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Gassen: KBV bringt sich mit konkreten Vorschlägen in politische Diskussion ein

12.01.2017 - KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen will sich für eine engere Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern stark machen. „Es geht darum, die Patienten auch in Zukunft optimal zu versorgen“, sagte er in einem Interview mit den PraxisNachrichten.

 „Die Menschen in Deutschland werden ambulant und stationär hervorragend medizinisch versorgt. Um das weiterhin garantieren zu können, müssen unter anderem die starren Sektorengrenzen abgebaut werden“, betonte Gassen. Eine Chance sehe er vor allem in der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen. So sollten neben einer besseren Koordination der Behandlung kooperative Versorgungsformen wie das Belegarztwesen ausgebaut werden.

Lösungen gemeinsam mit Kliniken entwickeln

Auf die Schließung von Krankenhäusern angesprochen sagte Gassen, „wenn wir die medizinische Versorgung in Zukunft sicherstellen wollen, müssen wir auch darüber reden“. Dringender Handlungsbedarf bestehe bei den Notaufnahmen, die entlastet werden müssten. Der KBV-Chef appellierte an die Kliniken, gemeinsam mit der Vertragsärzteschaft Lösungen zu entwickeln. Mit dem Konzept KBV 2020 hätten KBV und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) erste Vorschläge vorgelegt, betonte er und fügte hinzu: „Wir sind zum Dialog bereit.“

Teamarbeit und Vernetzung fördern

Mit Blick auf die Bundestagswahlen im Herbst kündigte Gassen an, dass sich die KBV mit konkreten Vorschlägen zur Gestaltung der ambulanten Versorgung in die gesundheitspolitische Debatte einbringen werde. Eine große Herausforderung sei, die Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft sicherzustellen, betonte Gassen. „Dazu müssen wir die haus- und fachärztliche Grundversorgung stärken.“

Notwendig sei unter anderem eine intensivere Zusammenarbeit mit nichtärztlichen Fachkräften. Ferner sollten Teamarbeit und Vernetzung ausgebaut und die Telemedizin gefördert werden. Um die Versorgung vor allem in strukturschwachen Regionen sicherzustellen, sei auch eine engere Zusammenarbeit mit den Kommunen erforderlich.

Bessere Rahmenbedingungen für ärztliche Tätigkeit

„Die Parteien werden im Wahlkampf an den Positionen des KV-Systems nicht vorbeikommen. Im Idealfall finden sie sich in einem späteren Koalitionsvertrag wieder“, erwartet Gassen. Er kündigte an, sich gegenüber der Politik für bessere Rahmenbedingungen der vertragsärztlichen Tätigkeit einzusetzen. Dazu zählten eine angemessene Honorierung und der Abbau von überbordender Bürokratie.

Er warnte davor, die Ärzte und Psychotherapeuten durch weitere gesetzliche Regularien in ihrer Freiberuflichkeit einzuschränken. Zudem dürften ihnen durch neue Vorgaben nicht immer höhere Kosten entstehen – wie mit dem gesetzlich verankerten Medikationsplan, wo Ärzte teilweise viel Geld für die notwendige Software bezahlen müssten. Die KBV sollte in diesen Fällen die Möglichkeit erhalten, eigene, für die Praxen kostenlose Programmmodule herzustellen.

Rückkehr zu den Sachthemen

Angesichts der kritischen Diskussionen innerhalb der KBV in den vergangenen Monaten sagte Gassen, nach einer Phase der Aufarbeitung von Fehlern und Versäumnissen der letzten Jahre stehe die Sacharbeit im Vordergrund. Der Blick zurück sei richtig gewesen, nun könnten sich KBV und ihre Gremien wieder voll und ganz den aktuellen Aufgaben widmen. "Ich bin mir sicher, dass uns das in der neuen Amtsperiode gelingen wird", sagte Gassen, der im März wieder für das Vorstandsamt der KBV kandieren will.

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