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ZiPP: Einkommen der Ärzte gestiegen - Investitionen stagnieren

02.02.2017 - Das Einkommen niedergelassener Ärzte ist seit 2011 leicht gestiegen, liegt aber weiterhin unter den Gehältern von Krankenhausärzten. Das ergab das Zi-Praxis-Panel, mit dem das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung die wirtschaftliche Lage der Praxen zwischen 2011 und 2014 analysiert hat.

„Trotz gestiegener Jahresüberschüsse bei den niedergelassenen Ärzten ist die Arbeit als angestellter Arzt im Krankenhaus finanziell attraktiver“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen am Donnerstag bei der Vorstellung der Zahlen des Zi-Praxis-Panels (ZiPP). Gleichzeitig stagnierten die Investitionen. Grund sei, dass die Niedergelassenen kein Vertrauen in die Stabilität der finanziellen Rahmenbedingungen hätten.

Der KBV-Chef forderte die Politik auf, sich klar zur ambulanten Versorgung zu bekennen. „Die Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Praxis mit hohem wirtschaftlichem Risiko müssen mindestens genauso gut sein, wie in der sicheren Anstellung im Krankenhaus.“

Hohe Personal- und Betriebskosten

Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Lage in den Praxen aus Sicht der Wissenschaftler des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im Berichtszeitraum verbessert. Demnach ist der Jahresüberschuss im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent gestiegen. Allerdings bestehen Unterschiede in den einzelnen Fachgruppen.

Das hohe Wachstum der Betriebskosten sei durch eine Steigerung der Einnahmen kompensiert worden. Die deutlich gestiegenen Personalkosten könnten aus Sicht des Zi dazu beitragen, dass niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten weniger investierten.

Investitionen nach wie vor zögerlich

Die Praxisinvestitionen stagnieren den Zi-Wissenschaftlern zufolge auf niedrigem Niveau. Knapp die Hälfte der ZiPP-Praxen wendeten im Jahr 2014 weniger als 2.700 Euro für Investitionen auf. Im Durchschnitt über alle Fachbereiche war 2014 im Vergleich zu 2011 zuletzt ein Rückgang der Investitionen um rund acht Prozent zu beobachten. Eine Ausnahme bildet der hausärztliche Bereich mit einer Steigerung von 13 Prozent.

Die Entwicklung zeigt sich auch in den niedrigen Abschreibungen (-13,9 Prozent). Zugleich sind aber die Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung mit 20,1 Prozent deutlich gestiegen.

Unterschiede in den Fachgebieten

In den einzelnen Fachgebieten verlief die wirtschaftliche Entwicklung im Erhebungszeitraum unterschiedlich – sowohl bei Einnahmen und Aufwendungen als auch beim Jahresüberschuss. Besonders stiegen die Aufwendungen bei den Anästhesisten mit 6,3 Prozent bei einem schwachen Wachstum des Jahresüberschusses von durchschnittlich 1,6 Prozent.

Der größte Zuwachs beim Jahresüberschuss mit 6,6 Prozent wurde im Fachgebiet Augenheilkunde erzielt. Im Bereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie hingegen verringerte sich der Jahresüberschuss um 1,1 Prozent.

Markant sind die Unterschiede zwischen Ärzten mit konservativer Tätigkeit und Ärzten, die operative Leistungen erbringen. Einen deutlich geringeren Überschuss je Inhaberarbeitsstunde erzielten die meisten Fachgebiete bei konservativer Tätigkeit.

Das Zi-Praxis-Panel

Die vorliegenden Ergebnisse beruhen auf der Befragung des Jahres 2015 und beziehen sich auf die Berichtsjahre 2011 bis 2014. An der Erhebung nahmen knapp 5.000 Praxen teil.

Mit dem Praxis-Panel erfasst das Zi seit 2010 jährlich die wirtschaftliche Gesamtlage von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten. Berücksichtigt werden sowohl die Einnahmen aus kassenärztlicher als auch aus privatärztlicher Tätigkeit. Basis bildet die steuerliche Überschussrechnung der Praxen. Auftraggeber sind die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV.

Das Zi-Praxis-Panel

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) führt das Praxis-Panel jährlich im Auftrag der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen durch. Es untersucht damit die Wirtschaftslage und die Versorgungsstrukturen in den Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. In die Analyse fließen Daten zur kassen- und privatärztlichen Tätigkeit ein.

Damit stehen wichtige Daten für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage von Arztpraxen bereit. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die Entwicklung der Betriebs- und Investitionskosten bei der jährlichen Anpassung des Orientierungswertes und damit der Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen zu berücksichtigen.

Je mehr Ärzte und Psychotherapeuten sich an der Umfrage zu den Betriebs- und Investitionskosten in ihrer Praxis beteiligen, desto aussagekräftiger ist die Datengrundlage. Für die hohe Validität der erhobenen Daten spricht auch, dass die Angaben der Ärzte und Psychotherapeuten von einem Steuerberater testiert werden müssen.

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