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Praxisnachrichten

Gesundheitskompetenz

Hofmeister: Bürger brauchen verständliche Gesundheitsinformationen

03.08.2017 - Für eine Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bürger hat sich KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister ausgesprochen. Dafür sind mehr verständliche Gesundheitsinformationen erforderlich, betonte er in einem KV-on-Video.

Viele Informationen im Internet verunsicherten die Menschen. „Wenn ich google, dann kommt immer raus, dass ich was ganz Schreckliches habe.“ Die Betroffenen bräuchten dann wiederum medizinische Hilfe, die ihnen die Angst nehme, sagte Hofmeister. „In diesem Dilemma stecken wir zurzeit.“

Hofmeister beklagt fehlendes Wissen

Hinzu käme, dass bei aller Überinformation die Bürger nur noch wenig über ihre Gesundheit informiert seien, bedauerte er. „Früher wusste die Oma, dass man bei 37,5 noch keinen Arzt braucht.“ Da sei viel Kenntnis verloren gegangen.

Hofmeister sieht eine Aufgabe darin, die Bürger zu befähigen, mehr über ihren Körper und ihre Gesundheit zu erfahren. Andererseits seien Informationsangebote erforderlich, wo Patienten wüssten, dass sie dort nachschauen könnten und dass die Informationen verlässlich seien.

Fachtagung zur Gesundheitskompetenz

Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende verwies in dem Zusammenhang auf Aktivitäten der KBV. So werde bei der diesjährigen Versichertenbefragung sehr genau abgefragt, wie kompetent die Bürger in Sachen Gesundheit sind und was sie sich wünschten. Darüber hinaus veranstalte die KBV am 13. September eine Fachtagung zum Thema Gesundheitskompetenz, auf der die vielfältigen Aktivitäten der Ärztevertretung in dem Bereich vorgestellt und diskutiert würden.

Unterricht in Erste Hilfe

Hofmeister hält es für notwendig, dass schon in den Kindergärten, Vor- und Grundschulen „wirklich über den Körper, die Gesundheit und über Zusammenhänge“ gesprochen werde. Später könnten dann ein- bis zweimal im Jahr „Dinge wie Erste Hilfe oder Herz-Lungen-Wiederbelebung unterrichtet werden“.

Die KBV gehört zu den Akteuren der „Allianz für Gesundheitskompetenz“, die kürzlich unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums gegründete wurde.

Veranstaltungshinweis: Fachtagung am 13. September

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, den Arzt zu verstehen und Gesundheitsinformationen zu finden. Sie wissen oft nicht, an wen sie sich mit ihrem gesundheitlichen Problem wenden sollen. Wie lässt sich die Gesundheitskompetenz stärken, welche Maßnahmen sind erforderlich, um das Wissen zu erhöhen? Darum geht es bei der Fachtagung „Gesundheitskompetenz stärken – Verstehen und Verständnis“, zu der die KBV einlädt.

Die Tagung findet am Mittwoch, den 13. September, von 10.00 bis 16.30 Uhr im Haus der KBV in Berlin statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis 25. August möglich.

Allianz für Gesundheitskompetenz

Die „Allianz für Gesundheitskompetenz“ wurde am 19. Juni 2017 unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) gegründet. Hintergrund sind aktuelle Befragungen, die zeigen, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland eine nicht ausreichende Gesundheitskompetenz hat. Sie haben Schwierigkeiten, den Arzt zu verstehen und Gesundheitsinformationen zu beurteilen und anzuwenden.

In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sich die 15 Akteure der „Allianz für Gesundheitskompetenz“, in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitswissens zu entwickeln und umzusetzen. Handlungsfelder sind, eine bessere Gesundheitsbildung, gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen – vor allem auch im Internet.

Die Partner der „Allianz für Gesundheitskompetenz“ sind das BMG, die Gesundheitsministerkonferenz der Länder, der Patientenbeauftragte des Bundes, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat, der Gemeinsame Bundesausschuss, der GKV-Spitzenverband, die KBV, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Verbraucherzentrale Bundesverband und der PKV-Verband.

Adressen für gute Gesundheitsinformationen

www.kbv.de

Seit Jahren bietet die KBV zu unterschiedlichen Themen qualitätsgeprüfte Gesundheitsinformationen für Patienten an – teilweise in mehreren Sprachen. Es gibt sie gedruckt als Flyer oder Handzettel, im Internet und teilweise auch als Film. Die Themen reichen von der Diagnose und Behandlung von Krankheiten über Prävention und Früherkennung bis hin zur Arztsuche oder dem Medikationsplan.

Auf der Internetseite der KBV gibt es einen eigenen Bereich für Patienten:

Service für Patienten

www.patienten-information.de

Patienteninformationen zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten, Checklisten und Patientenleitlinien stehen auf der Internetseite des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) bereit. Das ÄZQ ist eine Einrichtung von KBV und Bundesärztekammer und erstellt die Informationen in deren Auftrag.

www.patienten-information.de

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