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Praxisnachrichten

Übermittlung von Befunden an MDK ab 2017 neu geregelt

22.12.2016 - Die Übermittlung von Befunden an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen ist ab Januar neu geregelt. Vertragsärzte senden Unterlagen für gutachterliche Stellungnahmen künftig zusammen mit einem Weiterleitungsbogen der Krankenkassen direkt an den MDK.

Die Neuregelung geht auf eine geänderte gesetzliche Regelung zurück, nach der Vertragsärzte solche Unterlagen „unmittelbar“ an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) übermitteln müssen. Auslöser für die Änderung war eine Forderung der Bundesdatenschutzbeauftragten. Diese hatte beanstandet, dass bei dem bisherigen Verfahren die Daten nicht ausreichend geschützt seien.

Vorgangsnummer und Patientendaten

Für die Übermittlung der Befunde erhalten Vertragsärzte ab Januar von der Krankenkasse des Versicherten neben dem Schreiben, aus dem der Grund für die Begutachtung hervorgeht, einen bereits vollständig ausgefüllten Weiterleitungsbogen (Muster 86). Dieser enthält unter anderen die Anschrift des MDK, eine Vorgangsnummer und die Daten des Patienten.

Kassen stellen Freiumschlag bereit

Vertragsärzte fügen dem Weiterleitungsbogen lediglich die angeforderten Unterlagen in Kopie bei und schicken diese direkt an den MDK – nicht mehr wie bisher in einem separaten Umschlag an die Krankenkasse. Für den Versand stellen die Krankenkasse den Ärzten weiterhin einen Freiumschlag zur Verfügung – ab 1. April 2017 verbindlich im Format C5. Das Problem, dass die Umschläge mitunter zu klein sind, ist damit behoben.

Versand nur mit Weiterleitungsbogen

Der Weiterleitungsbogen dient sowohl der korrekten Adressierung an den zuständige Medizinischen Dienst als auch der automatisierten Zuordnung der übermittelten Unterlagen zum Versicherten beim MDK, sodass die eingehenden Befunde und ärztlichen Unterlagen korrekt zugeordnet werden können. Ein Versand der Unterlagen an den MDK ohne Vorlage dieser Informationen ist vor allem mit Blick auf den Datenschutz nicht zulässig.

Liegen beim Arzt weitere für die Beurteilung durch den MDK relevante Informationen oder Besonderheiten vor, können diese formlos den Unterlagen für den Gutachter beigefügt werden.

Altes Verfahren nicht datenschutzkonform

Das alte Verfahren sah vor, dass Ärzte die angeforderten Unterlagen in einem separaten Umschlag mit der Aufschrift „Nur vom Medizinischen Dienst zu öffnen“ an die Krankenkasse des Versicherten senden. Diese sollte den Umschlag ungeöffnet an den MDK weiterleiten. Bei Kontrollen seitens der Datenschützer waren Verstöße der Krankenkassen gegen den Datenschutz aufgefallen. Dies hatte letztlich zu der geänderten gesetzlichen Vorschrift geführt (Paragraf 276 Abs. 2 SGB V).

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