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Praxisnachrichten

Neue Leistung für Palliativpatienten in der häuslichen Krankenpflege

23.03.2017 - Vertragsärzte können künftig eine neue Leistung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege verordnen: die Symptomkontrolle bei Palliativpatienten. Damit soll die pflegerische Versorgung von sterbenden Menschen in ihrer häuslichen Umgebung verbessert werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dazu seine Regelungen für die häusliche Krankenpflege angepasst und damit eine Vorgabe aus dem Hospiz- und Palliativgesetz umgesetzt.

Bei der Symptomkontrolle geht es darum, dass Krankheitszeichen und mögliche Begleiterscheinungen möglichst schnell erkannt, erfasst und behandelt werden können. Dies erfolgt in enger Abstimmung zwischen den Pflegekräften und dem verordnenden Arzt. Im Vordergrund stehen die Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität.

Eine Symptomkontrolle soll insbesondere bei Schmerzsymptomatik, Übelkeit, Erbrechen, pulmonalen oder kardialen Symptomen und Obstipation sowie bei der Kontrolle und Behandlung von exulzerierenden Wunden durchgeführt werden. Zudem gehört die Krisenintervention dazu, zum Beispiel bei Krampfanfällen, Blutungen oder akuten Angstzuständen.

Nur für sterbende Patienten

Die neue Leistung ist für die Behandlung schwerstkranker und sterbender Patienten in jedem Alter verordnungsfähig. Sie müssen an einer nicht heilbaren und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass die Lebenserwartung Tage oder wenige Wochen beträgt.

Verordnung für jeweils 14 Tage

Die Verordnungsdauer beträgt für die Erst- und Folgeverordnung jeweils bis zu 14 Tage. Die Häufigkeit der Maßnahme richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Das heißt, es gibt keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der täglichen Pflegeeinsätze.

Eine Verordnung kann durch jeden Vertragsarzt erfolgen. Eine gesonderte Qualifikation ist nicht notwendig. Die Verordnung erfolgt auf dem Formular 12 (Verordnung häuslicher Krankenpflege). Hier geben Ärzte die Leistungsziffer Nr. 24a „Symptomkontrolle bei Palliativpatienten“ an. Unabhängig davon sind alle notwendigen behandlungspflegerischen Maßnahmen wie gewohnt auf der Verordnung anzugeben.

Abgrenzung zur SAPV

Die neue Leistung ist für Patienten gedacht, die einen palliativen Versorgungsbedarf haben, der keine Versorgung im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) erfordert.

Um Doppelleistungen auszuschließen, kann die Leistung „Symptomkontrolle bei Palliativpatienten“ im Rahmen der häuslichen Krankenpflege nicht verordnet werden, wenn die Patienten bereits Leistungen der SAPV (Vollversorgung oder Teilversorgung) erhalten.

Klarstellung bei der Medikamentengabe

Zudem hat der G-BA am 16. März eine Klarstellung in der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege beschlossen. Sie betrifft die Leistungsbeschreibung zur „Medikamentengabe“. Hier wurde klargestellt, dass die Medikamentengabe nicht nur das Verabreichen, sondern auch das Richten, also die notwendige Vorbereitung wie die Dosierung der Darreichungsform umfasst.

Hintergrund ist, dass es eine missverständliche Gliederung des Textes gab, was in der Praxis zu unterschiedlichen Verordnungs- und Genehmigungsverfahren geführt hat.

Beschluss noch nicht in Kraft

Die neue Leistung für Palliativpatienten kann erst verordnet werden, wenn der G-BA-Beschluss in Kraft tritt. Dies ist frühestens in zwei Monaten der Fall. Solange hat das Bundesgesundheitsministerium Zeit, den Beschluss zu prüfen.

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