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Aktuelle Statistik: Bedarf an Hausärzten nimmt zu

27.04.2017 - Der Trend zur Anstellung von Ärzten in einer Praxis ist nach Angaben der aktuellen Arztzahlstatistik ungebrochen. Zudem nimmt der Bedarf an Hausärzten weiter zu. Die KBV trägt dieser Entwicklung Rechnung und setzt auf Anreize zur Niederlassung und flexible Arbeitsformen.

„Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben vielfältige Instrumente etabliert, die Niederlassung für Ärzte attraktiv zu gestalten“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Dazu gehörten Umsatzgarantien, Investitionshilfen und flexible Arbeitszeitmodelle. Zudem nutzten viele junge Mediziner die Möglichkeit, zunächst als angestellter Arzt in einer Praxis zu arbeiten.

Zahlreiche Hausärzte gehen derzeit in Ruhestand

Die Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus den neuesten Daten der Bedarfsplanungsumfrage der KBV für 2016 hervor (Stand 31. Dezember 2016). Danach gab es im vierten Quartal bundesweit 2.727 freie Hausarztsitze – 603 mehr als im Vorjahr.

Hintergrund ist vor allem die demografische Entwicklung. Einem starken Bevölkerungswachstum stehen zahlreiche offene Sitze gegenüber, da derzeit viele Hausärzte den Ruhestand erreichen. Jeder dritte Hausarzt ist über 60 Jahre alt. Das Durchschnittsalter ist mit 54 Jahren relativ hoch. Dies geht wiederum aus der Bundesarztregisterstatistik der KBV für das Jahr 2016 hervor (Stichtag 31. Dezember 2016).

Weniger freie Sitze für Fachärzte und Psychotherapeuten

Dagegen ist im fachärztlichen Versorgungsbereich die Zahl der Niederlassungsmöglichkeiten im selben Zeitraum von 583 auf 484 leicht gesunken. Immer weniger freie Sitze gibt es auch für Psychotherapeuten. Die im Jahr 2012 geschaffenen rund 1.300 neuen Niederlassungsmöglichkeiten sind weitestgehend ausgeschöpft. Anders sieht es bei Kinder- und Jugendpsychiatern aus: jeder zweite Planungsbereich ist offen für weitere Niederlassungen.

Anstellung statt Niederlassung

Ungebrochen hoch ist in der vertragsärztlichen Versorgung der Trend zur Anstellung, vor allem bei Ärzten. Ende 2016 war etwa jeder fünfte Mediziner in einer Praxen oder einem Medizinischen Versorgungszentrum angestellt, rund zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei den Psychologischen Psychotherapeuten arbeitet dagegen nur etwa jeder zwanzigste in einem Angestelltenverhältnis.

Mehr Ärzte, aber kaum erhöhte Kapazitäten

Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 169.866 Ärzte und Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung teil (146.054 Ärzte und 23.812 Psychologische Psychotherapeuten). Die Gesamtzahl hat sich gegenüber 2015 um 2.550 erhöht, was 1,5 Prozent entspricht.

Da der Trend zur Teilzeittätigkeit ungebrochen ist, ergibt sich unter Berücksichtigung des Teilnahmeumfangs jedoch lediglich ein Plus der vertragsärztlichen Kapazitäten von 0,3 Prozent.

Fast die Hälfte sind Frauen

Rund 45 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind der Statistik zufolge Frauen, wobei der weibliche Anteil unter den Psychotherapeuten am höchsten ist. Spitzenreiter sind die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit einem Anteil von 78,7 Prozent.

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