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KBV erfasst mit Honorarbericht auch häufigste Diagnosen

15.06.2017 - Zu den häufigsten Behandlungsanlässen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zählen Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Depressionen. Das geht aus den Sonderthemen der jetzt erschienenen Honorarberichte der KBV hervor, welche das zweite und dritte Quartal 2015 beleuchten. Die Honorarumsätze sind insgesamt gestiegen.

Demzufolge erhöhte sich der Honorarumsatz je Arzt im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3 Prozent. Der Umsatz je Behandlungsfall stieg um 3,2 Prozent. Wesentlich geringer war mit 0,7 Prozent der Anstieg des Honorarumsatzes je Arzt im dritten Quartal 2015. Der Umsatz je Behandlungsfall ist um 2,9 Prozent gestiegen.

Die Honorarzuwächse seien zwar erfreulich, reichten aber nicht aus, um die hochwertige medizinische ambulante Versorgung auch künftig sicherstellen zu können, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. Durch die steigenden Betriebskosten sei das Einkommen vieler Ärzte trotz Umsatzsteigerung gesunken. Zudem würde nach wie vor etwa jede zehnte Leistung der rund 165.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nicht vergütet.

Höherer Honorarumsatz für fast alle Arztgruppen

Den Honorarberichten zufolge konnten sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal 2015 nahezu alle Arztgruppen höhere Umsätze erzielen.

Im hausärztlichen Versorgungsbereich hat sich im zweiten Quartal 2015 der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt um 3,5 Prozent erhöht, der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dabei um 4,5 Prozent gestiegen. Bei den Fachärzten ist der Honorarumsatz je Arzt um 1,2 Prozent und je Behandlungsfall um 2,4 Prozent gestiegen.

Im dritten Quartal 2015 hat sich bei den Hausärzten der durchschnittliche Honorarumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,1 Prozent erhöht, der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dabei um 2,1 Prozent gestiegen. Im fachärztlichen Versorgungsbereich sind der Honorarumsatz je Arzt um 0,4 Prozent und der Honorarumsatz je Behandlungsfall um 3,5 Prozent gestiegen.

Die ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten verzeichneten im zweiten Quartal 2015 ein Plus von 2,0 Prozent (je Behandlungsfall um 1,3 Prozent) und im dritten Quartal ebenfalls von 2,0 Prozent (je Behandlungsfall um 2,2 Prozent).

Sonderthema zeigt die 20 häufigsten Behandlungsanlässe

In den Sonderthemen widmen sich die Honorarberichte den 20 häufigsten Behandlungsanlässen, also den häufigsten dokumentierten Diagnosen, in insgesamt 31 Fachbereichen. Bei einer übergreifenden Betrachtung kristallisiert sich heraus, dass neben Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Depressionen auch Adipositas, Diabetes, Arthrose des Kniegelenks und Schilddrüsenerkrankungen zu den häufigsten von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten dokumentierten Behandlungsanlässen gehören.

Zudem fällt auf, dass bestimmte Krankheitsbilder in mehreren ärztlichen Fachgruppen immer wieder unter den 20 häufigsten Diagnosen auftauchen. So behandelt fast jeder Facharzt in Deutschland häufig Patienten mit Bluthochdruck.

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verwechselt. Der Honorarumsatz ist die Zahlung an den Arzt oder Psychotherapeuten für den Betrieb der Praxis und die Versorgung der Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt/Psychotherapeut für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 76,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert er

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 51,6 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (14,9 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,1 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,8 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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