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Praxisnachrichten

Im Überblick: Neuerungen und Änderungen 2017

12.01.2017 - Mit dem neuen Jahr gehen auch einige Veränderungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten einher. Wesentliche Neuerungen hat die KBV zusammengestellt.

Die Übersicht fasst alle Änderungen und Neuerungen zusammen, über die im vergangenen Jahr in den PraxisNachrichten berichtet wurde. Die Liste stellt insofern nur eine Auswahl dar.

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Rheuma und Mukoviszidose sind die nächsten Krankheitsbilder

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) wird in diesem Jahr auf weitere Krankheitsbilder ausgeweitet. Rheumatologische Erkrankungen und Mukoviszidose sind die Indikationen, die als nächste in der ASV behandelt werden können. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Details dazu Ende 2016 beschlossen.

Es wurde unter anderem festgelegt, aus welchen Fachrichtungen sich das behandelnde ASV-Team zusammensetzt und welche Ärzte bei Bedarf hinzugezogen werden können.

Zeitplan:

  • Rheuma: Im Frühjahr 2017 soll im Plenum des G-BA der sogenannte Appendix, in dem der Behandlungsumfang spezifiziert wird, beschlossen werden. Der eigentliche Start der neuen ASV-Indikation wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.
  • Mukoviszidose: Für die genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose hat der G-BA alle Details geregelt. Auch der Appendix wurde bereits beschlossen. Die Anlage kann voraussichtlich im Frühjahr 2017 in Kraft treten, falls das Bundesgesundheitsministerium sie nicht beanstandet. Ab dann können Ärzteteams ihre Teilnahme anzeigen.

PraxisNachrichten: Rheuma und Mukoviszidose - neue ASV-Krankheitsbilder beschlossen (22.12.2016)
Themenseite ASV

Vergütung von Rufbereitschaft und Qualitätskonferenzen geregelt

Die Vorhaltung einer 24-Stunden-Rufbereitschaft sowie Qualitätskonferenzen in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) können ab 1. April abgerechnet werden. Dafür werden zwei neue Gebührenordnungspositionen in den EBM aufgenommen:

  • GOP 51010: Vorhaltung einer 24-Stunden-Notfallversorgung mindestens in Form einer Rufbereitschaft, einmal im Kalendervierteljahr je Patient, 230 Punkte
  • GOP 51011: Qualitätskonferenzen (Durchführung / Teilnahme), einmal im Kalendervierteljahr je Patient, 15 Punkte

Die Besonderheit dieser neuen GOP besteht darin, dass ein koordinierender Arzt die Leistungen für das gesamte ASV-Team abrechnet. Es rechnet also nicht der einzelne Arzt automatisch die Leistung ab, der die Rufbereitschaft durchgeführt beziehungsweise an der Qualitätskonferenz teilgenommen hat.

PraxisNachrichten: ASV – Vergütung von Rufbereitschaft und Qualitätskonferenzen geregelt (15.12.2016)
Themenseite ASV

Abbildung der ASV-Leistungen im EBM angepasst

Der EBM-Bereich VII für Leistungen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) wird zum 1. April umstrukturiert: Das Kapitel 50 enthält dann nur noch indikationsspezifische Leistungen. Indikationsübergreifende Leistungen, die also bei mehreren ASV-Indikationen durchgeführt und abgerechnet werden können, sind in einem neuen Kapitel 51 zusammengefasst.

Ebenfalls neu ist der Anhang 6 zum EBM. In dieser Übersicht werden die Gebührenordnungspositionen der Kapitel 50 und 51 den Anlagen der ASV-Richtlinie und damit den einzelnen Indikationen sowie den entsprechenden Fachgruppen zugeordnet, die die jeweiligen Leistungen abrechnen können. Als zusätzlicher Service für ASV-Teams wurde die Tabelle um die Spalte „Indikationen und sonstige Anforderungen“ mit weiterführenden Hinweisen zu der jeweiligen Leistung ergänzt.

Beschlüsse zur ASV
Themenseite ASV

Entlassmanagement

Neue Regelungen bei Krankenhausentlassung

Krankenhausärzte müssen ab Juli für jeden Patienten eine Entlassplanung durchführen und bei Bedarf erste Maßnahmen zur Weiterbehandlung einleiten. Dazu gehört auch die Verordnung von Medikamenten.

Ziel ist es, eine lückenlose Anschlussversorgung zu organisieren. Dazu soll das Krankenhaus feststellen, ob und welche medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen der Patient im Anschluss an einen stationären Aufenthalt benötigt. Die Maßnahmen sollen eingeleitet werden, wenn der Patient noch in der Klinik ist. Der weiterbehandelnde Vertragsarzt muss darüber rechtzeitig informiert werden. Im Rahmen des Entlassmanagements dürfen Krankenhäuser dann auch Arznei-, Verband- , Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege sowie Soziotherapie verordnen und die Arbeitsunfähigkeit feststellen – allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum.

Die Verpflichtung der Krankenhäuser zum Entlassmanagement mit der Möglichkeit, Verordnungen auszustellen, geht zurück auf eine Vorgabe des Gesetzgebers im Versorgungsstärkungsgesetz.

Unterdessen hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft Klage gegen die Entscheidung zum Entlassmanagement des erweiterten Bundesschiedsamtes eingereicht. In dem Schiedsspruch ist festgelegt worden, wie die Krankenhäuser künftig die Entlassung eines Patienten vorbereiten sollen. Die Klage hat zunächst keine aufschiebende Wirkung, so dass die Einführung des Entlassmanagements ab Juli bestehen bleibt.

PraxisNachrichten: Krankenhäuser müssen ab Mitte 2017 Entlasspläne erstellen (20.10.2016)

Formulare

Neue Vordrucke für Heilmittelverordnungen

Für die Verordnung von Heilmitteln gibt es seit 1. Januar neue Vordrucke. Auf den Formularen 13 (Physiotherapie und Podologie), 14 (Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie) und 18 (Ergotherapie) gibt es jetzt ein Feld für einen zweiten ICD-10-Kode. Dieser wird für die Kennzeichnung bestimmter besonderer Verordnungsbedarfe (ehem. Praxisbesonderheiten) benötigt. Die alten Formulare dürfen nicht weiter verwendet werden.

Bei einigen Diagnosen, für die ein besonderer Verordnungsbedarf besteht, ist die Angabe eines zweiten ICD-10-Kodes erforderlich, um sie im Vorfeld einer Wirtschaftlichkeitsprüfung als besonderen Verordnungsbedarf identifizieren zu können. Damit werden die verordnenden Ärzte im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung noch besser entlastet. Für den Arzt besteht keine Verpflichtung, dieses zweite ICD-10-Feld zu befüllen.

PraxisNachrichten: Neue Vordrucke für Heilmittelverordnungen jetzt bestellen (10.11.2016)

Kein Antrag mehr für Blankoformularbedruckung

Praxen, die die Blankoformularbedruckung nutzen wollen, müssen dies nicht mehr bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung beantragen. Entscheidend ist, dass sie eine Software verwenden, die von der KBV für dieses Verfahren zertifiziert wurde.

Bei der Blankoformularbedruckung können Praxen spezielles Sicherheitspapier mit den Inhalten der Formulare bedrucken. Dadurch müssen sie nicht von jedem Formular einen Vorrat anlegen, sondern nur eine ausreichende Menge an Sicherheitspapier vorhalten.

Die Zulassungslisten für zertifizierte Software finden Ärzte hier.

PraxisNachrichten: Weniger Bürokratie - Kein Antrag mehr für Blankoformularbedruckung (12.01.2017)

Nutzung digitaler Vordrucke wird möglich

Aufträge, Überweisungen oder Bescheinigungen elektronisch erstellen, versenden und empfangen: In diesem Jahr wird erstmals die Nutzung digitaler Vordrucke in Arztpraxen möglich.

Zu den ersten digitalen Vordrucken gehören die Laborüberweisung auf Muster 10 und die Anforderung von Laboruntersuchungen bei Laborgemeinschaften auf Muster 10A; beide sollen ab Juli bereitstehen. Für Vertragsärzte ist die Anwendung freiwillig. Sie können weiterhin auch konventionelle Vordrucke sowie die Blankoformularbedruckung nutzen.

Bereits zum 1. April kommt der digitale Überweisungsschein (Muster 6), jedoch ausschließlich um ein radiologisches Telekonsil zu beauftragen. Das Telekonsil wird dann als neue Leistung eingeführt, die Beauftragung erfolgt ausschließlich in digitaler Form. Grund hierfür ist, dass auch die Röntgenbilder elektronisch übermittelt werden.

Näheres zur Nutzung der drei digitalen Vordrucke haben KBV und GKV-Spitzenverband vereinbart. Perspektivisch können weitere Vordrucke hinzukommen.

Hinweis: Über weitere Details zu den digitalen Vordrucken berichten die PraxisNachrichten in einer der nächsten Ausgaben.

PraxisNachrichten: Nutzung digitaler Vordrucke wird möglich (12.01.2017)

Medizinischer Dienst

Übermittlung von Befunden an MDK neu geregelt

Vertragsärzte senden Unterlagen für gutachterliche Stellungnahmen seit Jahresbeginn direkt an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Für die Übermittlung der Befunde erhalten sie von der Krankenkasse des Versicherten einen bereits vollständig ausgefüllten Weiterleitungsbogen (Muster 86). Dieser enthält unter anderen die Anschrift des MDK, eine Vorgangsnummer und die Daten des Patienten. Er soll die korrekte Zuordnung der Befunde sicherstellen.

Vertragsärzte fügen dem Weiterleitungsbogen lediglich die angeforderten Unterlagen in Kopie bei und schicken diese direkt an den MDK – nicht mehr wie bisher in einem separaten Umschlag an die Krankenkasse. Für den Versand stellen die Krankenkassen den Ärzten weiterhin einen Freiumschlag zur Verfügung – ab 1. April 2017 verbindlich im Format C5. Das Problem, dass die Umschläge mitunter zu klein sind, ist damit behoben.

Datenschützer hatten das alte Verfahren als zu unsicher kritisiert, was schließlich zu der Änderung geführt hat.

PraxisNachrichten: Übermittlung von Befunden an MDK ab 2017 neu geregelt (22.12.2016)

Psychotherapie

Reform der Psychotherapie-Richtlinie

Das ambulante psychotherapeutische Behandlungsangebot wird ab 1. April erweitert und flexibler gestaltet. Ziel ist es, vorhandene Angebote zu bündeln und Menschen mit psychischen Störungen einen zeitnahen Zugang zum Psychotherapeuten zu ermöglichen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu die Psychotherapie-Richtlinie neu gefasst.

Zu den Neuerungen gehört die Psychotherapeutische Sprechstunde, bei der der Therapeut abklärt, ob und wie eine Weiterbehandlung erfolgen soll. Neu ist ferner die Akutbehandlung. Sie soll eine schnelle Intervention ohne Antrags- und Genehmigungsverfahren ermöglichen. Darüber hinaus werden bei der Kurz- und Langzeittherapie die Sitzungskontingente sowie das Bewilligungsverfahren angepasst. Gruppentherapien sind künftig auch ab drei Teilnehmern erlaubt.

Aufgrund der neuen Richtlinie müssen jetzt noch die Psychotherapie-Vereinbarung angepasst sowie die Vergütung der neuen Leistungen festgelegt werden.

PraxisNachrichten: Psychotherapeutische Sprechstunden sind künftig Pflicht (15.12.2016)
Themenseite zu den Neuerungen in der Psychotherapie

Vermittlung von Terminen beim Psychotherapeuten

Mit Inkrafttreten der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April müssen die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen Patienten auch Termine für ein Erstgespräch im Rahmen der Psychotherapeutischen Sprechstunden vermitteln. Insgesamt soll so der Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung schneller und einfacher erfolgen.

Als der Gesetzgeber mit dem Versorgungsstärkungsgesetz die Terminservicestellen für Facharzttermine eingeführt hat, hat er gleichzeitig einen Passus zur Vermittlung von Terminen bei Psychotherapeuten aufgenommen (Paragraf 75 Absatz 1a SGB V). Danach sollen die Stellen Termine für ein Erstgespräch und eine sich aus der Abklärung ergebenden zeitnah erforderlichen Behandlung bei einem Psychotherapeuten vermitteln, sobald die neue Richtlinie in Kraft ist.

Themenseite Psychotherapie
Themenseite Terminservicestellen

Psychologische Psychotherapeuten dürfen verordnen

Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dürfen künftig Krankenhausbehandlungen, Leistungen zur psychotherapeutischen Rehabilitation, Krankentransporte und Soziotherapie verordnen.

Diese Vorgabe hat der Gesetzgeber im Sommer 2015 mit dem Versorgungsstärkungsgesetz gemacht (Paragraf 73 Absatz 2 SGB V). Dazu passt der Gemeinsame Bundesausschuss derzeit insgesamt vier Richtlinien an. Sie sollen spätestens im Sommer in Kraft treten.

Themenseite Psychotherapie

Qualitätssicherung

sQS: Verfahren zur Vermeidung nosokominaler Infektionen startet

Mit einem neuen Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) sollen Wundinfektionen nach einer Operation vermieden werden. Nach „Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie“ liegt mit „Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen“ bereits das zweite sQS-Verfahren vor.

Seit Jahresbeginn werden im Krankenhaus postoperative Wundinfektionen erfasst, die zu einer stationären Aufnahme geführt haben. Diese Daten werden mit Sozialdaten, die bei den Krankenkassen vorliegen, verknüpft. Damit ist es möglich, einen Bezug zwischen der stationär behandlungsbedürftigen postoperativen Wundinfektion und dem initialen Eingriff (ambulant oder stationär) herzustellen. Auch ohne dass im vertragsärztlichen Bereich eine QS-Dokumentation stattfindet, können damit also Rückschlüsse auf die Behandlung gezogen werden.

Als weitere Maßnahme zur Qualitätssicherung ist ab 2018 eine jährliche Einrichtungsbefragung zum Hygiene- und Infektionsmanagement im stationären und im ambulanten Bereich vorgesehen. Die Dokumentationspflicht beginnt erstmalig im ersten Quartal 2018 und bezieht sich auf das einrichtungsbezogene Hygiene- und Infektionsmanagement des Jahres 2017. Vertragsärzte beziehungsweise Betriebsstätten, für die ab 2018 die Dokumentationspflicht startet, werden von ihrer Kassenärztlichen Vereinigung zeitnah angeschrieben.

Hinweis: Die PraxisNachrichten werden detailliert in einer der nächsten Ausgaben über die Neuerungen berichten.

sQS: Fristverlängerung beim Verfahren PCI

Für das Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) „Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie“ hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Sanktionsfreiheit bei fehlenden Datensätzen bei der Dokumentation um ein Jahr verlängert. Damit werden in den Erfassungsjahren 2016 und 2017 keine Vergütungsabschläge erhoben, wenn Datensätze fehlen.

Seit dem 1. Oktober 2016 steht die Vergütung des Mehraufwandes fest, der dem Arzt durch das sQS-Verfahren entsteht. Hierbei wurde der obligate Leistungsinhalt der Gebührenordnungsposition 34291 (Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie) um die Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie um ein Aufklärungsgespräch erweitert und die Bewertung um 92 Punkte angehoben.

Da die Sanktionsfreiheit für fehlende Datensätze innerhalb der G-BA-Richtlinie verlängert wurde, ist parallel auch für die GOP 34291 eine entsprechende Übergangsfrist in den EBM aufgenommen worden. Diese GOP ist bis zum 30. Juni 2017 auch bei fehlender Qualitätssicherung und fehlendem Aufklärungsgespräch zum alten Punktwert berechnungsfähig. Die Kassenärztlichen Vereinigungen nehmen in diesem Fall einen Abschlag von 92 Punkten (bezogen auf die höher bewertete GOP) vor.

Ab 1. Juli 2017 ist die sektorenübergreifende Qualitätssicherung eine Voraussetzung für die Berechnung der GOP 34291.

PraxisNachrichten: Neue EBM-Regelung: Kardiologen erhalten Dokumentation vergütet (18.08.2016)

Beschluss des G-BA

Freiburger Einsilbertest zur Hörüberprüfung künftig auch mit Störgeräuschen

Der Erfolg einer Hörgeräteversorgung wird künftig auch durch den Freiburger Einsilbertest mit Störgeräuschen überprüft. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und die Hilfsmittel-Richtlinie entsprechend geändert.

Der Freiburger Einsilbertest stellt im deutschen Sprachraum die am häufigsten verwendete Hörprüfung mit Sprache dar. Bisher war er nur „in Ruhe“ vorgesehen, also ohne Störgeräusche. Der Test ist aus Expertensicht aber auch mit Störgeräuschen genauso geeignet, den Erfolg einer Hörgeräteversorgung zu überprüfen, wie andere Testverfahren, die bereits mit Störgeräuschen durchgeführt werden.

Der Beschluss des G-BA wird zunächst durch das Bundesgesundheitsministerium geprüft. Wird er nicht beanstandet, kann er nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten.

PraxisNachrichten: Freiburger Einsilbertest zur Hörüberprüfung künftig auch mit Störgeräuschen (01.12.2016)

Verordnungen

Erleichterungen bei Heilmittelverordnungen

Bei der Verordnung von Heilmitteln gibt es seit Jahresbeginn einige Neuerungen. Sie betreffen den langfristigen Heilmittelbedarf sowie den besonderen Versorgungsbedarf (ehemals Praxisbesonderheiten). Zudem wurde die Diagnoseliste erweitert, was Vertragsärzte im Falle von Wirtschaftlichkeitsprüfungen entlastet.

Das sind die Neuerungen in Kürze:

  • Eine Genehmigung des langfristigen Heilmittelbedarfs durch die Krankenkasse des Versicherten ist generell nicht mehr erforderlich, wenn die Erkrankung auf der Diagnoseliste steht.
  • Für die Beantragung und Genehmigung einer individuellen langfristigen Heilmittelversorgung bei nicht gelisteten Erkrankungen gibt es zukünftig klare Regeln.
  • Was bisher als „Praxisbesonderheit“ bezeichnet wurde, heißt jetzt „besonderer Verordnungsbedarf“.
  • Zur Kennzeichnung bestimmter besonderer Verordnungsbedarfe gibt es auf den Verordnungsformularen 13, 14 und 18 ein zweites ICD-10-Feld.
  • Die Diagnoseliste für den langfristigen Heilmittelbedarf und für den besonderen Verordnungsbedarf wurde um weitere Erkrankungen ergänzt.

PraxisNachrichten: Neue Vordrucke für Heilmittelverordnungen jetzt bestellen (10.11.2016)
Themenseite Heilmittel

Bundeseinheitlicher Medikationsplan ab April verbindlich

Der bundeseinheitliche Medikationsplan ist ab April für alle Vertragsärzte verbindlich. Die einheitliche Gestaltung des Plans soll Ärzten und Patienten die Handhabung erleichtern. Anspruch auf den Plan haben seit 1. Oktober 2016 Patienten, die mindestens drei auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen oder anwenden. Die Anwendung der Medikamente muss dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – vorgesehen sein.

Die Softwarehäuser wurden aufgefordert, die Verordnungssoftware um den bundeseinheitlichen Medikationsplan zu ergänzen. Bis zum 31. März können Ärzte übergangsweise auch noch andere Pläne nutzen, falls ihre Verordnungssoftware noch keine Funktionen zur Erstellung des bundeseinheitlichen Medikationsplans erhält.

Die Einführung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans hatte der Bundestag mit dem E-Health-Gesetz beschlossen. Ziel ist es, Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen. Die Vergütung für Ärzte erfolgt extrabudgetär und somit zu festen Preisen.

PraxisNachrichten: Medikationsplan – Patientenflyer soll Ärzte unterstützen (27.10.2016)

Krankenfahrten bei Pflegegrad 3, 4 oder 5

Die zu Jahresbeginn erfolgte Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade hat auch Auswirkungen auf die Verordnung von Krankenfahrten. Seit 1. Januar muss der Pflegebescheid den Pflegegrad 3, 4 oder 5 ausweisen (bis 31.12.: Pflegestufe 2 oder 3), damit eine Fahrt zur ambulanten Behandlung verordnet und genehmigt werden kann. Zudem muss eine dauerhafte Einschränkung der Mobilität vorliegen.

Bis eine Anpassung des Formulars 4 „Verordnung einer Krankenfahrt“ erfolgt ist, kreuzen Ärzte vorerst weiterhin das Feld „Pflegestufe 2 bzw. 3 vorgelegt“ an, wenn sie Krankenfahrten für Patienten mit Pflegegrad 3, 4 oder 5 verordnen und eine dauerhafte Mobilitätseinschränkung vorliegt.

Hinweis: Die Fahrten müssen weiterhin von der Krankenkasse des Patienten genehmigt werden.

PraxisNachrichten: Verordnung von Krankenfahrten für Patienten mit Pflegegrad (22.12.2016)

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