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Neuer KBV-Vorstand setzt auf offene Zusammenarbeit

04.05.2017 - Der neue KBV-Vorstand setzt auf einheitliches Handeln und die Überwindung von Barrieren zwischen Haus- und Fachärzten. Deshalb sei auch keine starre Trennung in der Aufgabenverteilung mehr vorgesehen, betont das Vorstands-Trio in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes. Zudem positioniert sich der Vorstand zur Notfallversorgung, Bedarfsplanung und Digitalisierung.

Bei allen Themen sei – auch wenn es aus Gründen der Praktikabilität Ressortzuständigkeiten geben werde – eine offene Zusammenarbeit geplant. „Jeder soll zu allen Themen auch sprachfähig sein“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister betont, dass jeder Hausarzt und jeder Facharzt alle drei Vorstände ansprechen könne.

Rolle als Vordenker ausbauen

In den nächsten Monaten steht für den KBV-Vorstand vor allem das Einwirken auf die gesundheitspolitischen Vorstellungen der Bundesparteien und später auf die Koalitionsverhandlungen an. Dazu sei es wichtig, „dass die KBV ihre Rolle als Vordenker zur Meinungsbildung des KV-Systems ausbaut und hier gemeinsam mit den Mitgliedern Positionen erarbeitet“, hebt Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel hervor.

Anreize statt planwirtschaftlicher Eingriffe

Der KBV-Vorstand lehnt „planwirtschaftliche Eingriffe“ bei der Verteilung von Ärzten strikt ab. „Selbst wenn Ärzte das doppelte Geld bekommen, gehen sie nicht in Regionen, in die sie nicht wollen“, ist Hofmeister überzeugt. „Die junge Generation wird sich eher dem System verweigern, als sich einer von oben gesetzten Planung zu unterwerfen“, betont Gassen. Daher bewertet der KBV-Vorstand die Landarztquote für das Medizinstudium kritisch.

Vielmehr geht es nach den Worten Kriedels darum, Vorurteile abzubauen und durch sachliche und frühzeitige Angebote die Grundlage für vernünftige Entscheidungen zu ermöglichen.

Erhöhung der Abklärungspauschale wäre falsch

Im Streit um die sogenannte Abklärungspauschale kündigt der Vorstand Lösungsvorschläge an. „Wir erarbeiten derzeit ein Konzept, in dem es eine – auch virtuelle – Anlaufstelle gibt, die Patienten dann in die richtige Versorgungsebene schickt“, erläutert Gassen. „Denn aus unserer Sicht soll jeder medizinisch das machen, wofür er personell und technisch ausgestattet ist.“

Eine Erhöhung der Abklärungspauschale hält Gassen für falsch. Das Problem werde nicht gelöst, indem noch mehr Geld in die ohnehin schon teure Krankenhausplanung geschoben werde. Für die künftige Triagierung sowie anschließende Versorgung der Notfälle braucht es den drei Vorständen zufolge regionale Lösungen.

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