 1. April 2017 werden Telekonsile zwischen Ärzten bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen vergütet. Darüber hinaus werden ab 1. Juli 2017 auch Online-Videosprechstunden berechnungsfähig: Hierbei geht es um eine telemedizinisch gestützte Betreuung von Patienten, mit der die ansonsten wiederholte persönliche Vorstellung in der Arztpraxis ersetzt werden kann, beispielsweise bei Verlaufskontrollen.

KBV und GKV-Spitzenverband haben Anforderungen an die technischen Verfahren bei Telekonsilen sowie bei Videosprechstunden vereinbart. Der Bewertungsausschuss hat entsprechend der gesetzlichen Vorgabe zu den Telekonsilen bis zum 31. Dezember 2016 einen Beschluss gefasst. Zu den Videosprechstunden muss eine entsprechende EBM-Anpassung bis zum 31. März 2017 vorgenommen werden.

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