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Praxisnachrichten

Kreis der MRSA-Risikopatienten erweitert

06.07.2017 - Der Kreis der MRSA-Risikopatienten, die nach einem Klinikaufenthalt ambulant auf den Keim getestet und behandelt werden können, ist erweitert worden. Der Bewertungsausschuss hat die Kriterien im EBM in Anlehnung an die aktuellen KRINKO-Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zum 1. Juli angepasst.

Damit Vertragsärzte bei Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt einen MRSA-Status erheben und bei Bestätigung des Verdachts eine Sanierungsbehandlung durchführen können, müssen bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Diese Risikofaktoren sind an die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut angelehnt, die zuletzt im Jahr 2014 erweitert wurden. Zum 1. Juli wurde nun die Definition des MRSA-Risikopatienten im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) unter Berücksichtigung dieser Empfehlungen angepasst.

MRSA-Status und Sanierungsbehandlung für mehr Patienten

Danach kann nun auch bei Patienten, die nicht mehrere Risikokriterien erfüllen, ein MRSA-Status erhoben werden und bei einer MRSA-Besiedlung (Kolonisation) eine Sanierungsbehandlung durch Vertragsärzte erfolgen. Das trifft beispielsweise für dialysepflichtige Patienten und Patienten mit chronischen Wunden zu, für die dies bisher nur in Kombination mit anderen Risikofaktoren möglich war.

Unverändert bleibt die Grundvoraussetzung für die Erhebung eines MRSA-Status und die Sanierungsbehandlung: So müssen die Patienten in den vergangenen sechs Monaten an mindestens vier zusammenhängenden Tagen stationär behandelt worden sein.

Der EBM-Abschnitt 30.12, der Leistungen der speziellen Diagnostik und Eradikationstherapie im Rahmen von MRSA enthält, wurde zum 1. Juli entsprechend angepasst. Es wurden fast alle Punkte der angepassten KRINKO-Empfehlungen (Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von MRSA-Stämmen in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen) übernommen.

MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) gilt hierzulande nach wie vor als der häufigste multiresistente Erreger. In den vergangenen Jahren hat er sich nach Angaben von Experten auch zunehmend außerhalb von Krankenhäusern ausgebreitet. Begünstigt wurde dies durch einen hohen Einsatz von Antibiotika – auch im ambulanten Bereich.

MRSA-Statuts und Sanierung ab 1. Juli bei diesen Patienten möglich

Patienten, die in den vergangenen sechs Monaten an mindestens vier zusammenhängenden Tagen stationär behandelt wurden, können ambulant auf MRSA getestet und behandelt werden, wenn sie zusätzlich noch eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • ein positiver MRSA-Nachweis in der Anamnese (unabhängig vom Zeitpunkt der Infektion)

und/oder

  • eine chronische Pflegebedürftigkeit (Vorliegen eines Pflegegrades) und Vorliegen eines der nachfolgenden Risikofaktoren:
    • Antibiotikatherapie in den zurückliegenden sechs Monaten
    • liegende Katheter (z.B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde, Trachealkanüle)

und/oder

  • Vorliegen von Hautulkus, Gangrän, chronischer Wunde und/oder tiefe Weichteilinfektion

und/oder

  • Dialysepflichtigkeit

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