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Praxisnachrichten

Neues Formular zur Verordnung häuslicher Krankenpflege

18.05.2017 - Das Verordnungsformular für die häusliche Krankenpflege wird anwenderfreundlicher. Ab 1. Oktober 2017 gibt es einen geänderten Vordruck, auf dem Vertragsärzte Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege und die vor einem Jahr eingeführte Unterstützungspflege verordnen können.

Auf die Vereinfachung des Musters 12 hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband verständigt. Anliegen war es, das Formular so zu gestalten, dass es möglichst einfach auszufüllen ist und alle Informationen enthält, die Pflegedienste für die Versorgung der Patienten benötigen.

Ärzte hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ausfüllen Probleme bereitet und zu zeitaufwändigen Nachfragen von Krankenkassen und Pflegediensten führt. Die KBV konnte schließlich erreichen, dass die Krankenkassen einer Überarbeitung zustimmten. „Die Vereinfachung des Formulars ist eine weitere Maßnahme, um Praxen von unnötiger Bürokratie zu entlasten“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Keine unnötigen Angaben mehr

Das neue Formular ist klarer strukturiert. Abgefragt werden nur noch Informationen, die für die Durchführung der Leistungen erforderlich sind. Felder für leistungsrechtliche Angaben, die ausschließlich die Krankenkassen für ihre Entscheidung benötigen, ob dem Versicherten die Leistung zusteht oder nicht, wurden größtenteils gestrichen. So ist eine gesonderte Begründung bei einer Verordnungsdauer von über 14 Tagen künftig nicht mehr notwendig.

Das Wichtigste zuerst

Zudem bildet das neue Formular die Versorgungsrealität besser ab: So werden Leistungen wie Medikamentengabe, Blutzuckermessung, Kompressionsbehandlung oder Wundversorgung gezielt und in der Reihenfolge abgefragt, wie sie in der Praxis am häufigsten vorkommen. Leistungen, die nur in Ausnahmefällen vorkommen, können unter „Sonstige Maßnahmen“ auf Freitextfeldern angegeben werden.

Unterstützungspflege: Neue Leistung jetzt auf dem Formular

Neu ist ein Ankreuzfeld für die Unterstützungspflege, die am 1. Januar 2016 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wurde. Unterstützungspflege ist wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung, soweit keine Pflegebedürftigkeit nach dem SGB XI vorliegt, verordnungsfähig.

Ab Oktober nur noch neue Vordrucke nutzen

Das neue Muster 12 löst das bisherige Formular zum 1. Oktober ab. Alte Vordrucke dürfen danach nicht mehr verwendet werden. Das neue Muster 12 ist dann auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt und kann am Rechner ausgefüllt oder per Blankoformularbedruckung erzeugt werden.

Überblick: Das Wichtigste zum Formular 12

Das entfällt:

  • Der Hinweis, dass Anspruch auf häusliche Krankenpflege nicht besteht, wenn Versicherte die erforderlichen Maßnahmen selbst durchführen oder eine im Haushalt lebende Person dies übernehmen kann, entfällt. Dies ist nach Aussage von Vertragsärzten selbstverständlich und muss nicht gesondert herausgestellt werden. Auch braucht der Arzt nicht mehr anzukreuzen, ob er nicht beurteilen kann, dass eine im Haushalt lebende Person die erforderlichen Maßnahmen übernehmen kann.
  • Eine gesonderte Begründung bei einer Verordnungsdauer von über 14 Tagen ist nicht mehr nötig. Diese ergibt sich aus der Diagnose und Einschränkungen, die häusliche Krankenpflege erforderlich machen.
  • Der Hinweis auf die Vorgaben der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege (HKP-Richtlinie) wurde gestrichen.
  • Der Durchschlag „Ausfertigung für den Pflegedienst – der Abrechnung beizufügen“ entfällt. Somit müssen Ärzte die Verordnung nur noch dreimal mit ihrem Stempel versehen und unterschreiben (12a Ausfertigung für die Krankenkasse, 12b für den Pflegedienst, 12c zum Verbleib beim Vertragsarzt). Bei der Blankoformularbedruckung reduziert sich die Zahl der auszudruckenden Seiten von sieben auf vier.

Das erleichtert das Ausfüllen:

  • Die Angaben zur Sicherungs- und Krankenhausvermeidungspflege wurden so platziert, dass sich der Vertragsarzt nur mit dem Regelfall (Sicherungspflege) auseinandersetzen muss. Der Ausnahmefall (Krankenhausvermeidungspflege) kann dennoch verordnet werden.
  • Reihenfolge und Inhalte der Verordnung folgen nun deren Häufigkeit im Versorgungsgeschehen („Das Wichtigste kommt zuerst“).
  • Die Dauer der Verordnung einzelner Leistungen wie Medikamentengabe oder Blutzuckermessung muss nur noch dann gesondert auf dem Formular eingetragen werden, wenn diese Dauer vom Zeitraum der Gesamtverordnung abweicht (Beispiel: Gesamtverordnung häusliche Krankenpflege 1. bis 10. Oktober, Dauer der Medikamentengabe abweichend im Zeitraum 1. bis 4. Oktober).

Das wurde ergänzt:

  • Für die Angabe der versorgungsrelevanten Diagnose(n) wurden im oberen Teil des Formulars Ausfüllfelder („ICD-10-Code“) aufgenommen. In den Zeilen darunter können „Einschränkungen, die häusliche Krankenpflege erforderlich machen“ eingetragen werden. Muster 12 verweist dazu auf das „Leistungsverzeichnis HKP-Richtlinie“ und nicht mehr nur unkonkret auf „Verzeichnis“.
  • Während leistungsrechtliche Angaben gekürzt wurden, wurden medizinische Angaben ergänzt oder sind differenzierter möglich.
  • Neu ist ein Ankreuzfeld für die Unterstützungspflege, die am 1. Januar 2016 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wurde.

Online-Forum „Mehr Zeit für Patienten“

Ärzte und Psychotherapeuten, die konkrete Vorschläge für den Bürokratieabbau in der Praxis haben, können diese der KBV über das Online-Forum „Mehr Zeit für Patienten“ mitteilen. Das Online-Forum sammelt Hinweise, mit denen sich der Verwaltungsaufwand in den Praxen reduzieren lässt und macht sie öffentlich. Das Portal ist über das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen erreichbar. Die KBV setzt sich mit den Vorschlägen auseinander und prüft, inwieweit sie umsetzbar sind.

Besucher des Online-Forums geben nach der Anmeldung im Sicheren Netz in das Browser-Fenster die Adresse http://buerokratieabbau.kv-safenet.de ein, oder gehen über das Portal ihrer KV und den dort eingestellten Link zum Online-Forum.

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