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Jahresbericht belegt: Qualitätssichernde Maßnahmen zeigen Wirkung

26.01.2017 - In der ambulanten medizinischen Versorgung unterliegen immer mehr Leistungen einer zusätzlichen Qualitätssicherung. Das zeigt der aktuelle Qualitätsbericht 2016 der KBV, der jetzt erschienen ist.

„Der Bericht belegt, dass die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten ihre Patienten bestens versorgen. In mehreren Leistungsbereichen konnten wir die Qualität weiter verbessern“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.

Gassen wies darauf hin, dass ein Großteil der Untersuchungen und Behandlungen, die niedergelassene Ärzte bei gesetzlich krankenversicherten Patienten durchführen, bereits seit Jahren einer zusätzlichen Qualitätssicherung (QS) unterliegen. Beispiele dafür seien ambulante Operationen, Koloskopien, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen sowie die Versorgung von onkologischen Patienten. Auch die Psychotherapie zählt dazu.

Zu den neuen qualitätsgesicherten Leistungen gehören die spezialisierte geriatrische Diagnostik und die Positronenemissionstomographie (PET und PET/CT). Neben fachlichen und organisatorischen Anforderungen, die die Ärzte erfüllen müssen, sehen die Regelungen für die PET und PET/CT auch stichprobenartig Kontrollen vor. Dabei wird geprüft, ob der Entscheidungsgang zur Indikationsstellung nachvollziehbar ist und das Behandlungskonzept die therapeutischen Konsequenzen der Anwendung der PET nachvollziehbar begründet.

Gassen: Die Qualität muss stimmen

„Alle diese Leistungen dürfen Ärzte nur durchführen, wenn sie die Qualitätsanforderungen erfüllen“, betonte Gassen und fügte hinzu: „Nur dann erhalten sie eine Abrechnungsgenehmigung.“ Dem Qualitätsbericht zufolge gab es Ende 2015 bundesweit rund 340.000 Genehmigungen zu unterschiedlichen Leistungsbereichen von Arthroskopie bis Zervix-Zytologie.

Auch die Aufrechterhaltung der Genehmigung ist in der Regel an die Erfüllung von Vorgaben geknüpft. So müssen Ärzte, die Koloskopien, Schmerztherapien oder invasive kardiologische Eingriffe vornehmen, Mindestmengen nachweisen. In anderen Bereichen finden Praxisbegehungen statt, es werden Wartungsnachweise für medizinische Geräte verlangt oder es sind spezielle Fortbildungen vorgeschrieben.

Hygieneprüfungen und Stichprobenkontrollen

Welche Maßnahmen mit welchen Ergebnissen bei den unterschiedlichen Leistungen im Jahr 2015 zum Einsatz kamen, listet der Qualitätsbericht detailliert auf. So fanden im Berichtsjahr fast 40.000 gerätebezogene Prüfungen statt. Zur Sicherung der Qualität der Koloskopie wurden 4.208 Hygieneprüfungen durchgeführt.

Ferner erfolgten 13.307 stichprobenartige Einzelfallprüfungen, beispielsweise in den Bereichen Arthroskopie und konventionelle Röntgendiagnostik. Dabei wurden insgesamt 142.147 Patientendokumentationen dahingehend überprüft, ob zum Beispiel die bildgebende Diagnostik und der histopathologische Befund korrelieren.

Genehmigungen widerrufen

423 Genehmigungen mussten im Berichtsjahr entzogen werden, davon 125 wegen negativer Prüfergebnisse. Bei den restlichen 298 erfüllten die Ärzte die geforderten Anforderungen, zum Beispiel bestimmte Mindestmengen, nicht mehr. „Das ist in Relation zum Gesamtaufkommen eine erfreulich geringe Zahl“, resümierte der KBV-Chef und fügte hinzu, dass dies aber auch zeige, dass Qualitätssicherungsmaßnahmen konsequent umgesetzt würden.

Alle Maßnahmen zielten darauf ab, die hohe Qualität der ambulanten Versorgung zu halten und weiterzuentwickeln. „Dabei soll der bürokratische Aufwand für die Ärzte und Psychotherapeuten so gering wie möglich sein“, sagte Gassen. Die KBV prüfe deshalb genau, welche Maßnahmen wirklich zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führten und welche nicht.

Kennzahlen zur Qualitätssicherung im Jahr 2015

  • An der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte und Psychotherapeuten: 167.316
  • Genehmigungen zu verschiedenen Bereichen: 303.339
  • Genehmigungen für Psychotherapie: 35.368
  • Stichproben- / Dokumentationsprüfungen: 142.147
  • Frequenzüberprüfungen: 6.479
  • Fortbildungen gemäß spezieller Qualitätssicherungsvorgaben: 14.932
  • Gerätebezogene Prüfungen: 39.157
  • Hygieneprüfungen: 4.208
  • Widerrufe wegen Wegfall der Qualifikationsvoraussetzungen: 298
  • Widerrufe wegen negativer Prüfergebnisse: 125

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