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Praxisnachrichten

Ambulante Palliativversorgung wird ausgebaut

19.01.2017 - Mit einer neuen Vereinbarung setzen KBV und GKV-Spitzenverband das Hospiz- und Palliativgesetz weiter um. Damit wird die allgemeine ambulante Palliativversorgung bundesweit ausgebaut sowie eine qualifizierte Betreuung von unheilbar erkrankten Patienten gefördert.

Mit dem 2015 beschlossenen Hospiz- und Palliativgesetz erhielten KBV und Krankenkassen den Auftrag, im Bundesmantelvertrag die Voraussetzungen für eine besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung festzulegen.

Ziel der Vereinbarung ist es, die Übergänge zwischen kurativer Behandlung und palliativmedizinischer Versorgung sowie der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) fließend zu gestalten. Zudem soll die palliativmedizinische Versorgung flächendeckend etabliert werden.

Individuelle Betreuung

Die nunmehr geschlossene Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die teilnehmenden Ärzte zunächst ermitteln, was für den Patienten mit einer unheilbaren Krankheit individuell notwendig ist und ihn dann kontinuierlich betreuen. So kann bei Bedarf ein qualifizierter Schmerztherapieplan erstellt werden. Zudem wird die Versorgung gegebenenfalls in Abstimmung mit Kooperationspartnern außerhalb der Sprechstunden sichergestellt. Darüber hinaus sollen neben dem Patienten auch dessen Angehörige betreut und beraten werden.

Generell sind alle Haus- und Fachärzte zur Teilnahme an der Vereinbarung berechtigt, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. In der Vereinbarung werden die entsprechenden Anforderungen an die theoretischen und praktischen palliativmedizinischen Kenntnisse beschrieben. Hinzu kommt der Aufbau eines für die kooperative Versorgung von Palliativpatienten erforderliche Netzwerk und eine regelmäßige Fortbildung. Die Teilnahme beantragen Ärzte bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Zusammenarbeit mit weiteren Diensten

Geregelt wird in der Vereinbarung ebenfalls die Koordination der palliativmedizinischen und pflegerischen Versorgung. So ist die Zusammenarbeit der teilnehmenden Ärzte mit weiteren an der Palliativversorgung beteiligten Einrichtungen wie Hospizen, Palliativdiensten und SAPV-Teams vorgesehen.

Bestehende regionale Regelungen bleiben unberührt

Von der nunmehr geschlossenen Vereinbarung bleiben bestehende regionale Regelungen zur Palliativversorgung unberührt.

Das neue bundesweite Versorgungsangebot soll im Laufe des Jahres eingeführt werden. Als nächstes wird die Vergütung der neuen Leistung geregelt. Der Bewertungsausschuss – ein Gremium von KBV und Kassen – muss den EBM entsprechend anpassen.

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