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Praxisnachrichten

Kosten für Anbindung an die Telematikinfrastruktur werden erstattet

04.05.2017 - Für Ärzte und Psychotherapeuten steht jetzt fest, dass sie die Kosten für die Anbindung ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur voll erstattet bekommen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf Erstattungsbeträge für die technische Erstausstattung und die laufenden Betriebskosten geeinigt.

Den derzeit noch hohen Anschaffungskosten für den Konnektor wurde dadurch Rechnung getragen, dass es hierfür eine gestaffelte Kostenerstattung geben wird – abhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Gerätes in der Praxis. Alle Beteiligten zeigten sich zufrieden mit diesem Kompromiss.

Gassen: Praxen bleiben nicht auf Kosten sitzen

„Unser wichtigstes Ziel war es, dass die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen nicht auf Kosten sitzen bleiben, die ihnen durch die gesetzlich vorgeschriebene Anbindung an die sektorenübergreifende Telematikinfrastruktur entstehen. Dieses Ziel haben wir erreicht“, betonte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands Dr. Doris Pfeiffer sprach von einer guten Lösung auf dem Weg zu einer modernen IT-Infrastruktur für das Gesundheitswesen, die gemeinsam gefunden worden sei.

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich unter Moderation des Bundesschiedsamtes am vergangenen Freitag auf die Eckpunkte für eine entsprechende Vereinbarung verständigt. Die Vereinbarung soll bis Mitte Mai ausformuliert werden und gilt dann ab dem 1. Juli 2017. Bei Veränderungen auf dem Markt – insbesondere bei der preislichen Entwicklung der technischen Komponenten – soll die Vereinbarung angepasst werden.

Erstattungsbetrag für Konnektoren

Die Eckpunkte sehen vor, dass Praxen mit bis zu drei Ärzten für einen Konnektor (mit Funktion für die qualifizierte elektronische Signatur) und neue stationäre Kartenterminals ab Juli 3.055 Euro erhalten. Dieser Betrag gilt für das dritte Quartal 2017. In den drei Folgequartalen sinkt der Betrag, da der für den Konnektor inkludierte Preis jedes Quartal um jeweils zehn Prozent abgesenkt wird. Insgesamt etwas höher fällt der vereinbarte Erstattungsbetrag aus, wenn mehr als drei Ärzte oder Psychotherapeuten (Vollzeitäquivalente) in einer Praxis arbeiten, da dort gegebenenfalls mehrere stationäre Kartenterminals benötigt werden.

Bis Ende Juni 2018 – so schreibt es das E-Health-Gesetz vor – sollen alle Praxen mit der neuen Technik ausgestattet sein. Der Erstattungsbetrag beträgt danach (ab 3. Quartal 2018) je nach Praxisgröße 1.155 Euro bis 2.025 Euro. KBV und Krankenkassen gehen davon aus, dass sich die Preise für die benötigte Technik in den kommenden Monaten entsprechend entwickeln.

Mobile Kartenterminals für Besuche

KBV und GKV-Spitzenverband haben ferner einen Erstattungsbetrag für mobile Kartenterminals in Höhe von 350 Euro vereinbart. Anspruch haben Ärzte, die mindestens drei Haus- beziehungsweise Heimbesuche im Quartal durchführen oder an einem Kooperationsvertrag zur ambulanten Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen teilnehmen. Der Betrag wird dann je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung gezahlt. Ausgelagerte Praxisstätten erhalten unabhängig davon ein mobiles Kartenterminal, damit sie sich keinen Konnektor anschaffen müssen.

Startpauschale von 900 Euro für Anschlusskosten

Darüber hinaus erhalten Ärzte und Psychotherapeuten eine einmalige Startpauschale von 900 Euro. Damit werden vor allem Kosten erstattet, die im Zusammenhang mit der technischen Ausstattung stehen, zum Beispiel für den Praxisausfall während der Installation des Konnektors und für die Kosten der Anpassung des Praxisverwaltungssystems.

Laufende Betriebskosten werden quartalsweise erstattet

Auch für die Finanzierung des laufenden Betriebs erhalten die Praxen eine Erstattung: Die Betriebskostenpauschale für die Wartung der Technik und deren Updates beträgt vom dritten Quartal 2017 bis zum zweiten Quartal des kommenden Jahres 298 Euro je Quartal, danach nur noch 248 Euro je Quartal.

Darüber hinaus werden auch die Betriebskosten für den Praxisausweis in Form der SMC-B Smartcard (23,25 Euro/Quartal und Karte) sowie den Arztausweis in Form der HBA Smartcard (11,63 Euro/Quartal und Karte) vergütet.

Gesetz schreibt Übernahme der Kosten vor

Nach den gesetzlichen Vorgaben sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb in voller Höhe zu übernehmen. KBV und GKV-Spitzenverband sollten dazu bis Ende März eine Finanzierungsvereinbarung treffen, damit der Anschluss der Praxen durch den sogenannten Online-Rollout ab Juli beginnen kann. Da zunächst keine Einigung möglich war, hatten die Vertragspartner das Bundesschiedsamt eingeschaltet.

TI-Erstausstattung und Betrieb: Die Eckpunkte der Vereinbarung

Konnektoren und stationäre Kartenterminals

Konnektor inklusive Funktion für qualifizierte elektronische Signatur und stationäre Kartenterminals:

Quartal der
erstmaligen
Nutzung* 
Vergütung in Euro
Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
< = 3 > 3 bis < = 6 > 6
3/2017  3055,00 3490,00  3925,00
4/2017 2793,00  3228,00 3663,00
1/2018  2557,20  2992,20 3427,20 
2/2018  2344,98  2779,98 3214,98
ab 3/2018  1155,00 1590,00  2025,00 

*Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung des Konnektors, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung des Konnektors relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist. 

Mobile Kartenterminals

einmalig 350 Euro je Gerät:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte (keine Kriterien)

TI-Startpauschale

einmalig 900 Euro:

  • für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

Laufender Betrieb

Wartung der Komponenten und Updates (einschließlich laufende Kosten für VPN-Zugangsdienst):

  • 3. Quartal 2017 bis 2. Quartal 2018: 298 Euro je Quartal
  • ab 3. Quartal 2018: 248 Euro je Quartal

SMC-B Smartcard (Praxisausweis): 23,25 Euro je Quartal je Karte

HBA Smartcard (Arztausweis): 11,63 Euro je Quartal je Karte

Hinweis: Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

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